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4 (1845) D bis Entern
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Dekan

Deken

Hindus, thcils Eingewandcrte. Zu den erstern gehören die durch ihre kriegerische Tapferkeitund Liebe zur Unabhängigkeit berühmten Mahratten (s. d.). Eingcwandcrt sind Afgha-nen, Araber, Parsen, Juden, Siamesen, Malaien, Chinesen, Perser und Europäer, nament-lich Briten, Holländer und Portugiesen. Der Flächeninhalt D.'s wird ans 25000 UM.,die Zahl der Bewohner zu 50 Mill. angegeben. Der größte Thcil des Landes, mit Aus-nahme des Staats der Mahratten, bildet theils unmittelbares, den Briten unterworfe-nes Gebiet, theils Vasallenstaaten, welche von den Engländern fast völlig abhängig sind.JeneS zerfällt in die Provinzen Gundwana, Orissa, die nördlichen Circarcn, Khandesch,Berar, Beedcr, Aurungabad, Bedschapur, Canara, Malabar, Balaghant, Coimbatur,Salem und Karnatik, welche größtentheilS unter den Präsidentschaften von Bombay undMadras stehen, diese sind hauptsächlich der Staat des Nizam von Heiderabad, Mysore,Travankore, Cochin u. s. w. Die Geschichte D.'s ist größtentheilS in die des ganzen Vorder-indiens und Indiens im Allgemeinen verflochten. Nachdem die Ghaznaviden von GhasniausHindostan erobert hatten, trat im 9. Jahrh. n. Chr. eine Dynastie aus dem Nadsputcn-stamme der Silara als Herrscherin der Halbinsel D. auf und behauptete sich bis zum Endedes I >. Jahrh., wo die Gangavansa znrHerrschast gelangten. DieGangavansa wurden amEnde des 13. Jahrh. den moslemischen Ehuriden von Delhi zinsbar, die einen großen Thcildes Landes sich unterwarfen. Nach der Ermordung Noma Dcva's imJ. 1312 hörte D. auf,ein selbständiger Staat zu sein. Ein mohammedan. Vicekönig wurde in D. eingesetzt, dasLand bis an das Meer von den Moslemen bezwungen, woraufderghuridischeKönigMoham-med von Delhi 1338 seineRcsidenz nach Devagiri verlegte, das er Daulatabad nannte. Sehrbald wurden indeß die Moslemen aus D. wieder durch Ala Eddin vertrieben, der die Dyna-stie Bahmany stiftete, welche unter mancherlei Kämpfen und Empörungen einzelner indischerFürsten bis zum I. 1556 regierte. Während der Zeit der Herrschaft dieser Dynastie kamen1498 die ersten Portugiesen in das Land. Die Ohnmacht der Bahmany-Dynastie und diefortwährenden innern Zerwürfnisse unter den unabhängig gewordenen Fürsten benutzte derGroßmogul von Delhi und eroberte das ganze Land. Unter dem Großmogul Aureng-Zcyberhoben sich die Mahratten unter Anführung eines ihrer Fürsten Seraji, machten sich unab-hängig und wurden nun das herrschende Volk. Die Kämpfe zwischen ihnen und dem ReicheDelhi gaben den Briten und den Franzosen Veranlassung, sich in die innernAngelegenheitendes Landes zu mischen, worauf die Erstern, nachdem sie den franz. Einfluß geschwächt undzuletzt ganz beseitigt hatten, sich theils durch Vertrag, theils durch glückliche Kriege des ganzenKüstenlandes nebst großen Gebieten des Innern bemächtigten.

Dekan (Oecsnur) bezeichnte bei den röm. Heeren der spätern Zeit einen Führer vonzehn Mann und in den Klöstern einen Aufseher von je zehn Mönchen. Der Ausdruck istnoch in geistlichen Collegien üblich und von da aus die Universitäten übergcgangen. DerDekan oder Dechant in den Domcapiteln und Collegiatstiftern ist der Regel nach derzweite der Hähern Dignitarien und hat die innern Angelegenheiten des Collegiums zu beauf-sichtigen und zu leiten. In dem Cardinalcollegium des Papstes führt diesen Titel der ältesteder Cardinalbischöfe. Bei der Landgeistlichkeit sind die Landdechanten Aufseher und Vor-steher ihres Bezirks; auch führen in einigen Ländern die Superintendenten den Titel Dekan.Auf den Universitäten sind die Dekane die Vorsteher der einzelnen Facultäten, deren Würdeund Amt theils beständig ist, theils wechselt entweder nach der Reihe oder nach der Wahl derMitglieder. Dekanei oder Dechanei heißen die Güter und Gebäude zum Unterhalte desDechanten, sein Kirchsprengel und endlich auch seine Wohnung.

Dekaö hieß bei den Griechen ein Trupp von zehn Mann und der Anführer desselbenDekadarch.

Dekastlchon nannten die Griechen ein aus zehn Versen bestehendes Gedicht, derglei-chen ein gewisser Haynon zuerst verfertigt haben soll.

Deken (Agatha), Holland. Dichterin, geb. in der Gegend von Amstelvecn am l O.Dec.1741, war die Tochter ziemlich wohlhabender Landleuke, die aber, durch Unfälle mancherleiArt heimgesucht, ihr Vermögen cinbüßten und sie verwaist und verarmt zurückließen, als siekaum ihr drittes Lebensjahr erreicht hatte. Die Vorsteher des Waisenhauses der Collegian-ten zu Amsterdam nahmen sich ihrer an und sorgten für ihre Erziehung. Durch ihr sitt-