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dcr erste Begründer einer freier» theologischen Lehrart in der protestantischen Kirche Hollands,geb. zu Hagen in Ostfriesland am9.Apr. >732, studirte zu Halle bis >753 und lebte dannlängere Zeit als Candidat in seiner Heimat, indem die dichterischen Versuche, die er herausgab,ihm nicht zur Empfehlung bei einer Anstellung gedient' zu haben scheinen. Nachdem er aber1763 die Prcdigerstclle zu Zierikzee erhalten und man sein Prcdigertalcnt kennen gelernt hatte,ward er schon im nächsten Jahre als Prediger nach Zwoll, >776 nach Utrecht und >776nach Amsterdam berufen. Ungeachtet dcr Anfechtungen und Verketzerungen, die er von sei-nen altern Amtsgenossen erdulden mußte, ging er unbefangen auf dcr einmal betretenenBahn fort und predigte die freiern Ansichten vom Christenthum, die er in Halle sich zu eigengemacht hatte. Thätig in seinem Amte bis wenige Tage vor seinem Tode, starb er am 6.Apr. >783. Außer mehren Holland. Übersetzungen berühmter Werke deutscher Theologenschrieb er auch eine „Xatecketisclie ganlenIinA tot Oe keriniz Oer ckristelislce leere" (Utr.1772; 3. Ausl., Amst. >783).— Sein Bruder, I a n R u d. D-, als Arzt, Chemiker undPhysiker von großen Verdiensten, geb. zu Hage, einem Dorfe in Ostfriesland, am 29. Aug.1713, erlernte mit Unterstützung seiner zwei altern Brüder zunächst die Apothekerkunst undstudirte dann ebenfalls zu Halle Medicin. Nach Erlangung der Doktorwürde begab auch ersich nach Holland und ließ sich 1770 zu Amsterdam als praktischer Arzt nieder, wo er sichallmälig einen wohlbegründeten und allgemeinen Ruf erwarb. Seine tiefen Einsichten,seine scharfe Diagnose und seine naturgemäße Methode ließen ihm die schwierigsten Eurengelingen. Trotz seiner überhäuften Geschäfte trieb er auch die verwandten Zweige seinerWissenschaft mit großem Erfolg. In der Gesellschaft 6<>nc»r0is et libertste, deren Mitglieder war, hielt er eine Menge interessanter Vorträge, die auch in Zeitschriften gedruckt wurden.Deine „Medicinischen Versuche und Beobachtungen über die günstige Wirkung der Elektricitätbei verschiedenen Krankheiten" (>779; deutsch von Kühn, Kopenh. >793), die Preisschrift„Über den Nutzen der Bäume und Pflanzen zur Reinigung der Luft" (>780) und „Überden Nutzen und Schaden der Chinarinde" (>785), welcher die Königliche Gesellschaft fürMedicin zu Paris den Preis zuerkannte, gründeten seinen literarischen Ruf. Außerdem be-reicherte er die Physik und Chemie mit vielen neuen Entdeckungen, die ihm einen ehrenvollenPlatz unter den größten Physikern sichern. Nicht minder erwarb er sich dadurch, ein nichtgeringes Verdienst, daß er zuerst Holland mit der Kant'schen Philosophie bekannt machte.König Ludwig von Holland wählte ihn zu seinem Leibärzte und schätzte ihn außerordentlichhoch. Er starb am 25. Jan. >808.
Deinhardstcin (Ludw. Franz), als Bühnendichter bekannt und beliebt, wurde >789zu Wien geboren, wo er seine Studien machte, sodann an der Theresianischen Ritterakademie,nachher an der Universität ästhetisch-literarische Vorlesungen hielt und >832 an die Stelledes Dramaturgen Schreyvogel das Amt als Hoftheatersecretair übernahm. Später wurdeer Censvr und Vicedirector am Hofburgtheater. Seine Stücke, meist wenig umfangreich,gefielen durch ihre Herzlichkeit, gebildete Sprache und ihr geschicktes, ganz auf die Bühneberechnetes Arrangement. Obgleich sie auf eine tiefere poetische Auffassung des Stoffs undoriginelle Erfindung wenig Anspruch haben, so zeichnen sich doch einzelne durch sinnreicheWendung und Durchführung aus. Auch steht ihm im Verse eine große Gewandtheit zu Ge-bote. Bereits > 828 erschienen von ihm „Dramatische Dichtungen" (Wien), die wenig Be-deutendes, unter Anderm auch dar matt sentimentale dramatische Gedicht „Boccaccio" ent-halten. Besser schon sind die in seinem „Theater" (Wien >827) enthaltenen kleinen Stücke,darunter das anmuthig launige kleine Lustspiel „Die verschleierte Dame", „Floretta" unddas Künstlerdrama „Das Bild der Danae". Einzeln erschienen das Lustspiel „Ehestands-quälen" (Wien >820) und „Erzherzog Maximilian'- Brautzug", ein dramatische- Gedichtnach dem Theucrdank (Wien >832). Am meisten gefielen auf der Bühne „Hans Sachs"(Wien >829), welches in zweiter Auflage mit noch andern Stücken vereint den zweitenTheil seines „Theater" (Wien >833) bildet, und das auch in das Englische übersetzte Lust-spiel „Garrick in Bristol" (Wien >831). Als lyrischer Dichter ist D. anmuthig; etwasoberflächlich dagegen als Reiseschriftstcller in seinen „Skizzen einer Reise" (Wien >831),die er durch Deutschland unternahm, um für die seit 1829 von ihm mit Geschick und kriti-schem Takt rcdigirten „Jahrbücher der Literatur" Belletristen als Mitarbeiter zu gewinnen.