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ftrtcn. Zn frühester Zeit waren die dunkeln zweideutigen Sprüche in Verse cingekleidet, alsaber in spätem Zeiten das Ansehen der Orakel sank, wurden sie in Prosa ertheilt. Langestand das Orakel in dem Rufe der Unfehlbarkeit; denn die Dorer, die ersten Bewohner desOrts, die sich bald in allen Theilen Griechenlands ansiedeltcn, verbreiteten auch in ihrenneuen Wohnsitzen die unbegrenzte Ehrfurcht für dasselbe. Anfangs war für das Orakelspre-chen nur ein Monat im Jahre, dann in jedem Monat ein Tag bestimmt. Keiner aber, werden Gott um Rath fragte, durfte ohne Geschenke erscheinen. Daher besaß der prächtige Tem-pel ungeheure Schätze, und die Stadt war mit zahlreichen Statuen und andern Kunstwer-ken, welche die Dankbarkeit dargcbracht hatte, geschmückt. D. war zugleich der Ort, an wel-chem die Reichen ihr Vermögen unter dem Schutze Apollon's niederlegten. Vgl. Hüllmann,„Würdigung des delphischen Orakels" (Bonn 1837) und Götte, „Das delphische Orakel inseinem politischen, religiösen und sittlichen Einflüsse auf die alte Welt" (Lpz. 1839). DieAlten hielten D. für den Mittelpunkt der Erde, und man erzählte, Jupiter habe, um dieMitte der Erde zu messen, zwei Adler, den einen von Abend, den andern von Morgen herabgeschickt, welche hier zusammengekommen wären. Auch war in D. das Grab des Neopto-lemus oder Pyrrhus, des Sohns des Achilles, der hier von Orestes getödtct wurde. Nichtweit von dem Grabe war die berühmte, von Polygnotus mit der Geschichte des trojanischenKriegs ausgemalte Lesche (ein Ort zum geselligen Verkehr). In der Ebene zwischen D. undKirrha wurden im Monat Targelion die PythischenSpiele (s. d.) gefeiert. Diese so-wie das Amphiktyonengericht, welches früher in D. seinen Sitz hatte, begründeten vorzüglichden dauernden Glanz D.s im Alterthume. .
Delphin. Die Delphine bilden eine sehr artenreiche Gruppe der Cetaccen oder fisch-artigen Säugthiere, haben einen cylindrischen, oft sehr großen Körper und schnabelförmige,mit spitzen Zähnen besetzte Kinnladen. Sie sind in allen Meeren verbreitete, gefräßige, denMenschen indeß ungefährliche Naubthiere, kommen meist gesellig vor und schwimmen mitgroßer Schnelligkeit und Ausdauer. Ihr Fleisch ist schlecht und wird nur von rohern. Völ-kern oder armen Strandbcwohnern genossen; Thran enthalten sie in ziemlicher Menge,doch findet eine regelmäßige Jagd auf sie nicht statt. Am bekanntesten sind der gemeineDelphin (Tummler) und das sogenannte Meerschwein, ein Delphin von 4—5 F. Länge,der hcerdenweise in der Nordsee lebt. Die griech. und röm. Schriftsteller erwähnen oft derDelphine, die in fabelhafter Gestalt abgebildet wurden, während man ihre Naturgeschichtemit Märchen ausstattete. — Apollon verwandelte sich, nach dem Mythus, in einen Dra-chen, als er Delphi gründen wollte, und den Sänger Arion (s. d.) trug ein Delphin nachTänarus; Delphine waren auch die Boten und Diener des Neptun. — Das Sternbilddieses Namens von zehn Sternen in der Nähe des Adlers ist nach der Sage der Delphin,welcher die Amphitrite (f. d.), die dem Neptun entfloh, auskundschaftcte und von diesemzur Belohnung unter die Sterne versetzt wurde.
Delta wird im engern Sinne der von den Mündungsarmen des Nil eingeschlosseneTheil Ägyptens, im weitern Sinne aber ganz Unterägyptcn genannt. Der Name ward demerstem von den Griechen wegen feiner dreieckigen, einem griech. gleichenden Gestalt beige-legt ; in ncuercrZeit wird er häufig auch aufandere ähnliche geographische Formationen bildendeFlußmündungen übertragen, wie man z. B. vom Rhone-, Po-, Donau-, Wolga-, Ganges-,Nigcrdelta u. s. w. spricht. — Negatisches Delta nennt man in neuerer Zeit die tiefe,meerbuscnähnliche Mündung eines Flusses, z. B. des Tajo, der Gironde, Seine u. s. w.
Deluc (Jean Andre), einer der scharfsinnigsten Geologen und Meteorologen, geb. 1727zu Genf, stand bei den unruhigen Bewegungen in seiner Vaterstadt seit > 7 66 auf Seiten desVolks den Anhängern des Raths gegenüber und wurde, da man ihn seiner Einsicht und Ge-wandtheit wegen sehr hoch achtete, 1768 nach Paris gesendet und 1770 zum Mitglied desGroßen Raths ernannt. Um seine Studien fortzusetzen, verließ er bald darauf Genf undging nach London, wo er >773 Vorleser der Königin von England wurde. Seit 1798 Pro-fessor der Philosophie zu Göttingen, lebte er, ohne dahin zu kommen, bis 1806 in Berlin,Hannover und Braunschweig, worauf er nach England zurückkchrtc. Hier starb er zu Wind-sor am 8. Nov. >817. D.churchreiste zu verschiedenen Malen die Schweiz, das Harzgebirgeund die Nheingcgcnden. Bedeutende Verdienste erwarb er sich durch die Verbesserung des