Druckschrift 
4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
130
Einzelbild herunterladen
 

130 Delegation Drlsico

nommene Bürgschaft undOel creilere stehen die Übernahme einer solchen Bürgschaft.Das Del cretlere stehen findet gewöhnlich statt von Seiten der Banquicrs, Commissionairsund Mäkler, wenn die Käufer den Verkäufern nicht genugsam bekannt sind.

Delegation ist diejenige Form der Änderung eines bestehenden Schuldverhältnisses,wobei entweder der bisherige Gläubiger seinem Schuldner, den er der Verbindlichkeit gegensich entläßt, einen andern Gläubiger anweist, an den er Zahlung leisten soll, oder der bis-herige Schuldner seinem Gläubiger, der ihn dafür seiner Verbindlichkeit entläßt, einen an-dern Schuldner stellt. Der überweisende Schuldner oder Gläubiger heißt der Delegant,der überwiesene Schuldner Destegat, der Gläubiger,, und zwar im erster» Falle der neueGläubiger, Delegatar. Es versteht sich, daß diese Überweisung nur unter Zustimmungaller drei Betheiligten geschehen kann; sie bewirkt aber auch gänzliches Aufhören des bisheri-gen Verhältnisses Seiten des Deleganten und unterscheidet dadurch hauptsächlich das Ge-schäft sowol von der Cession (s. d.) als von der Assignation oder Anweisung (s. d.),die beide nur dem angewiesenen Gläubiger und dem angewiesenen Schuldner das Rechtgeben, die Zahlung der bisherigen Verbindlichkeit gültig anzunchmen und zu leisten, aberim Übrigen das Rechtsverhältniß an sich nicht verändern, sodaß der Schuldner auch gegenden Cessionar alle Einreden brauchen kann, welche ihm gegen den Ccdenten zustanden. DerDelegat kann dagegen gegen den Delegatar nichts geltend machen, was er nur dem Dele-ganten entgegensetzen konnte. — In Italien ist Delegation (veleAs-üone) der Titelder Regierungsbehörden, deren im lombard.-venet. Königreiche unter der Regierung znMailand neun und unter der zu Venedig acht bestehen, aus einem Delegaten, Vicedclc-gaten und Adjuncten zusammengesetzt.

Delcssert (Benjamin, Baron), Banquier, früher Mitglied der franz. Deputirtenkam-mer, geb.17 6 3 zu Genf, diente zu Anfänge der franz. Revolution in der Artillerie, mußte abernach dem > 0. Aug. als Anhänger Lafayette's aus der Armee treten und errichtete daraufzu Paris ein Banquiergeschäft, das er durch Thätigkeit und Rechtschaffenheit zu großem An-sehen brachte. Als die große pariser Bank errichtet ward, trat er ins Direktorium. Währendder Kontinentalsperre ließ er sich sehr angelegen sein, Nunkclrübenzucker zu fabriciren. Na-poleon ernannte ihn zum Mitglieds der Ehrenlegion und gab ihm 1813 das Commandoeiner Legion der pariser Nationalgarde. Nach der Restauration wurde er, da er sich für phi-lanthropische Zwecke sehr interessirte, zur Commission für die Verbesserung der Gefängnissegezogen. Obschon ihn Ludwig XVIII. zum Offizier der Ehrenlegion ernannt hatte, blieb erdoch seiner Partei treu und protestirte am 6. Juli 1815 mit den andern Häuptern der Na-rionalgarde gegen die Occupation Frankreichs, was nach der zweiten Rückkehr der Bour-bons seine Absetzung zur Folge hatte. Wie er der Kammer von 1815 angehört hatte, sowurde er auch 1817 in die Kammer gewählt, der er mit Ausnahme der von 1824 ununter-brochen angehörte, erst alsDeputirter von Paris, seit 1827 von Sarimur gewählt. Er hatteseinen Platz im linken Centrum und sprach sich mit großer Unparteilichkeit gegen verschwen-derische Ausgaben, gegen Ausnahmegesetze und die Veränderung des Wahlsystems aus; erprotestirte gegen die Ausstoßung Manuel's und gehörte 183Vzu den 221. Nach der Julirevo-lution war er 1831 und 1834 Vicepräsident der Kammer, in der er sich mm den Anhängerndes Widerstandsshstems anschloß. Er stimmte für die Dotation des Herzogs von Nemours,aber gegen die Befestigung von Paris. In die Kammer von 1843 wurhe er nicht wiedergewählt. Fortwährend bewies er sich als einen Freund, Beschützer und thätigen Verehrerder Künste und Wissenschaften, und eifrig dem Studium der Botanik ergeben, ließ er dasPrachtwcrk, die „Icones selectse plaotarum guas in sz-stemots universell,, ex berbsrüspsrisiensibus, zirsesertim ex I,essertisno »lescrizisit Vecanllolle" (3 Bde., Par. 1820—37, 4.) aufseine Kosten erscheinen.

Delfkco (Melchiorre), ein um sein Vaterland durch Wort und That hochverdienterMann, geb. 1744 zu Leognano, wohin sich seine Altern zur Zeit des östr. Kriegs aus An-hänglichkeit an den König Karl von Neapel zurückgezogen hatten, stammte aus einer altenFamilie, Namens Decivitella, von Teramo in den Abruzzen und genoß in seiner Jugendden Unterricht der ausgezeichnetsten Lehrer. Seine literarische Laufbahn «öffnete er 1774