Deggendorf Dehnbarkeit 117
läufer seiner „üistoire compsree <Ie« System es lle pliilosopliio relstivement nux principeseles connsisssnces kiimsines^ (3 Bde., Par. 1803; deutsch von Tennemann, 2 Bde., Marb.1806—7), die das beste Werk der Franzosen über die Geschichte der Philosophie ist. Na-poleon ernannte ihn zum Generalsccretair im Ministerium des Innern und übertrug ihmder Reihe nach verschiedene andere hohe Posten. Verdienter noch als durch seine rein philo-sophischen Werke hat sich D. durch seine Schriften gemacht, welche sich auf das Wohl undWehe der Menschheit beziehen, und durch seine aufopfernden Bemühungen, das Elend derärmern Elasten zu mildern. Dahin gehören sein treffliches Werk „I.s visiteur <lu pauvre"(Par. 1820 und öfter; deutsch von Schelle, Quedlinb. 1831), das den Monthyon'schenPreis erhielt, und sein „<7c>urs norinsl lies instituteurs prinmires" (Par. 1832). Unter seinenübrigen Schriften erwähnen wir noch seiner Schrift „Du perlectionnement morul eu Oe i'e-llncstion lle soi-meme" (2 Bde., Par. 1823 und öfter; deutsch von Schelle, 2 Bde., Halle1829), seiner „Institution? llu llroit sliministrstis" (2 Bde., Par. 1835; 2. Aust., 1832),der „Lllucstion lies «onrüs muets 6e müssgnce" (2 Bde., Par. 1827) und seiner Ab-handlung „Oes proper lle I'inllustrie" (Par. 1831). Seine großen Verdienste bliebenauch nach der Restauration nicht ohne Anerkennung von Seiten der Negierung. Er wurdezum Pair erhoben und starb am 12. Nov. 1832 als Vicepräsident des Staatsraths.
Deggendorf, eine Stadt im bair. Kreise Nicderbaiern, in der Nähe der Einmündungder Isar in die Donau, über welche eine hölzerne Brücke führt, hat mehre Kirchen und Hos-pitäler und zählt etwa 2600 E-, welche Töpferei und Leinweberei, Obst- und Gartenbauund lebhaften Handel mit Leinwand, Garn, Töpfergeschirr, Garten- und Hülsenfrüchtcnsowie mit Vieh treiben. Besonders merkwürdig ist sie als Wallfahrtsort, indem die Kirchezur Gnade oft von mehr als 30000 Pilgern besucht wird. In der Nähe liegt das Bcrg-schloß Natternberg, welches eine reizende Aussicht über die benachbarten Gegenden darbictet.
Dego, ein Dorf an derBormida in der Piemont. Provinz Acqui des Königreichs Sar-dinien, mit etwa 1700 E., ist historisch merkwürdig durch den Sieg, welchen hier Bonaparte,als Obergencral des ziemlich desorganisirten sranz. Heers, am 13. und 13. März >796 überdie vereinigte östr. und sard. Armee unter Beaulieu und Colli erfocht.
Degradation bezeichnet die Entsetzung von einer Würde, besonders im Kirchenrcchtcdie gänzliche Entsetzung von dem geistlichen Amte. Daß die Degradation die sogenannteReduction des Geistlichen zum Laienstande in sich schließe, also die Aufhebung der ertheiltenWeihe sei, bezweifeln einige Kanonisiere mit Beziehung auf den unauslöschlichen Charakter,den die Ordination (s. d.) eindrückc. Katholische wie evangelische Geistliche könnendemweltlichen Gerichte nicht eher zu crimineller Bestrafung übergeben werden, bis sie degradirtsind. Die Degradation erfolgt unter gewissen Feierlichkeiten, welche damit schließen, daßdem Schuldigen die Amtskleidung Stück vor Stück abgenommen wird. Auch ohne daß eincriminelles Verbrechen vorliegt, kann Degradation erfolgen, um ein unwürdiges Mitgliedvom Lehramte zu entfernen; doch wird sie dann gewöhnlich nicht durch einen öffentlicherAct vollzogen. — In dem Kriegsrechte versteht man unter Degradation die Strafe,durch welche ein Soldat, der ein Verbrechen begangen, von einem höher» auf einen niedere'Gra^ herabgesetzt wird. Die Degradation fand im Dreißigjährigen Kriege und einige Zeitnachher auch bei den Offizieren statt, wie noch gegenwärtig bei dem ruff. Heere theils ausbestimmte kurze Zeit, theils auf unbestimmte Zeit. Bei allen andern europ. Truppen ist sieals eine den Offizier zu sehr herabsetzende Strafe abgeschafft und nur noch für Unteroffizierebeibehalten. In Preußen werden gemeine Soldaten wegen grober Vergehungen in diezweite Classe degradirt, des Nationalzeichens und der Kriegsdenkmünzc beraubt, der Be-strafung durch Stockschläge unterworfen, und nur mit ausdrücklicher Bewilligung des Königs können sie wieder in die erste Classe rücken. Ähnliche Einrichtungen finden auch inmehren andern Staaten statt.
Dehnbarkeit nennt man die Eigenschaft fester Körper, ohne Aufhebung des Zusamrnenhangs eine bleibende Verlängerung in der Richtung einer Hauptdimension zu gestatten,wobei sich natürlich die übrigen Dimensionen entsprechend verjüngen und häufig auch dieganze Masse eine Verdichtung erfährt. Sie ist durchaus nicht zu verwechseln mit derEla -sticität (s. d.), da es bei Bestimmung der Dehnbarkeit auf bleibende Dehnung ankommt,