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112 Decubitus Decurio
net war und nach ihrem angeblichen Verfasser, Zsidorus Mercator oder Peccator, die Be-nennung der Pseudo-Jsidorischen erhalten hat, während ihr wahrer Verfasser nochunbekannt ist, obgleich ihn Eichhorn und nach ihm Thenier in der Schrift f„ve k8cucko-i8nlorisna cgnonmn Collection«" (Bresl. 1827) in Rom suchen, Andere auf den MainzerDiakonus Benedictus Levita rächen, welcher in seiner Sammlung der fränk. Capitulariendiese verfälschte Decretalcnsammlung benutzt hat; 1) die systematische ZusammenstellungGratian's (s. d.) im 12. Jahrh., das vecretum genannt; 5) die von Gregor lX. veran-staltete Sammlung der päpstlichen Decrctalen von Gregor I. an, gest. 60-1, verfaßt durchRaimund von Pcnnaforte, gest. 1275, welche 1251 zu Paris und 1235 zu Bologna be-kannt gemacht wurde; 6) die Sammlung der Decrctalen bis auf Bonifaz VlII., gest. 1303(„läber sextus ckecretalium"); 7) die von Clemens V., gest 1311, erlassenen Decrctalen,welche mit den Schlüssen des Conciliums von Vienne, in der Sammlung der sogenanntenClement inen (s.d.) vereinigt sind; 8) die unter dem Namen der Extra Vaganten (s.d.)zusammengestelltcn Decretalen. Die letzten fünf Sammlungen, in welche aber theilweise auchConcilienschlüffe u. s. w. ausgenommen sind, bilden das Oor;,u8 juri8 canonici (s. d.).
Decubitus, Aufliegen oder Durchliefen entsteht, wenn die Stellen des Kör-pers, wo die Knochen von Natur oder in Folge von Abmagerung nur von der Haut bedecktsind, einen anhaltenden Druck erleiden. Selten indeß entsteht Decubitus, wenn nicht eineinnere, das Leben langsam zerstörende Krankheit vorhanden ist, und man hat ihn daherin der Regel als Zeichen eines allgemein verdorbenen Zustandes anzusehen. Diesem Übelvorzubeugen, ist bei jedem langwierigen Krankenlager die größte Reinlichkeit, öfterer Wechselder Bettwäsche u. s. w. nöthig; das zweckmäßigste Lager bildet eine Matratze von Roßhaa-ren und darüber ein Rehfell, die Haarseite nach oben gekehrt. Die verdächtigsten Stellenkann man mit kaltem Wasser waschen und mit Citrone betupfen. Auch ist es von Nutzen,ein Gefäß mit kaltem Wasser, das öfter erneuert wird, unter das Bett zu stellen.
Decumatlsche Acker (ckecumates !>gri). Mit diesem Namen, der auf einer Stelledes Tacitus, in der „Oermama" (Cap. 30) beruht und durch zehentpflichtiges Land erklärtwird, bezeichnet man das Land östlich vom Rhein und nördlich von der Donau, welches imI. Jahrh. n. Chr. von den deutschen Stämmen geräumt, von den Römern in Besitz genom-men und gegen die Abgabe des Zehnten Einwanderern, namentlich aus Gallien, dann auchröm. Veteranen überlassen wurde. Seine Grenze ward gegen das freie Germanien durcheine Befestigungslinie gesichert, die sich westlich von Regensburg gegen Lorch in Würtcm-berg, von da nördlich über den Neckar und Main bis zum Taunus, dann westlich gegen dieRheinecke bei Bingen und von da auf dem rechten Rheinufer nördlich bis in die Gegend vonKöln hinzog. Über die Spuren dieser theils aus Mauer, theils aus Wall und Pfahlgrabenbestehenden Befestigung s. Teufelsmaucr. Innerhalb derselben, wo mannichfaltigcAlterthümer, die häufig gefunden werden, noch an die einstige Anwesenheit röm. Einwohnererinnern, gehörte das Land nördlich von der Donau zur Provinz Vindelicien oder Rhätiasccunda, das Land östlich vom Rhein wurde zu Germania superior und inferior geschlagen;im Laufe deS 3. und 1. Jahrh. aber ging es an deutsche Stämme, im Norden an die Franken,im Süden an dieAlemannen (s. d.) verloren.
Decurio hieß bei den Römern zunächst der Vorsteher einerD e curie, d. h. einer Ab-theilung von zehn Personen; in zehn solche Decurien, nach Niebuhr gleich den gente8, zerfielin den ältesten Zeiten Roms jede der zehn Curiä, in welche jede der drei alten Tribu s (s. d.)getheilt war; ihr Vorstand führte auch im Kriege die zehn eguit«8 (Reiter), die eine solcheDecurie zu stellen hatte, und mit dem Worte Decurio wurde dann später der Anführer eineraus mehr als zehn bestehenden Abtheilung der Reiterei bezeichnet. Auch auf die Richterund auf andere Vereinigungen ward die Eintheilung in Decuriä, die demgemäß ihre Decu-riones hatten, übertragen. Ferner wurden bei den Römern die Mitglieder der Senate in denMunicipalstädtcn so genannt, weil jene Senate ursprünglich in Decurien zerfielen. DiesenDecurionen war die innere städtische Verwaltung übertragen, und ihr Amt in der Zeit derRepublik und ersten Kaiser mit mancherlei Ehren und Vortheilcn verbunden. Unter deckspätern Kaisern, namentlich seit Konstantin, ward aber ein solches Amt eine drückende Bürde,indem die Decurionen als die Vorsteher der städtischen Gemeinden, für die Erfüllung der