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4 (1845) D bis Entern
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118
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118 Dei Deich

also eigentlich die Dehnbarkeit erst da angeht, wo die Elasticität aufhört. Sehr elastischeKörper können wenig oder gar nicht dehnbar sein, und umgekehrt. Andererseits ist es auchnicht richtig, wenn man die Dehnbarkeit dadurch messen will, daß man die größte Verlänge-rung bestimmt, wclchsein Körper auShalten kann, ohne zu zerreißen, da dies schon ein mitder Festigkeit oder Cohäsi on (s. d.) zusammenhängendes Verhältniß ist. Die eigentlichenMaße der Dehnbarkeit sind einestheils die Dünne der Drähte, Fäden oder Bleche und Blätter,zu welchen man einen Körper auszudehnen im Stande ist, unbekümmert, ob dies noch soallmälig und langsam geschieht, und zweitens kommt cs auf den Widerstand an, welchenman hierbei erfährt. Vorzüglich wichtig ist die Eigenschaft der Dehnbarkeit bei Metallen,da zwar Glas, Harz u. s. w. in der Wärme auch dehnbar sind, aber doch nur bei den Me-tallen davon technische Anwendung gemacht wird. Die Dehnbarkeit gesponnener Fäden istdiesen nur als Aggregat einzelner Haare oder Fädchen eigen, nicht ihrer Substanz an sich.Übrigens unterscheidet man bei den Metallen die eigentliche Dehnbarkeit, d.h. das Vermö-gen, sich zu feinen Drähten ziehen zu lassen, von der Streckbarkeit oder dem Vermögen, sichunter dem Hammer und zwischen Walzen zuSchienen undBlechen strecken zu lassen. Jncrsie-rer Beziehung folgen sich die technisch wichtigen Metalle so: Platin, Silber, Eisen, Kupfer,Gold, Zinn, Blei; in der zweiten aber so: Gold, Silber, Kupfer, Zinn, Blei, Platin, Eisen.

Dei hieß seit 1600—1830 das Oberhaupt der den Naubstaat Algier beherrschendenJanitscharenmiliz, neben dem anfangs noch ein von der Pforte ernannter Pascha die eigent-liche Regierung des Landes zu besorgen hatte. Seit 1710 hörte jedoch die Pforte auf, einenbesondern Pascha zu ernennen und ertheilte diese Würde dem jedesmaligen Dei, dessen Be-stätigung ihr zukam. (S. Algier.) Die Deis wurden durch die Wahl der algicrer Janit-scharcnmili; ernannt, bei der eS sehr tumultuarisch hcrging, indem der ganze Wahlmodnsdarin bestand, daß Jeder der vor dem Palaste versammelten Janitscharen den Namen einesihm beliebigen Candidaten nannte, und in diesem Schreien, den Namen beibchaltend oderwechselnd, fortfuhr, bis sich eine Mehrheit für einen der Bewerber entschieden hatte. Wolltesich die Minderkeit nicht unterwerfen, so kam es häufig zu Blutvergießen, und nicht seltenward der Gewählte bald wieder von der Gegenpartei ermordet; ja einmal geschah es, daßsieben Deis hintereinander gewählt und gleich wieder ermordet wurden. Der Neugewählte,der, wenn ihm sein Leben lieb, zur Annahme der Würde gezwungen war, wurde auf denThron gesetzt, mit dem Ehrenkaftan bekleidet und mußte dann den Eid leisten, indem er vor-züglich beschwor, für die regelmäßige Bezahlung der Janitscharen zu sorgen, worauf ihmsämmtliche Offiziere der Miliz und Beamten die Hand küßten. Ein solcher Regierungs-wechsel war gewöhnlich mit vielen Hinrichtungen verbunden,»durch welche der Ncugewählteseine Gegenpartei zu schwächen suchte. Trotzdem waren die Negierungen der Deis selten vonlanger Dauer, und die Mehrzahl starb keines natürlichen Todes. Denn vbschon der Dei durchkein Gesetz am grausamsten Despotismus gehindert war, so war er doch der Sklave seineroanirscharen, in deren Willen er sich fügen mußte, und die in ruhigen Zeiten durch eine»ihm zur Seite stehenden Divan, sonst aber durch Aufruhr und Mord seine Macht beschränk-ten. Der Name Dei wird auf verschiedene Weise erklärt. Sich selbst nannten die Deis Mali(Gouverneur), Beglerbeg (Fürst der Fürsten) und Seriasker (Oberbefehlshaber). '

Deich, im Holländischen äijk, wird ein wohlverwahrter Erdwall oder Erdaufwurfgenannt, welcher zur Sicherheit des hinter ihm liegenden Landes angelegt ist, um das überdas gewöhnliche Gestade des Meers oder der Flüsse hinaufsteigende Wasser abzuhalten unddamit Überschwemmung oder Wegreißcn des Landes zu verhüten. Die Böschung der Deichenach der Landseite zu wird die Landabdachung, die nach der Wasserseite zu die Wasserab-dachung, das Land vor jener Binnenland, das vor dieser Butenland genannt. Nach der Lag«am Meere oder am Flusse unterscheidet man See- und Flußdeiche; letztere zerfallen inWinter- und Sommerdeichc. Jene sollen das höchste, diese das hohe Sommerwasser vondem Binnenlande zurückhaltcn. Zuweilen wird vor dem Deiche so viel Butenland angcsetzt,vaß man auf demselben einen zweiten Deich erbauen kann, worauf dann der ältere den Na-menSchlaf-, Sturm- oder Ruckdeich erhält. Binnen-oder Landdeiche werdenangelegt, um den Hauptdcich vor Überschwemmung von der Landseite her oder das Binnen-land beim möglichen Durchbruch desselben zu schützen. Da in Beziehung auf die Deiche