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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
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Doppelsterne 431

der aus dieser Erscheinung ein besonderes Studium machte, hat einen Katalog von 560 Fix-sternen mit eigener Bewegung geliefert, worunter sich 53 Doppelsinne des Struve'schen Ka-talogs befinden ; -1 l davon haben eineBewegung, die bedeutend genug ist, um zu entscheiden,ob sie beiden Sternen gemeinschaftlich ist oder nicht, und bei -io derselben findet nach Struveder erste Fall statt, mithin sind diese alle Physische Doppelsinne. Auch derjenige Stern, welcherdie schnellste eigene Bewegung hat, Nr. 61 im Schwan, ist ein Doppelstern und zwar ein phy-sischer, aus zwei fast gleichen Sternen (der sechsten Größe) von IS Sekunden Abstand be-stehend, deren jeder jährlich um fast S'/r Sekunden, also in etwa 35V Jahren um eine demDurchmesser des Mondes gleiche Weite fortrückt. Gerade diesen Stern, der feiner beträcht-lichen fortrückcnden Bewegung halber einer der nächsten Fixstorne zu sein scheint, hat Bcsselgewählt, um seine Parallaxe zu bestimmen, und dieselbe gleich drei Zehntel einer Sekundegefunden, wonach die Entfernung dieses Doppelsterns von der Erde oder Sonne über l 3Billionen Meilen beträgt. Aus andern Gründen geben, wie oben erwähnt, vorzugsweisesolche Dvppelsterne, die entschiedenermgßen optische sind, Aussicht auf Wahrnehmung einerParallaxe, was ja eben Herschel den Altern zuerst veranlaßt«, sich mit den Doppelsternen,die er damals alle für optische hielt, zu beschäftigen. Zu den weniger entschieden optischenDoppelsternen (im weitern Sinne) gehört der Ster» erster Größe « oder Wega in der Leier,der hellste Stern der nördlichen Halbkugel des Himmels; vergrößere von beiden ihn bildendenSternen rückt sehr langsam, in I VN Jahren etwa um 36 Sekunden, fort, ohne daß der kleinere,gegenwärtig etwa 43 Sekunden von ihm entfernte Stern zehnter oder elfter Größe hieranThcil nimmt. Struve hat aus seinen fteilich nicht lange genug fortgesetzten Beobachtungenuicses Doppelsterns (in den 1.1836 und 1837) eine Parallaxe des großen Sterns von einerAchrelsecunde gefunden, die einer Entfernung von 3V Billionen Meilen entsprechen würde.Noch sind optische Doppelsterne im weitern Sinne: « oder Athair im Adler, erster und zehn-ter Größe, Abstand 2'/, Minuten, « oder Aldebaran im Stier, erster und elfter Größe, Ab-stand 2 Minuten, Pollux in den Zwillingen, zweiter und elfter Große, Abstand 3'/- Minuten.

Schließlich ist zu erwähnen, daß viele Doppelsterue Farben zeigen, dir bei den zusam-mengehörigen Sternen oft insofern verschieden sind, daß die eine die Ergänzungsfarbe derandern ist. Während nämlich der Hauptstcrn röthlich oder gelb ist, erscheint der kleinerenicht selten blau oder grün. Der beiwcitem häufigste Fall ist der, daß beide Sterne einerleiFarbe haben. Struve fand unter 596 Hellen Doppelsternen (bei denen keiner der verbundenenSterne kleiner als von der achten Größe war) 375 von gleicher und gleich tiefer, lvt vongleicher und ungleich tiefer, 12tt von verschiedenen Farben. Unter den 476 gleichgefärbtenSternpaaren waren 295 weiß, 118 gelb oder röthlich, 53 bläulich, 5 blau, 5 grün; unterden 12V verschiedenfarbigen 52 hellgelb und blau, 52 gelb oder roth und blau, 16 grün undblau. Manche Astronomen sind der Meinung, daß da, wo der kleinere Stern blau oder grünerscheint, diese Farbe nur eine subjektive Farbe, also eigentlich eine optische Täuschung odereine Wirkung des Reizes sei, den die gelbe oder rothe Farbe des Hauptsterns auf das Augeausübe. Dies würde allerdings mit Dem, was wir sonst von der Entstehung subjektiverFarben wissen, übereinstimmen; nur müßte dann ein gelber Hauptstern immer einen blaue»oder violetten Begleiter, ein rother Hauptstcrn immer einen grünen Begleiter haben, wasjedoch nicht der Fall ist. Da aber blaue Begleiter ebenso oft bei weißen als bei gelben Haupt-sternen, da ferner gelbe Begleiter bei gelben Hauptsternen und endlich da auch blaue undgrüne Hauptsterne Vorkommen, so muß man die Idee aufgeben, die blaue oder grüne Farbeder Sterne nur als subjektiv gelten zu lassen, wenn auch in vielen Fällen diese Erklärungrichtig sein mag. Zu einer Entscheidung darüber, ob die Farbe des kleinern Sterns wirklichoder scheinbar ist, kann man dadurch gelangen, daß man durch einen im Fernrohr ausge-spannren hinreichend dicken Faden den Hauptstern bedeckt, dann müßte die Karbe des klei-nern Sterns verschwinden, falls sie durch den Einfluß der Farbe des andern Sterns entstan-^n sein sollte; Versuche dieser Art scheinen aber bis jetzt noch fast gar nicht angestellt zu sein.Sollten die zu einem Sternsystrm verbundenen Sternindividuen von Planeten umgebensein, gleich unserer Sonne, so müßte di« Beleuchtung verschiedenfarbiger Sonnen, je nachdemsie einzeln »der zugleich am Himmel ständen, die verschiedensten und seltsamsten optische»