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4 (1845) D bis Entern
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Delolme

Delorme (Marion)

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Delme und dcr Horst das Schloß Delmenhorst. Nach seinem Tode erbte sein Neffe Otto UI.Schloß und Herrschaft D., die somit an Oldenburg kam, und erhob den um das Schloß ge-bildeten Ort zu einer Stadt. Bei der Theilung Oldenburgs im 14. Jahrh. unter Johann XI.und Christian IV. kam die Grafschaft an den lehtcrn, nachher pfandweise an Bremen, spä-ter an Oldenburg zurück, im 15. Jahrh. aber durch gewaltsame Wegnahme an das BisthumMünster. Erst Graf Anton I. von Oldenburg eroberte 1547 D. wieder, weshalb Münstermit Oldenburg einen langwierigen Proceß führte, der noch sortwährte, als die Grafen vonOldenburg 1667 ausstarbcn und ihr Land nebst D. durch Erbschaft an Holstein überging,welches es denn auch nach entschiedenem Processe behielt und mit Dänemark vereinigte. Im1.1772 vertauschte lehteres die Grafschaft an die Holstein-Eottorpische Linie Oldenburgs,und so kam dieselbe wieder zu Oldenburg.

Delolme (Jean Louis), bekannt als Staatsrechtslehrer, geb.'zu Genf 1740, warAdvocat in seiner Vaterstadt, als die innern Unruhen derselben, an welchen er durch eineSchrift „bixnmen ckvs trois points lle ckroit" Thcil nahm, ihn veranlaßten, sich nach Eng-land zu begeben, wo er einige Jahre, ungeachtet seiner schriftstellerischen Thätigkeit, in großerDürftigkeit zubrachte. Sein Stolz gefiel sich in dieser niedrigen Unabhängigkeit und ver-schmähte jede Unterstützung, die er zuletzt nur von der Gesellschaft zur Unterstützung armerGelehrten annahm, um, etwa gegen das I. 1775, in sein Vaterland zurückkehren zu können.Er starb am 16. Juli I8V6 in einem Dorfe in der Schweiz. Als er nach England kam,hatte die aristokratische Anarchie in Schweden und Polen ihren Culminationspunkt erreicht,und in England fürchtete man, auf dem Wege zu einem ähnlichen Ziele zu sein. Dies gabihm Veranlassung, in seinem berühmten Buche „Konstitution <Io I'^ngleterre, ou etut «legonvernement snglais compare avec In forme repudlicsine et avec les untres monsrcbie«<Ie I'Liirope" (Amst. 1771; zuletzt sehr vermehrt, 2 Bde., 1822), welches er selbst ins Eng-lische (Lond. 1772; 4. Ausl., mit Anmerkungen von Chootc, 1784) und ins Deutsche(1776 ; auch Altona 1819) übersetzte, und in der „UsrsIIel detvveen tlle englislr govern-ment nncl tlre ü-rmer Government ok Lwecien" (Lond. 1772) die Vorzüglichkeit und Kraftdcr engl. Staatsverfassung auseinander zu setzen. Es ist das erstcre Werk kein schulgercchtesStaatsrecht Englands, doch enthält cs sehr scharfsinnige Betrachtungen über die engl. Ver-fassung, über die Kraft, welche aus einer glücklichen Verbindung dcr Monarchie mit große»Freiheiten des Volks entspringt, und besonders über den Werth einer unabhängigen Gerichts-verfassung und eines durch Strafgesetze geregelten, durch keine Censur gehemmten Gcdanken-verkchrs. Außerdem verdienen seine „tiistor^ ok tbs llagsllsnts or Memorials ok luuminSuperstition" (Lond. 1782, 4.) und „küss»)', contmning strictures on tke Union of8cot-I«N(> will, lünglsntl" (Lond. 1796, 4.) Erwähnung.

Delorme (Marion), die man mit der Phryne verglichen hat, wie man ihre Freundin,die Ninon de l'Enclos, mit der Aspasia verglich, war um 1612 in einem Dorfe beiChalons-sur-Marne geboren und kam sehr jung nach Paris, wo sie, mit einem bedeutenden Erbtheilcund großer Schönheit ausgestattet, sich würde haben vcrheirathcn können, wenn sie cs nichlvorgczogen, ein abenteuerliches und wildes Leben zu führen. Ihr erster Liebhaber war derdurch seine Zweiselsucht bekannte Dichter Desbarrcaux; demselben folgte eine große MengeAnderer, darunter dcr Herzog von Buckingham, der Großstallmcister Cinq-Mars, der Uii-terintcndant der Finanzen, d'Eme'ry, nach dem sie sich ,Ma<I. Iu Surioteocksote" nannte,der Präsident Chevry, der Chevalier de Grammont, dcr Herzog von Brissac, die Mar-schälle d'Albrct, de Lamcilleraye und de Lafertc-Sennetcrre. Der junge Cinq-Mars liebte sieernstlich und wollte sie heirathen, sodaß sich dessen Mutter bei Richclieu die Verhaftung ihresSohns ausbat, die der Minister um so lieber vollzog, weil er selbst ein Verehrer der Marionwar. Bei den ersten Unruhen der Fronde war das Haus derselben der Sammelplatz derHäupter dieser Partei, und Mazarin beschloß, sie nach dcr Verhaftung dcr Prinzen ebenfallsfcstnchmen zu lassen; allein ihr plötzlicher Tod, den sic sich im Alter von 39 Jahren selbst zu-zog, verhinderte dies. An diese historischen Thatsachcn knüpft sich die Sage, daß die Mariondas Gerücht ihres Todes verbreitet, um aus dem Gefängnisse nach England zu entkommen;daß sie erst 1682 nach Paris zurückgekchrt, unterdessen nacheinander drei Männer, einenLord, einen Näubcrhauptmann und einen Finanzprocurator, gchcirathct und endlich 1766 ,