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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
137
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Delorme (Philibert) Delpech 137

nach Andern gar erst 1711 gestorben sei. Victor Hugo hat sie zum Gegenstände eines histo-rischen Dramas gemacht.

Delorme (Philibert), einer der ersten franz. Architekten aus der Periode der söge-nannten Renaissance, d. h. aus derjenigen Zeit, in welcher man durch die Wiederaufnahmeantiker Bauformen eine Wiedergeburt der Kunst zu feiern meinte, wurde gegen den Anfangdes 16. Zahrh. geboren. Er begab sich früh nach Italien; die Studien, die er dort nach denWerken der modernen ital. Architekten und nach der Antike gemacht hatte, suchte er nach-mals in der Heimat zur Anwendung zu bringen. Er war für König Heinrich U. und nochmehr, nach dessen Tode, für Katharina von Medici thätig; doch hat sich von seinen Arbei-ten nicht Vieles erhalten; die wichtigste ist die Anlage des Palastes der Tuilerien, den ermit einer reichen, doch schon dem Barocken sich zuneigendcn Decoration versah, der aber inspäterer Zeit sehr bedeutend verändert worden ist. D. starb > 57 v oder 1577. Er hinterließmehre Schriften über die Architektur, von denen besonders die „Nouvelles inventions p»»rKien katir et Ä petits frais" (Par. 1561) berühmt sind. Dieses Werk enthält nämlich dieErfindung des sogenannten Bohlendaches, die von D. hcrrührt und zu ihrer Zeit sehr großesAufsehen machte.— Pierre Claude Frans. D., geb. 1783, einer der namhaftestenMaler der neuern classisch-franz. Malerschule, welche erst in jüngster Zeit durch die romantischeSchule verdrängt wurde, war ein Schüler Girodet's und zeichnete sich durch edle, geschmack-volle Zeichnung und ein angenehmes Colorit aus. Die Gegenstände seiner Darstellung ge-hören größerntheils dem Kreise der antiken Mythe an. Einige der bedeutendsten findetman in der Galerie des Luxembourg.

Delos, jetzt Dili, von den Alten auch Kynthia, Asteria und Ortygia ge-nannt, eine der Cykladischcn Inseln imÄgeischcn Meere, von 1'/- lüM. Flächcnraum, ge-genwärtig wegen ihres ungesunden Klimas unbewohnt, war einer uralten Sage nach durchden Schlag des Dreizacks des Neptun aus dem Meere cmporgestiegen und schwamm unstätauf demselben umher, bis Jupiter sie mit diamantnen Ketten an den Meersgrund fesselte.Hier fand die flüchtige Lato na (s. d.) eine sichere Ruhestätte für ihre Entbindung; siege-bar auf einem wüsten Felsen unter einem schattigen Baume die Götterkinder Apollon undDiana, die daher D e l i o s und D e l i a genannt werden, und gelobte zugleich, daß ein Tem-pel hier errichtet werden solle, zu welchem alle Völker die kostbarsten Geschenke bringen wür-den. Von jetzt an galt D. als ein geweihter und heiliger Ort, sodaß man nicht einmal dieTobten hier bestattete, sondern auf die benachbarte Insel Rhema brachte. Die Städte wa-ren offen, nicht mit Mauern umgeben; ihre unermeßlichen Schätze wurden nur durch dieHeiligkeit des Orts geschützt, und selbst die Perser ließen sie unangetastet. In früherer Zeithatte die Insel eigene Könige, die zugleich das Pricsteramt verwalteten; nachher trat sie, wiedie übrigen Inseln, in ein Abhängigkcitsvcrhältniß zu Athen. Durch ausgebrciteten Han-del hatte sich hier ein Wohlstand gebildet, der sich selbst noch zu den Zeiten des gesunkenenGriechenlands erhielt, da nach der Zerstörung Korinths die reichen korinthischen Kauflcutehierher sich flüchteten und dem Handel neuen Aufschwung gaben. Später erneuerten zwardie Römer den Athenern diesen Besitz; allein Stadt und Tempel fanden einen schimpflichenUntergang durch Mcnophanes, den Fcldhcrrn des Königs Mithridatcs von Pontus, dernach allgemeiner Plünderung die Stadt völlig zerstörte und Weiber und Kinder als Skla-ven nach Pontus führte. Außer geschätzten Erzarbeitcn verdienen der Tempel und das Ora-kel des Apollon, als die größten Merkwürdigkeiten, der Erwähnung. Der Tempel, von Eri-^chthon, dem Sohn des Cekrops, gegründet und im Verlaufe der Zeit außerordentlich vcr-jchöncrt, war aus parischcm Marmor erbaut und enthielt außer der Bildsäule des Gotteseinen merkwürdigen Altar, der dem Delischen Problem (s. d.) den Namen gegeAiiHaber- soll. Die Orakel, welche Apollon hier während des Sommers erlheilte (denn im Win-ter geschah dies zu Patara in Lycien), hielt man für die deutlichsten und zuverlässigstenvon allen. Auch feierten auf D. die Hellenen alle fünf Jahre das Delischc Fest, wobeigymnischc und musische Spiele stattfandcn, und die Athener jährlich die schöne, von Thejeusgestiftete Wallfahrt, Theorie genannt, mit Chören und Tänzen. Vgl. Schwenk, „v.llinca"(Bd. 1; Franks. 1825).

Delpech (Jacg. Mathicu), ein berühmter franz. Chirurg und Operateur, geb. am