144 Demetrius
m Ungnade und starb, nach 283 v. Ehr., in der Verbannung in Obcragyptcn. D. war alsRedner ausgezeichnet, obwol er sich von der strengen Weise des Demosthenes entfernte, undgehörte zu den gelehrtesten Peripatelikcrn; Diogenes von Laerte führt gegen 50 Schriftenhistorischen, politischen, philosophischen, rhetorischen und grammatischen Inhalts auf, die ihnzum Verfasser hatten; die Schrift über den rednerischen Vortrag, die sich unter seinem Na-men auf unsere Zeit erhalten hat, gehört einem später« Zeitalter an; sie ist von Schneider(Altenb. 1779), von Göller (Lpz. 1837), am besten im neunten Theile der „Rbet»resgriieci" von Walz (Stutlg. 1836) hcrausgcgcbcn.
Demetrius ist der Name mehrer russ. Großfürsten. — D. I-, ein Sohn des Groß-fürsten Alexander Newski, lebte mit seinem Bruder Andreas nach des Vaters Tode infortwährendem Kriege und abwechselnd vom Glück begünstigt, bis er 1291 starb. — D. >l.ein Sohn des Großfürsten Michael, gelangte nach des Vaters Ermordung, durch die Unter-stützung der Tataren, 1320 in den Besitz des Fürstenthums Nowogrod, wurde aber durchGeorg III. entthront und sah sich genöthigt, zu den Tataren seine Zuflucht zu nehmen. Alser hier Georg III., der, nachdem er ebenfalls in Folge einer Revolution zu den Tataren ge-flüchtet war, ermordete, ward er 1325 hingcrichtet. — D. III., ein Sohn Konstantin's,1360 durch die Tataren als Großfürst von Moskau eingesetzt, wurde 1363 entthront undstarb 1383. — Ihm folgte D. IV., mit dem Beinamen Don sky, ein SohnJwan's, derschon als unmündiges Kind im Besitze des Großfürstcnthums Moskau gewesen, durch D.IU.aber verjagt worden war und erst nach dessen Entthronung im J. 1363 von neuem denThron bestiegen und sich mit Jenes Tochter vermählt hatte. Er verlegte seine Residenz vonKiew nach Moskau, erbaute den Kreml von Stein und war sehr glücklich im Kriege gegendie Fürsten von Twer, die Lithaucr, die Fürsten von Rjäsan und selbst gegen die Tataren.Wegen der siegreichen Schlacht gegen die letztem am Don erhielt er den Beinamen Donsky.Im erneuerten Kampfe aber gegen dieselben unterlag er; es wurde Moskau niedergcbrannt,und die Russen sahen sich genöthigt, unter die Zinspflichtigkeit der Tataren zurückzukch-rcn. Erstarb 1389. — D. V., ein Sohn Jwan's 11. des Schrecklichen, geb. 1582, warddurch Boris Fedorowitsch, Mitregentcn des Zar Fcdor Jwanowitsch, nach des Letzter» Todemit seiner Mutter Marta verwiesen und auf Befehl des Großfürsten von Moskau, BorisGodunow, wahrscheinlich 1591, ermordet. — Im I. 1603 trat der erste der sogenanntenfalschen Demetrier auf. Er gab sich für den Sohn Jwan's aus und behauptete denMördern entkommen zu sein; soll aber ein Mönch aus dem Kloster Tschudow, NamensGrischka Otrcpiew gewesen sein. Er entdeckte sich zuerst dem Fürsten Wisnicwski inLithaucn, bei dem er in Diensten stand, und dann dem Wojewoden von Sandomir, Mni-szek, durch den er dem poln. Könige Sigismund III. vorgcstcllt wurde. Die Polen erkanntenin ihm ein willkommenes Werkzeug, um Einfluß auf Rußland zu gewinnen; von ihnen un-terstützt, begann er gegen Boris den Krieg. Dieser starb, nachdem er wiederholt geschlagenworden war, sehr schnell, wie Einige meinen an Gift, und sein Sohn Feodor, der ihm folgte,gericth in Gefangenschaft. Hieraus zog D. 1605 in Moskau ein, bestieg den Thron undließ Feodor erdrosseln. Er regierte mit Kraft und Umsicht, doch brachte er das Volk gegensich auf, als seine Braut, die katholische Marina Mniszek, die Tochter des Wojewoden vonSandomir, mit 2000 Polen in Moskau erschien. Während der Hochzcitsfeier entstand einAufstand in Moskau; das Volk, von dem Fürsten Wasili Schuiski, dem D. großmülhigschon vorher verziehen hatte, als er eines Plans, ihn vom Thron zu stürzen, überführt wor-den war, geleitet, brach in dem Kreml. D. und viele Polen wurden ermordet, Marina, diemit Mühe dem Tode entging, ward ins Gefängniß geworfen. — Schon 1607, nachdem Wa-stli Schuiski den Thron bestiegen, trat derzweitefalscheD. auf. Er gab sich für einePerson mit dem ersten aus, behauptete, sich aus Moskau gerettet zu haben, war aber nacheiner Angabe ein Jude, nach einer andern der Sohn des Fürsten Andrei Kurbski. Er fandbesonders Anhang, als die herrschfüchtige Marina nach ihrer Befreiung ihn für ihren Ge-mahl anerkannte. Die Polen unterstützten ihn ebenfalls, verließen ihn aber nachher. Derpoln. Hetman Zolkjewski nahm nach Wasili's Sturze die russ. Hauptstadt für Sigis-mund's III. Sohn, Wladyslaw in Besitz, ohne sie lange behaupten zu können. D. hatte siebnach Kaluga geflüchtet und ward ermordet. — Ein dritter falscher D. war der angebliche