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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
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Delmenhorst 135

von Lltern und neuern Reisenden angegebenen Ortsrntfcrnungen und den vorhandenen Rei-ftbeschreibungen sorgfältig verglich. Die Anzahl seiner Karten zur Geographie der alten undneuen Welt beläuft sich auf 134; unter ihnen zeigt besonders die letzte Ausgabe seiner Welt-karte von 1724 die Fortschritte, welche die Geographie bis dahin gemacht hatte. D. war derLehrer Ludwig's XV. in der Geographie und erhielt dafür den früher nicht üblichen Titeleines königlichen Geographen. Er starb am 5.>Jan. 1726. Am geschätztesten ist die Ausgabeseines „Vtlss geogrspliigue", welche Phil. Buache (1789) besorgte. — Ein zweiter Sohndes Vorigen, Jos. Nicolas D., geb. zu Paris am 4.Apr. 1688, widmete sich von früherJugend an der Astronomie und hatte Lieutaud und Cassini zu Lehrern. Im I. >726 beriefdie Kaiserin Katharina I. ihn nach Petersburg, um durch ihn eine Schule für Astronomieanlcgcn zu lassen, die dann auch durch seine Bemühungen bald berühmt wurde. Aus ver-schiedenen Reisen sammelte er in Rußland viele schätzbare Nachrichten für Naturkunde undGeographie. Nach seiner Rückkehr ins Vaterland >747 kaufte ihm der König seine reich-haltigen Sammlungen für Astronomie und Geographie ab und bestellte ihn zum Aufseherderselben. Insbesondere beschäftigte sich D. mit der Construction, durch welche man dieSonnenfinsternisse darzustcllen pflegt, und mit der verwandten Lehre von den Parallaxe».Auch stellte er vielfache Untersuchungen über die lichten Farbenstrcifcn an, die häufig denSchatten der Körper begrenzen (s. J n flcxion), aber ohne viel Erhebliches zu finden. Dasvon ihm vorgeschlagcne Thermometer, dessen Theorie er 1733 der Akademie zu Petersburgvorlegte, hat unverdient eine gewisse Berühmtheit erlangt, wicwol das Princip desselben imGrunde ganz verkehrt war. Nach demselben sollte der Nullpunkt bei der Wärme des sieden-den Wassers liegen und die Wärmegrade sollten mit abnehmender Wärme wachsen, also übervcr Siedehitze desWassers negativ sein; die Zchntausendtel der Zusammenziehung des Queck-silbers sollten die einzelnen Wärmegrade angcbcn; beim Gefrierpunkt des Wassers sollte156" stehen. In Gebrauch ist dieses Thermometer übrigens nie gekommen. Sonderbar be-nahm sich D. bei der Wiedererscheinung des Halley'schen Kometen im 1.1758. Er ließ ihndurch seinen Gehülfen Messier ein ganzes Jahr hindurch suchen, ohne sich selbst um ihn zubemühen, und als Messier ihn am 21. Jan. 1759 gefunden, mußte er seine Entdeckung aufD.'s Befehl bis zum April geheim halten und durfte sie erst veröffentlichen, als es in Frank-reich bekannt wurde, daß der sächs. Landmann, Palitsch, den Kometen schon am 26. Dcc.1758 mit bloßen Augen gesehen habe, und daß er seitdem in ganz Deutschland beobachtetwerde. In seinen letzten Jahren lebte D. ganz der Frömmigkeit, besuchte täglich mehre Kir-chen, ging alle Sonntage zur Beichte und starb am 11. Scpt. 1768, ganz vergessen und soarm, daß man ihm nicht einmal ein anständiges Begräbniß hätte geben können, wenn nichtMessier und Buache die Kosten desselben bestritten hätten. Nächst Messier sind unter seinenSchülern besonders Delambrc und Lalande zu erwähnen. Sein wichtigstes geographischesWerk, das „51emoir« sur les nouvelles decouvertes SU IXortl ds Is mvr du 8ud" (Par.1752; 2. Ausl., 1753), enthält das Ergebniß der Bemühungen der Russen zur Entdeckungeines Weges aus dem Südmeer in die Gewässer im Norden von Amerika. Seine „lUeuiui-res z,»»r servir s I'ilistoire et au prs^res de I'sstronvinis, tle la geograzibie et de la8!<zue" (Petersb. >738, 4.) blieben unvollendet; sein „Xvertisseiuent sux sstrouomss surI'eclchse annulsir« du solei! <;ue I'oo sttend le 25 juiu" (Par. 1 748) ist eine vollständigeÜbersicht aller ringförmigen Sonnenfinsternisse. — Zwei andere Brüder, Simon ClaudeD., geb. 1675, gest. 1768, und Louis D., bekannter unter dem Namen Delisle deLacroyere, der als Astronom seinem Bruder Jos. Nicol, nach Petersburg folgte, gest.auf der amerik. Insel Avatscha am 22. Oct. >741, machten sich ebenfalls bekannt, jenerals Historiker, dieser durch seine Reisen nach Sibcrien und Kamtschatka, sowie als BegleiterBering's im 1.1741.

Delmenhorst, eine Stadt im Großhcrzogthum Oldenburg, an der Delme, mitI766 E., welche sich neben einigen Gewerben meist von Landwirthschaft nähren und sehrbesuchte Pfcrdemärkte Hallen, bildete nebst der Umgegend im Mittelalter eine Grafschaft.Als sich nämlich Otto ll., der jüngere Brudc-r des Grafen Christian's III. von Oldenburg,mit seinen Verwandten entzweit, Oldenburg verlassen hatte, kaufte er von einem Vasallendes Erzbic-thnms Bremen ansehnliche Güter an der Delme und erbaute >247 zwischen der