Deiort Deismus 121
Deron, der Sohn des Äolus und der Enarete, war König von Phokis und Gemahlder Diomede (s. d.), mit welcher er die Asteropcia, den Aktor, Kephalos u. A. zeugte.
Deioneus, der Vater der Dia, der Gemahlin des Zxi on (s. d.), wurde von diesemhinterlistig umgebracht.
Derphöbe, die Tochter des GlaukuS, war Priesterin des Apollon und der Trivia ineiner Höhle bei Kumä, wo sie denÄneas in die Unterwelt führte. Nach Servius soll sie Die-selbe sein, welche dem TarquiniuS die Sibyllimschen Bücher verkaufte. (S. Sibyll a.) IhrerLiebschaft wegen mit dem Apollon lebte sie 700 Jahre. .Sie hatte nämlich für ihre Gunstbe-zeigung so viele Jahre zu leben verlangt, als sie gerade Sandkörner in der Hand hielt, aberdabei zugleich um ewige Jugend zu bitten vergessen. Daher ward sie im Alter ganz kraftlosund schwand wie ein Schatten dahin.
Derphöbus, der Sohn des Priamus und der Hekuba, war nach Hektor einer dertapfersten Trojaner, ein Gegner der Auslieferung der Helena (s. d.) und nach dem Todedes Paris Gatte derselben. Deshalb nach der Eroberung Trojas ein besonderer Gegenstanddes Hasses der Griechen, wurde sein Haus zuerst erstürmt und er selbst von dem Menelausgrausam verstümmelt, wie ihn auch Äneas in der Unterwelt antraf. Letzterer errichtete ihmein Denkmal auf dem rhöteischcn Vorgebirge. — Deiphobus,der Sohn des Hippolytusin Amyklä, reinigte den Hcrrules vom Mord des JphituS.
De'lphontes, der Sohn des Antimachus, Gemahl der Hyrnetho, der Tochter desHerakliden Temenos, wurde nach dessen Ermordung durch die eigenen Söhne König vonArgolis. Nach Pausanias bestieg der älteste Sohn Cisos den Thron; D. aber wendete sichnachEpidaurus. Hier suchten ihm seine Schwäger durch List und Gewalt die Gattin zurauben; D. aber holte sie auf der Flucht ein, wobei Hyrnetho das Leben verlor.
De'iphyle, die Tochter des Königs Adrastus und der Amphithea, wurde die Gemahlindes Tydeus und Mutter des Diomcdes.
Deipylus hieß nicht nur ein Genosse des DiomedeS vor Troja, sondern auch einSohn des Jason, den er mit der Hypsipyle auf Lemnos zeugte.
Deipnon nannten die Griechen die Hauptmahlzeit, die gewöhnlich gegen Sonnenun-tergang gehalten wurde und selbst in den reichsten und angesehensten Familien in Vergleichmit den Römern durch große Einfachheit sich auszeichnete, da außer einer Mehlspeise Fleischund besonders Fische die Hauptbcstandtheile ausmachten. Während des Essens selbst trankman nicht, sondern ging erst nach Beendigung desselben zum Genuß des Weins über, indemder erste Becher mit ungemischtem Weine zum feierlichen Trankopfer dargereicht und derfeierliche Lobgcsang angestimmt wurde, worauf das eigentliche Symposion (s. d.) erfolgte.Letzteres wurde namentlich durch heitere Gespräche, durch muntern Scherz, durch allerhandSpiele, Musik und Tanz, durch Aufgabe und Lösung von Näthseln u.s.w. belebt und gewürzt,da die Griechen auch hier in der bessern Zeit einen weit Hähern Werth auf den geistigenals auf den sinnlichen Genuß legten. Daher haben selbst Platon und Lenophon einen ihrerschönsten Dialogen das „Symposion", in Form von Gesprächen, wie sie bei Tafel geführt wur-den, eingekleidet, und Deipnosophisten nannte man diejenigen gebildeten Männer, diebei Tische gelehrte Gespräche führten, wie wir dies noch in späterer Zeit bei den Mitgliederndes Museums in Alexandria finden. Athenäu § (s. d.) schrieb ein Werk unter diesem Titel,worin über Gegenstände und Gebräuche bei der Tafel u. s. w. vorzugsweise gehandelt wird.
Deistdämonra bezeichnet zunächst Gottesfurcht, dann aber auch sowol die echteFrömmigkeit als den Aberglauben (s. d.), insbesondere die abergläubige Furcht vor Gei-stern, Dämonen (s. d.) und Gespenstern (s. d.). Mit großer Lehrweisheit schriebPaulus (Apostelgesch. 17, 22), als er in Athen auftrat, den Atheniensern nur Deisidämoniezu, um sie nicht von vorn herein zu erbittern, und mit demselben doppelsinnigen Ausdruckebezeichnete der röm. Procurator FestuS (Apostelgesch. 25, 19) in Gegenwart des KönigsAgrippa den jüdischen Glauben. — Die Deisidämonia als Furcht vor Geistererschei-nu ng e n (s. d.), vor Geistern der Wüste, der Wälder und Berge, die man zum Theil alsschadende Mächte dachte, zieht sich durch alle Zeiten und Völker.
Deismus oder Theismus, im Gegensätze des Atheismus, heißt der Eottesglaube»der auch das System, nach welchem Gott als der oberste und letzte Grund aller Dinge an-