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4 (1845) D bis Entern
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430 Doppelsterne

durch von seinem eigentlichen Vorhaben ganz abgezogen, forschte er dem überraschenden Er» egebnisse weiter nach und trat endlich im I. l 803 nach mehr als 20 jähriger Beobachtung und I

Forschung mit der nunmehr fest begründeten Behauptung hervor, daß die Doppelstern« zum ^

großen Theilnichts Anderes seien als Slernsysteme, bestehend aus zwei (zuweilen auch mehr)Sternen, die sich in regelmäßigen Bahnen umeinander bewegen oder vielmehr um ihren ge-meinschaftlichen Schwerpunkt; bei einigen gab er sogar die Dauer der Umlaufszeit amDiese seine Entdeckung, daß sich nicht nur Planeten um Fixsterne sondern auch Fixsterneum Fixsterne, Sonnen um Sonnen bewegen, ist unstreitig eine der merkwürdigsten in derganzen Astronomie. Spätere Beobachtungen haben diese Resultate Herschel's im Ganzen Iund Einzelnen vollständig bestätigt. Nach Struve kennt man jetzt 59 Doppelstcrne, bei denen !

eine Veränderung in der Stellung der einzelnen Sterne, mithin eine Bewegung der ange-gebenen Art gewiß, <3 bei denen sie wahrscheinlich, 68 bei denen sie angedcutet ist. Auch istso viel bewiesen, daß die Bewegungen ganz nach den im Planetensysteme herrschenden Ge-setzen und in elliptischen Bahnm stattfindcn, daß mithin auch jene entfernten Weltkörper demNewton'schen Gesetze der allgemeinen Schwere unterliegen. Die Umlaufszeit kennt manerst bei den wenigsten dieser Sterne genauer; -sie beträgt bei 7 im Löwen etwa 1200 , bei)"in der Jungfrau 5—600, bei Nr. 6 t im Schwan 450, bei <r in der nördlichen Krone etwa200 , bei Castor etwa 250, bei Nr. 7 V, im Schlangenträger 74 — 8 V, bei § im GroßenBär 60—61, bei ^ im Krebs (dreifacher Stern) 56, bei 1 / in der Krone 43 Jahre, sodaßmehre dieser Stcrnsysteme eine geringere Umlaufszeit als Uranus haben und seit dem Be-kanntwerden ihrer Bewegung einen ganzen Umlauf oder darüber zurückgelegt haben. NachStruve beträgt bei dem Sterne im Hercules die Periode vermuthlich nur 14 Jahre. Inder neuesten Zeit waren es besonders Herschel der Jüngere, Savary, Encke und Mäkler, diesich mit den Bahnen der Doppelsterne beschäftigten. Die wirkliche Größe der Bahnen istübrigens bei allen ganz unbekannt, da wir ihre Entfernung von der Erde noch so gut als garnicht kennen. Bemerkenswertst ist noch, daß manche Doppelsterne einander so nahe stehen,daß man eine Bewegung dieser Sternsysteme umeinander annehmen muß.

Eine Folge der angeführten Bewegungen ist, daß manche Sterne jetzt doppelt erschei-nen, die früher immer nur einfach gesehen wurden, umgekehrt aber manche Doppclsternejetzt nicht mehr zerlegt werden können. Wenn nämlich die verlängerte Ebene der Bahn eiius ^Doppelsterirs beinahe durch die Erde geht, so muß uns die Bewegung des einen um dcnandern geradlinig erscheinen, wie bei den Trabanten des Jupiter, und dann muß cs sich !während jedes Umlauf- zweimal ereignen, daß die beiden Sterne sich decken. Nach Struvlerscheinen sechs früher doppelt gesehene Sterne jetzt als einfach und deuten nur zum Theildurch ihre längliche Gestalt ihre Doppelthcit an. Der merkwürdigste darunter ist der schonobengenannte Stern / in der Jungfrau, ein Heller Stern der dritten bis vierten Größe; imAnfänge des 18. Jahrh. standen seine beiden fast ganz gleich Hellen Sterne 6 —7 Secundenab, jetzt noch nichtSecuude, und selbst mit den besten Fernröhren erscheinen sie nur all 'ein etwas länglicher Stern; nach einigen Beobachtern scheint indeß ihr Abstand jetzt wiederzu wachsen. Auch der Stern 5 im Hercules, den Herschel 1781 als Doppelstern sah, erschien1802 nur einfach; erst 1826 sah ihn Struve wieder doppelt. Gegen das I. 1860 wird ^Castor vermuthlich einfach erscheinen (gegenwärtiger Abstand: 4 Secunden). Übrigens .geben Dsppelsterne von sehr geringem Abstande ein vortreffliches Mittel ab, um die Gütevon Fernrohren zu prüfen.

Nach dem Gesagten haben wir guten Grund zu vcrmuthen, daß beiweitem die meistenDoppelsterne physische Doppelsterne oder Sternsysteme sind, und daß bei den meisten nur idie Langsamkeit ihrer gegenseitigen Bewegung und Stellungsänderung die Wahrnehmungderselben bisher nicht gestattet hat, was um so weniger befremden kann, da erst seit verhalt-nißmäßig sehr kurzer Zeit (5V Jahren) die Aufmerksamkeit der Astronomen auf diese Er-scheinungen gerichtet ist. Um die physischen von den optischen Doppelsinnen zu unterscheiden, ,gibt es bei vielen noch ein untrügliches Merkmal, ein Mittel, das man da anwenden kann, »wo keine Bewegung de« einen Sterns um den andern wahrzunehmen ist: die sogenannte ei- 'gene Bewegung der Fixsterne (s. d.). Viele Fixsterne rückxn am Hinnpel langsam und an- >scheinend w gerader Linie fort; mau nennt die- ihre eigene Bewegung. Argelander in Bonn, j