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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
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132 Delhi

einen Kanal Delfts hauen verbunden, ein Marktflecken an der Maas, mit 3000welche ansehnlichen Herings- und Stockfischfang betreiben.

Delhi, nach ihrem Erbauer, dem Schah Dschchan, auch Schah-Dschehanabadgenannt, in Hindostan in der zur Präsidentschaft Kalkutta gehörigen Provinz gleiches Na-mens (>670 UlM. mit8Mill. E.), einst dicHauptstadt des großen mongol. Reichs in Indien,noch jetzt der Sitz der alten Hcrrscherfamilie, wie auch eines brit. Residenten, liegt auf einerfelsige» Hügelkette und an der Dschumna, über welche hier eine steinerne Brücke führt. Siehat, inbegriffen die vielen Ruinen, einen Umfang von sieben Meilen und theilt sich in dieHindu- und in die Mongolenstadt. Die Straßen sind meist krumm, winkelig und sehr eng.Unter der großen Anzahl von Moscheen mit hohen Minarets und vergoldeten Kuppeln ragtdie Dschumna-Moschee über alle hervor, dcrschönstcmohammed. Tempel in Ostindien, durch-gehend aus rothem Granit erbaut und mit weißem Marmor ausgelcgt. Dauri-Serai, derKaiserpalast, an der Dschumna, ist ein Gebäude von ungeheuerm Umfange, welches großeGärten, Moscheen und Bäder umschließt und von den auf viele Tausende sich belaufendenNachkommen des Großmoguls bewohnt wird. Die Citadelle und viele ehedem weltberühmtePaläste von NabobS und Khans, welche hier residirten, sind zerfallen. Die Einwohnerzahlwird noch immer auf 200000 geschätzt. Wäs glaubwürdige Schriftsteller von der ehemaligenPracht und den NeichthümernD.'s berichten, grenzt an das Fabelhafte. In neucsterZeit hatein lebhafter Handel mit Kaschmir, Kandahar, Kabul, Bengalen und andern Ländern denWohlstand und die Blüte der Stadt wieder einigermaßen gehoben. D. soll nach den indischenSagen von dem Radscha «Dehlitz gegründet worden sein; in dem „Mahabharata" wird esZndraprostha, die Residenz der Pandus oder Sonnenkinder genannt, deren Reich als dasHauptreich Indiens geschildert wird. Die Straßen waren mit Gold gepflastert, wie die Sageerzählt, mit den köstlichsten Essenzen benetzt, die Bazars voll Kostbarkeiten und der Palast derPandus strahlte von Diamanten und andern Edelsteinen. Die Pandus aber und ihre Herr-lichkeit erloschen und mit ihnen die Größe und der Glanz des alten D., auf dessen Ruinenspäter das heutige D. entstand, das zur Residenz erhoben wurde. Lange Zeit beherrschtenindische Könige dasselbe und galten als Schußherrcn des hochheiligen Wallfahrtsorts Jahne-sur. JmJ. 1011 wurde D. vom Sultan Mahmud von Ghisni erstürmt und geplündertund das Land eine Provinz des Easnaüidenreichs unter eigenen Nadschas, die sich allmäligvon demselben losrissen. Daher drang 1191 der ghuridische Sultan Mohammed abermalsnach D. vor, besiegte nach hartnäckigem Kampfe den Fürsten von D. und eroberte die Haupt-stadt, über welche er einen ihm zinsbaren Radscha setzte. Aber bald nachdem er Indienwieder verlassen, stürzte der ghuridische Gouverneur Kulbud Eddin Aibek den eingesetztenFürsten, mewhte D. zum Mittelpunkt eines noch mächtiger« Reichs und wurde Gründer derersten afghanischen Dynastie, deren Herrscher alles Land vom Pcndschab bis Bengalen sichunterwarfen und deren Hof der glänzendste und prächtigste in Asien wurde. Nachdem dieseDynastie mit Kei Kobad 1288 untergegangen, kam die zweite afghanische Dynastie, dieGhuriden, in den Besitz des Reichs. Allah Eddin, 1295—I3IK, vertheidigtc dasselbe sieg-reich gegen die wiederholten Angriffe der Mongolen. Bald nach dessen Tode gelangte diedritte afghanische Dynastie unter Toghluk auf den Thron von D., welcher aber durch den meistmit Blutvergießen begleiteten Sturz der einzelnen Herrscher oft erschüttert wurde. Als end-lich völlige Anarchie eintrat, zog Timur 1398 vor D., besiegte die Mohammedaner, erobertedie Stadt, plünderte sie und machte sich zum Kaiser. Nach Timur's Tode entstanden neueZerrüttungen und blutige Kriege um Stadt und Reich, bis 1450 die Dynastie Lody denThron bestieg. Allein schon 1526 wurde dieselbe durch Timur's Enkel, Sultan Babur, nachder Schlacht bei Paniput gestürzt, woraufBabur als erster Großmogul den eroberten Thronbestieg. Babur wählte abwechselnd D. und Agra zu seinen Residenzen. Das neue D. wurde1632 am westlichen Ufer der Dschumna vom Schah Dschchan erbaut. In furchtbarer Weisewurde'D. nach dem Siege Nadir Schah's über den Großmogul im Z. 1738 geplündert undverwüstet; ebenso 1755 durch die Perser unter Abdalli und von den MahraUen 1772.Durch diese Plünderungen und Verwüstungen verlor D. seinen weltberühmten Rcichthumund Glanz und sank in Ruinen. Als dieEngländer im Z. 1802 über Sindia siegten, besetztensie auch D., ließen zwar dem Großmogul dasselbe als Residenz, stellten ihn aber unter die