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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
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Dekker Delaborde (Henri Frans.) 125

sames Wesen sicherte sie sich die Gunst ihrer Versorger, und ihr klarer Verstand begann raschsich zu entwickeln. Schon früh erwachte in ihr die Neigung zur Poesie, die besonders durchihre Freundin Elisabeth Bekker (s. d.), mit welcher sie seit 1777 bis zu ihrem Tode unzer-trcnnlich zusammen lebte, gefördert und genährt wurde. Beide Freundinnen arbeiteten meistgemeinschaftlich, verließen nach den Ereignissen im J. 1787 auf einige Zeit ihr Vaterlandund weilten in Burgund. Sie schufen fürHolland den Originalroman, welche Dichtgattungbis dahin nur aus mittelmäßigen Übersetzungen franz. und engl. Romane bekannt war.Meisterhaft verstanden sie es, den holländ. Volkscharakter, wie er in den verschiedensten Ge-stalten im Leben hervortrat, darzustellen, und ihre Charakterschilderungen können fast durch-weg für musterhaft gelten. Dahin gehören besonders „Historie vsn 8->rs Lurßerbsrt"(2 Bde., 1782); „Historie vsn 5ViIIein I.evend" (8 Bde., 178-1—85; deutsch, 6 Bde.,Hamb. 1798—1821); „Drieven vsn ^brsksm Llsnlesert" (3 Bde., 1787) und „His-torie vsn Oornelis VViidscbut" (6 Bde., 1793). Als lyrische Dichterin ist D. nicht ohnevielfaches Verdienst, besonders in der Gattung des religiösen Liedes. Ihre Lieder athmendurchgehend eine sanfte Stimmung zu Ernst und herzliche, werkthätige Frömmigkeit, undviele derselben sind in kirchliche Gesangbücher übergegangen. Auch ihre „Niederen vovrden boeenstsnd" (1804) und „Niederen voor Minderen" werden hochgeschätzt, obgleich letz-tere denen van Alphen's weit nachstehen. Sie starb am > 4. Nov. 1804.

Dekker (Jeremias de), holländ. Dichter, wurde 1609 oder 1610 zu Dordrecht gebo-ren. Sein Vater Abraham D., aus Antwerpen herstammend, hatte sich dem Kriegsdienstegewidmet, den rcformirten Glauben angenommen und drei Jahre lang Ostende gegen denErzherzog Albert aufs muthigste vertheidigen helfen. Nach der Übergabe von Ostende ver-ließ er die svan. Niederlande und zugleich den Kriegsdienst und ließ sich erst zu Dordrechtund später zu Amsterdam nieder. Der Sohn zeigte schon früh einen scharfen, mit lebhafterPhantasie verbundenen Verstand und ein gesundes Urtheil, und ein eifriges Studium deralten und neuern Literatur bildete seinen Geschmack. Poesie war und blieb seine Lieblingsbe-schäftigung, und seine Geistesproducte zeichneten sich durch reine Sprache und kernigen Aus-druck vorzüglich aus. Das erste von ihm herausgegebene poetische 8Herk war „De KissA-lieileron vsn äeremiss", denen bald mehre andere, namentlich auch Übersetzungen folgten.Viele seiner Gedichte verdanken ihre Ertkstehung seinem warmen Gefühle für Liebe undFreundschaft, und gerade diese gehören zu den ausgezeichnetsten Früchten seiner Muse. Sein„k.ok der ^oldruciit", eine treffende Satire, der „6oode vrijdsg", Gedichte auf das LeidenChristi, stehen, gleich seinen lyrischen Gedichten, noch in wohlverdientem Ansehen, und seineEpigramme (puntdickten) gehören unbedingt zum Besten, waS die Literatur jener Zeit indieser Gattung aufzuweisen hat. Er starb 1666. Die beste Ausgabe seiner Gedichte mitbeigefügter Biographie besorgte Brouerius van Nideck (2 Bde., Amst. >726, 4.); eineAuswahl seiner gelungensten lyrischen Gedichte findet sich in Siegenbeek'S „kroeven vsnnederduitsclis dicktkunds" (Leyd. 1823) und eine Auswahl seiner Epigramme in Ecys-beek's „Epigrammatische Anthologie" (Amst. 1821).

Delaborde (Henri Frans., Graf), franz. General, wurde am 21. Dec. 1764 zuDijon geboren, wo sein Vater Bäcker war. Die Revolution veranlaßte ihn, die Wissenschaf-ten mit dem Kriegsdienste zu vertauschen. Nachdem er sich im republikanischen Heere viel-fach ausgezeichnet und alle Grade durchlaufen hatte, ward er in Folge dessen, daß er am 24.Aug. 1793 ein Corps Marseiller zurückwarf, zum Brigadegeneral und bald darauf zumChef des Eeneralstabs bei der Armee vor Toulon ernannt. Während der Belagerung derStadt von Dugommier an die Spitze einer Division gestellt, trug er wesentlich zur Eroberungbei. Im folgenden Jahre focht er mit Auszeichnung in der Armee der Wcstpyrenäen inSpanien und 1796, nach dem Frieden auf der Halbinsel, ward er mit einer Division an denRhein geschickt, wo er den Breisgau besetzte, während der Obcrfeldherr Moreau in Baiernvordrang. In Deutschland fand er weniger Gelegenheit, sich durch kriegerische Thaten,als während seines langen Aufenthalts daselbst, durch strenge Mannszucht und rechtlichesBetragen gegen die Bevölkerung ein bleibendes Andenken zu sichern. Nach dem Friedenbon Luneville wurde er 1802 «im Gouverneur der 13. Militairdivision ernannt und 1804hum Offizier der Ehrenlegion. Im I. 1807 ging er unter Junot nach Portugal und im fol«