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4 (1845) D bis Entern
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Demeter

Demeter (Ignaz Anton)

ten zwanzigfach überlegenen Heere besetzt war, nach Warschau vorzudringen. Er mußtedazu einen Umweg von 30V Stunden machen und zu den Quellen der Wilia und des Rie-men hinaufgehen. Am Ende des Juli 183 l erschien er plötzlich mit der kleinen Schar seinerTapsern vor Warschaus Thoren. Seine Ankunft glich einem Triumphe; er wurde mitvcm frohen Zurufe eines Volks empfangen, das dieses letzten Trostes in dem Augenblickebedurfte, wo sich Alles zu seinem Verderben verschworen zu haben schien. D. ward alsbaldzum Gouverneur der Stadt ernannt und erhielt darauf die Oberbefehlshaberwürde, die erjedoch nur wenige Tage behauptete. Sein Plan, den er am Tage nach der Nacht vom i ö.Aug. gefaßt haben soll, sich zum Diktator zu erheben und die gesammte öffentliche Gewaltin sich zu vereinigen, um alle Kräfte gegen den gemeinschaftlichen Feind zu richten und aufdiese Weise vielleicht noch einmal die Unabhängigkeit ,eines Vaterlandes zu retten, wurdevereitelt, und D. zerfiel wegen der Heftigkeit seines Charakters noch vor dem Falle War-schaus mit vielen seiner Landsleute. Mit Rybinski's Corps ging er hierauf nach Preuße»und von hier nach Frankreich. Um sich als Soldat einen neuen Wirkungskreis zu verschaf-fen, trat er 1833 in die Dienste des Pascha von Ägypten, der ihn nach Syrien sendete, ui»die Reorganisation der ägypt. Armee zu betreiben; doch kehrte er bald wieder nach Pariszurück. Nachdem vorher ein Bruchstück seiner Denkwürdigkeiten nach mündlichen Dictatcrvon Spazier unter dem Titel „Mein Feldzug nach und in Lithauen und mein Rückzug vonKurszany nach Warschau" (Lpz. 1832) herausgegebcn worden war, erschienen seine milvieler Schärfe geschriebenen ,Memoires" (Par. 1833), die er jedoch, um seinen Landsleuteneinen Beweis seiner Versöhnlichkeit zu geben, später zu unterdrücken sich bemühte.

Demeter ist der griech. Name der Ceres (s. d.).

Demeter (Ignaz Anton), Erzbischof von Freiburg, geb. am 1. Aug. 1773 zu Augs-burg, wo sein Vater Bürger und Bäcker war, studirte zu Dillingen unter dem würdigenIgnaz Mich. Sailer die Theologie und erhielt 1786 die priesterliche Weihe. Von dem Gra-fen Schenk zu Stauffenberg im I. 1801 auf die Pfarrei Lautlingen in Würtemberg beru-fen, widmete er sich, angeregt durch den als verdienten und fruchtbaren Kindcrschriststellerbekannten und ihm befreundeten Christoph Schmid (s. d.), mit vielem Eifer dem Erzie-hungsfache. Er errichtete in seiner Pfarre eine Privatbildungsanstalt für Schullehrer undschrieb mehre für die damalige Zeit nicht unverdienstlichc pädagogische Schriften, wodurcher die Aufmerksamkeit des Kirchenraths Werkmeister in Stuttgart und des Gencralvicarsvon Wesscnberg in Konstanz auf sich zog. Diese beiden edlen Kämpfer für Licht und christ-liche Wahrheit in der katholischen Kirche empfahlen D., der indessen bereits zum Oberschul-commissar ernannt worden war, der bad. Regierung, als diese im J. 1808 einen tüchtigenVorstand für das mit dem Lyceum von Baden nach Rastatt verlegte Schullchrcrscminarsuchte. D. wurde im Jan. 1809 Direktor des letztem Instituts und zugleich Professor derPädagogik am Lyceum und Rector der Stadtpfarrei. In diesem vielseitigen Wirkungskreiseerwarb er sich große Verdienste und allgemeine Achtung. Im I. 1818 zog er sich jedoch aufdie reiche Pfarrei Sasbach bei Achern zurück, die er auch nicht aufgab, als er, wiewol nurauf kurze Zeit, als Ministerialrath und Mitglied der katholischen Kirchensection nach Karls-ruhe berufen wurde. Im I. 18Z3 durch den Erzbischof Bernard Voll zum Domkapitularan der Mctropolitankirche zu Freiburg ernannt, wurde er nach dessen Tode, wiewol er der.jüngste Capitular, der gelehrte Hug sein Mitbewerber war und die allgemeine Stimme denFreihcrrn von Wesscnberg federte, unter mancherlei begünstigenden Umständen am 1 l.Mai1836 zum Erzbischof erwählt, und nachdem die Wahl die päpstliche Bestätigung erhalten,am 29. Jan. 1837 in der Metropolitankirche zu Freiburg feierlich consecrirt. Er starb am21. März 1842. D. gehörte der gemäßigten Episkopalpartei in der katholischen Kirche an;seine früher« freisinnigen Ansichten hatte er freilich in späterer Zeit, wie so viele Andere,aufgegeben; aber der gegen ihn erhobene Vo.wurf ultramontaner Bestrebungen war zuhart, obschon auch er im Oct. 1838 erklärte, in Bezug auf die gemischten Ehen dem päpst-lichen Breve, gleich den preuß. Bischöfen, sich anschließen zu müssen. Von D.'s Schriften,meist erbaulichen und pädagogischen Inhalts, sind zu nennen „Grundsätze sstr die Bildungder Schullehrer" (3. Aust., Strasb. >821), „Vollständiges Handbuch zur Bildung angc-