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Delft
mkt einem philosophischen Versuch über die Ehe. Zm I. >78-1 war er Militairrffcssorin der Provinz von Tcramo, welche Stelle er aber sehr bald wieder niedcrlcgte. Miß-bräuche, die er allerwärts traf, gaben nun seinem patriotischen Eifer vielfache Gelegenheit,sich als Anwalt des öffentlichen Wohls thätig zu zeigen; doch die Neuerungen, die durchihn herbeigeführt wurden, erweckten ihm Feinde, die mächtig genug waren, ihn zu stürzen.Aus dem Gefängnisse befreite ihn die Ankunft der Franzosen, und als er 1799 sah, daß dasalte Regiment wieder zurückkehrcn und zu Privatrache vielfache Veranlassung nehmenwürde, wählte er freiwillig das Exil und begab sich in die Republik San-Marino, wo er einehrenvolles Asyl fand. Aus Erkenntlichkeit gegen die daselbst empfangenen Wohlthaten,arbeitete er hier die „Nemorie storicbe iloila reppoblicu cli 8an-IVIsriiio" (1804); auchschrieb er hier die geistreiche ,Momorie «ullu libertü c»mmercio"(l803). Nach der Rück-kehr der Franzosen in das Königreich Neapel im I. 1806, wurde D. zurückbcrufcn undStaatsrath. Jm J. 1813, wo er das Unglück hatte, eine starke Körperverletzung zu erleiden,nahm er seine Entlassung. Die einzige Schrift von ihm in dieser Zeit sind die „Vensieriso^ra ulciini urticoli relativ, all' organisarinae <ie' rribimal:". Als die Bourbons auf denncapolit. Thron zurückgekehrt, .besuchte der König selbst D. und ernannte ihn zum Präsiden-ten der Eeneralcommission der Archive des Königreichs. Seit dieser Zeit lieferte D. mehretreffliche Abhandlungen in die Arten der ^ccackemia Crcolunese, deren Mitglied er seit1807 war, und auch die ästhetische Schrift „l>l»ove riclierclis sol bello" (Neap. 1818).Von neuem wurde er seiner ruhigen Zurückgezogenheit im I. >820 entrissen, indem ihn derKönig zum Präsidenten der 6i»nts provviroria <li governo ernannte und seine Provinz ihnzum Parlamcntsdeputirten wählte; doch seiner vorgerückten Jahre wegen erhielt er nachdrei Monaten die Erlaubniß, sich in die ländliche Ruhe nach Tcramo zurückziehen. Als seinFreund Graf Zucoli in Angcklagcstand versetzt wurde, vertheidigte er denselben in dem„viscor-n in liikesa <>s' iniuistri". Auch erhielten viele Beamte durch seine Vermittelungihre verlorenen Stellen zurück. In Neapel, das er 1823 zum letzten Male besuchte, ließ erseine berühmte Sammlung von Werken aus dem ersten Jahrhundert der Buchdruckcrkunstzurück, die später der bourbonischcn Bibliothek cinvcrlcibt wurde. Seine letzte Schrift wardie „Veil' autica numismatica tlella cittä nel Vicerio con UN liiseorso preliminare
solle origini italicke" (Teramo 1823; neue Verb. Ausl., Neap. 1826). Bis in die letztenJahre seines Alters für das Gemeinwohl thätig, starb er, einige Wochen vorher vom Schlagegetroffen, am 21. Juni 1835.
Delft, eine freundliche, aber jetzt ziemlich öde und tobte Stadt im Bezirke Rotterdamdes nieder!. Gouvernements Südholland an dem Flüßchen Schic, von vielen Kanälen durch-schnitten, ist ziemlich regelmäßig in Form eines Vierecks gebaut und hat 16000 E. Unterden öffentlichen Gebäuden zeichnen sich aus der Prinzenhof, worin 1583 Wilhelm I. vonOranien durch Balthasar Gerard erschossen wurde, das große 1618 erbaute Stadthausmit vielen ausgezeichneten Gemälden, das Zeughaus, die alte Kirche mit den Denkmälernder Admirale Tromp und Peter Hein und des Naturforschers Leeuwenhoek, die neue Kirchemit einem berühmten aus etwa 500 Glocken bestehenden Glockenspiele und einem 300 F.hohen Thurme, in welcher die Mausoleen des'Hugo Grotius und des Prinzen Wilhelm dievorzüglichsten sind, und endlich die Kirche der Jesuiten. Zu den wissenschaftlichen Anstaltengehören eine Artillerie-, Ingenieur- und Marineschule. Die Stadt hat mehre Fayence- undSteingutfabriken, welche das bekannte Delfter Porzellan liefern, das nebst Seife, Tuch, Ta-peten, Decken und Branntwein einen Haupthandelsartikel ausmacht. Auch die hier gefer-tigten mathematischen und physikalischen Instrumente stehen in Ruf. Die Umgebungen derStadt sind äußerst freundlich, und nette Gartenhäuser und zahlreiche Windmühlen zierendieselben. D. wurde im l l. Jahrh. von dem lothringischen Herzog Gottfried dem Buckeli-gen erbaut und kam dann in den Besitz der Grafen von Holland, die es durch Kastellaneverwalten ließen. Später wurde es mehrmals durch große Brände heimgesucht, so in den1.1536, 1653 und 1732, nach welchen es stets schöner und regelmäßiger wieder aufgebautwurde. Als die franz. Republik sich Hollands bemächtigte und eine Batavische Republikschuf, wurde D. die Hauptstadt eines Departements gleiches Namens. Mit D. ist durch
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