Druckschrift 
4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
141
Einzelbild herunterladen
 

Dcmarara Dcmbinski 141

gewöhnlich natürliche Gegenstände des Terrains zu ihrer Grundlage und wird durch Flüsse,Wege, Wälder u. dgl. bestimmt. Nach dem Frieden zu Basel wurde am 17. Mai 1795durch Vertrag eine solche Linie zwischen der franz. und preuß.-sächs.-hess. Armee gezogenund durch dieselbe der Kriegsschauplatz vom nördlichen Deutschland entfernt gehalten; eineandere ward im pläßwitzcr Waffenstillstände am 4. Juni > 8 > 3 zwilchen der franz. undpreuß.-ruff. Armee in Schlesien festgesetzt, welche die streitenden Heere bis zu Ende desWaffenstillstands am 17. Aug. trennte. Als im I 5. Jahrh. die Portugiesen und Spanierum die Herrschaft der Meere und die neuentdeckten Länder stritten, zog der Papst Alexan-der VI. (s.d.) gleichfalls eine Demarcationslinie durchs Weltmeer, welche die Herrschaftbeider Völker in bestimmte Grenzen weisen sollte.

Dcmarara, früher eine holländ., seit 1803 eine brit. Niederlassung in Südamerika,bildet mit Essequibo und Berbice das jetzige brit. Guiana (s. d.).

Dembinski(Henryk), poln.General, geb. 1791, ein Sohn Ignaz D.'s, der alsLandbotc dem Reichstage 1788—91 beiwohnte, wurde nach dem Tode des Vaters, der inseinem letzten Willen seinen Söhnen die Pflicht auferlcgte, jederzeit aus allen Kräften dieConstitution vom 3. Mai 1791 zu unterstützen und ihre Arme der Vertheidigung des Va-terlands zu widmen, durch seine Mutter, eine Tochter des sächs. Obersthofmeisters, GrafenMoszynski, trefflich gebildet. D. zeichnete sich früh durch Gewandtheit in körperlichen Übun-gen sowol als in seinen Studien aus. Nebst zweien seiner Brüder kam er 1807 in die Jn-genicurakademic zu Wien. Als 1809 die östr.Negierung den poln. Zöglingen Osfizierstcllenbeim Heere anbot, schlug D. solches aus und begab sich nach Polen, um seinem VaterlandeBeistand zu leisten. Als gemeiner Soldat trat er in das fünfte reitende Jägerregiment, in-dem er den Offizicrgrad, den man ihm anbot, nur auf dem Schlachtfelde verdienen wollte.Er war Lieutenant, als der Feldzug gegen Rußland eröffnet wurde. In der Schlacht beiSmolensk zeichnete er sich so aus, daß Napoleon selbst ihn zum Hauptmann ernannte. Zweistincr Brüder fielen in jenem Feldzuge, aber dieser Verlust feuerte ihn desto mehr an, derErmahnung seines Vaters nachzukommen. Unter den Befehlen des Generals Sokolnickilernte er eine schwache Heeresabtheilung mit Vortheil gegen überlegene Streitkräfte gebrau-chen, und die wichtige Kunst, das Terrain zu benutzen. Während des Feldzugs in Deutsch-land, wo er noch einen Bruder verlor, ward er dem General Wielohorski beigcgeben, der zujener Zeit bis zu Napalcon's Abdankung die Geschäfte als Kricgsministcr des HerzogthumsWarschau zu Paris besorgte. Darauf nahm er seinen Abschied und kehrte in sein Vaterlandzurück. Bald nachher verheirathete er sich, verlebte fünf Jahre in gänzlicher Zurückgezogen-heit auf einem kleinen Landgute und gelangte durch »»ermüdete Anstrengungen aus einerfast dürftigen Lage zum Besitze eines sehr bedeutenden Vermögens. Als die Revolution im1.1830 in Polen ausbrach, eilte er, seinem Vaterlande beizustehen. Er wurde Major einesRegiments, das sich in der Woiwodschaft Krakau bildete; bald nachher aber erhielt er denOberbefehl über die mobile Nationalgarde dieses Gebiets und widmete sich der Ausbildungderselben mit so großer Thätigkeit, daß dieses Corps sich bald vor allen andern auszeichnete.Nachdem er mit demselben an dem Tage der Schlacht bei Grochow in Warschau angelangt,übergab ihm bald nachher der Obcrfeldherr Skrzynecki den Befehl über eine Cavaleriebrigade,mit welcher D. in dem Gefechte bei Kuflew dem Heere des Feldmarscyalls Dicbitsch sichcntgcgenstellte und an der Spitze von ungefähr 4000 M. einen ganzen Tag lang eine Machtvon 90000 M. aufhielt. Diese glänzende Waffenthat verschaffte ihm die Würde eines Bri-gadegcncrals. Als Skrzynecki gegen die ruff. Garden vorrückte, erhielt D. den Befehl, dieBrücke bei Ostrolenka anzugreifen, die von den Russen besetzt war und die man bis dahinfür eine unbezwingliche Stellung gehalten hatte. Er begann den Angriff in der Nacht ander Spitze neuausgehobener Truppen, und nach einem vierzchnstündigen hartnäckigen KampfeVertrieb er die Feinde. Darauf kam er mit seinem Corps zu der Hceresabthcilung des Ge-nerals Gielgud. Nach der Schlacht bei Ostrolenka, an welcher er nicht Theil nehmen konnte,mußte er fortan das Schicksal der Division Gielgud theilen. Als die zu dieser Heeresabthei-lung gehörenden Generale sich entschlossen, auf das prcuß. Gebiet überzugehen, wollte D.lieber ehrenvoll fallen als ohne Schwertstreich die Vertheidigung seines Vaterlandes auf-geben und faßte den kühnen Plan, mitten durch ein Land, das von einem seinen Streitkräf-