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4 (1845) D bis Entern
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Demidow Demrurg 145

Sohn des Otrepiew. Er fand Unterstützung bei Wladyslaw IV. von Polen, flüchtete, alsdieser gestorben, zuerst nach Schweden und dann nach Holstein, wo ihn der Herzog an denZar von Rußland auslieferte, der ihn erdrosseln ließ. — Ein vierter falscher D., der sich fürden Sohn Demetrius' V. ausgab, war der Diakon Sidore. Er bemächtigte sich der StadtPleskow, wurde aber seines Übermuths wegen von den Bewohnern vertrieben, von Kosackennach Moskau gebracht und dort 1613 hingerichtet.

Demidow, eins der größten Handelshäuser in Moskau, welches auf Industrie undGeldumlauf noch gegenwärtig den größten Einfluß übt, gelangte zu seinem Ansehen durchNikita D-, der unter Peter dem Großen in Sibirien die erste Eisenhütte anlegte, mit wel-cher 1702 der Kaiser ihn beschenkte. — Durch seinen Sohn Akimfi D-, der kaiserlicherStaatsrath war, wurde 1725 am Fuße des Magnetbcrgs in Sibirien das Eisenwerk Nisch-neitagilsk angelegt, das noch jetzt die bedeutendste unter den sibir. Hütten ist. — BasiliD,, seit 1741 Obersecretair des Senats und später Staatsrath, sowie Iwan D., seit 1764Contreadmiral, verbreiteten ihren wohlthätig«i Einfluß über alle Theile des Reichs. —Paul GregoriewitschD. legte zu Moskau bei seinemPalaste einen an exotischen Holz-arten reichen botanischen Garten an, sammelte ein herrliches Kunst- und Naturaliencabinetund begründete eine reich dotirte Handelsschule. — Nikolaji, Graf vonD., geb. 1774zu Petersburg, ein Sohn des am 31. Jan. 1826 verstorbenen Geh. Raths Peter Gre-goriewitsch vonD., trat früh in Militairdienste und zeichnete sich als Adjutant Potem-kin's im Türkenkriege aus. Später vermählte er sich mit einer Gräfin Stroganow, undnachdem er den Abschied als Oberst bekommen, ward er Geh. Rath und Kammerherr desKaisers. Als Freund der Naturkunde und der Künste, voll Eifer, die Bildung in seinemVaterlande immer mehr zu verbreiten, unternahm er zu seiner eigenen Belehrung eine Reisenach Deutschland, Italien, Frankreich und England und sendete mehre seiner Berg- undHüttenmänner nach Steiermark, um geübte Lehrer des Bergbaus heranzubilden. JedemRussen erlaubte er in seinen trefflich eingerichteten Werken und Fabriken zu lernen. Im I.1812 errichtete er auf seine Kosten ein ganzes Regiment und führte dasselbe so lange gegenden Feind, bis Rußland gänzlich befreit war. Er ist im Besitz einer reichen Gemäldegalerieund vieler andern Kunstschätze; sein ausgezeichnetes naturhistorisches Cabinet schenkte er derdurch den Brand verarmten Universität zu Moskau. Jm J. 1826 gab er zu Petersburgund Moskau einige kleine Schriften über Industrie, Capitalvermögen und Handel in franz.Sprache in Druck. — Sein Bruder, ber ruff. Kammerherr, Anatoli D., machte, um dasAndenken seines Vaters zu ehren, eine Schenkung von 5Ü«NN« Rubeln zur Gründung einerAnstalt in Petersburg, in welcher arme Leute die Mittel zu ihrem Unterhalte finden. Umdie russ. Literatur zu heben, wies er der Petersburger Akademie der Wissenschaften sehr Le-deutende Fonds zu, aus welchen diese seit 1831 alljährlich die Demidow'schen Preise von5666 Rubel Assignaten für die besten russ. Werke ertheilt. Einen Theil der großen Reisen,die er gemacht, beschrieb er in Verbindung mit Sainson und Duponceau in dem Werke„Vo^age äans I» kussie meriliionale et Is Oime pur Is Longrie, 1» Valaclne et la Vlol-üklvie" (Par. 1839). Im I. 1846 vermählte er sich in Florenz mit der Prinzessin Ma-thilde de Montfort, der Tochter des ehemaligen Königs von Westfalen, Hieronymus Napo-leon. Da er hierbei als ein Bekenner der griech. Kirche das Versprechen gegeben hatte, alleaus dieser Ehe entspringenden Kinder röm.-katholisch erziehen zu lassen, ein solches aber denruss. Gesetzen zuwiderläuft, so veranlaßte dies mehrfache Differenzen zwischen dem russ.Hofe und der röm. Curie; D. aber wurde aus dem russ. Staatsdienste entlassen und nachPetersburg zur Verantwortung gerufen. Hier gelang es ihm jedoch sehr bald wieder, dieGunst des Kaiser« zu gewinnen; er wurde seiner frühern Stellung im Staatsdienste zu-rückgegeben und erhielt demnächst die Erlaubnis, sich wieder nach Paris zu begeben.

Demilune oder HalbmVNdist in der Fortification der franz. Ausdruck für Ra vc-l in (s. d.), besonders wenn dieses vor der Courtine liegende Außenwerk mit kurzen, abgestutz-tm Flanken versehen ist, wie dies bei einigen Festungen nach Vauban's Manier vorkommt.

Demiura, d. i. Werkmeister, Bildner, bezeichnet in der Kosmologie der Gnosti-k er (s. d.) den Schöpfer der Sinnenwelt. Sie dachten ihn als den Vorsteher (Archon) derConv.-Lex. Neunte Au fl. IV. 10