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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
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110
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HO Declaration Decompofition

die Lehre dieser Wissenschaft eigene K.anggcschlcchter oder Betonungszeichen der Sylben,eine Art unter oder über den Text geschriebener Noten, über deren Umfang und Verhältnißwir etwas Näheres nicht wissen. So viel aber ist zuverlässig, daß der Vortrag , der Rednerim Alterthume sich mehr dem Gesänge oder dem heutigen Recitativ näherte. Öfters ließensie während des Vortrags einen Andern hinter sich treten, der auf einem musikalischen In-strumente von Zeit zu Zeit den Erundton und die vorzüglichsten Abweichungen der Töneangebcn mußte. Auf diese Artbeglcitete der Aulos die Declamation auf der Bühne (s. Cho r),und bei der Aufführung der röm. Lustspiele finden wir für gleichen Zweck tibise llextrue und«inistrue angewendet. Bei der Declamation nun beruht Alles auf den verschiedenen Ton-arten oder Grundtönen, deren Wahl durch den Charakter des zu declamirenden Stücksbestimmt wird, und für die man seit Schocher, dem Begründer dcrDeclamatorik, gest.zu Naumburg 1810, gewöhnlich eine oratorische Scala annimmt, welche durch die Vocaleu, o, a, e, i bezeichnet wird. Auch hier wird, wie in der Musik, die Stimme in die Büttel-,hohe und tiefe Stimme eingetheilt, um die verschiedenen Tonarten für den jedesmaligenAusdruck der Gemüthsbewegungen und Leidenschaften zu bestimmen. Außerdem muß auchdas Tempo beim Vortrage sorgfältig gewählt werden, womit zugleich die nähere KenntnißderpoetischenRhythmen in Verbindung steht. Eine Hauptsache aber und offenbar der schwie-rigste Punkt in der Declamation ist die zu verhältnißmäßiger Auf- und Abstufung erfoderlicheJntension der Stimme, wodurch die tobten Wörter erst Leben erhalten, der Accent (s. d.).Endlich gehört auch die Lehre von derGesticulation (s. d.) hierher, obgleich die Declama-tion, je reiner ihre Wirkung sein soll und je mehr sie sich in ihrer eigenen Größe zeigen will,desto mehr derselben entbehren kann. Nach der Verschiedenheit der Poesie theilt man übri-gens die poetische Declamation in die epische oder erzählende, die dramatische oder darstellende,und die lyrische. An die poetische grenzt die oratorische. Außer Seckendorf's „Vorlesungenüber Declamation und Mimik" (2 Bde., Braunschw. 1815—16) ist Falkmann's „Decla-matorik oder vollständiges Lehrbuch der deutschen Vortragskunst" (2 Bde., Hannov. 1836— 39) das vorzüglichste theoretische Lehrbuch.

Declaration, im Allgemeinen Darlegung, nennt man in der Logik gewöhnlich einevorläufige Angabe der Merkmale eines Begriffs, also eine die Definition vorbereitende Er-läuterung desselben. (S. Definiren.) — In der Handelswissenschaft versteht man unterDeclaration und Dcclariren das Angeben der Waaren beim Zoll, welchem Zweck<>die DeclarationSscheine dienen.

Deklination, d. i. Abweichung, nennt man in der Sprachlehre die Abänderung derNenn-, Bei-, Für- und theilweise Zahlwörter durch die verschiedenen Casus, um die verschie-denen Verhältnisse der Begriffe, in denen sie stehen, auszudrücken. Es bildet mithin dieDeclination eine von den vier Arten der Flexion oder Abwandlung, deren die Wertformenüberhaupt fähig sind. — In der Naturlehre bezeichnet Declination die Abweichung derMagnetnadel (s. d.)von der Mittagslinie, in der Astronomie die Abweichung (s. d.)der Gestirne von dem Äquator.

Decoct, Absud, Abkochung ist der Name einer sehr gebräuchlichen Arznciform,indem man diejenigen Stoffe, die zu hart und fest sind, um auf einem andern Wege ihremedicinisch wirksamen Theile abgeben zu können, dem Processe der Abkochung mit Wasserunterwirft. Solches geschieht mit vielen Pflanzen und auch mit einigen thierischen Stoffen ;seltener mit mineralischen Substanzen, wie z. B. mit dem bekannten Ziltmann'schen Decoct,weil sie in Wasser unauflöslich sind. Will man aus einem Arzneistoffe das ihm inwohnendeätherische Princip durch Wasser Ausziehen, so geschieht dies durch Aufguß oder durch dieInfusion (s. d.). Oft werden jedoch beide Processe auch miteinander verbunden, indemman ein fertiges Decoct noch heiß über einen Stoff ausgießt, dessen flüchtige Bestandtheileman dem Wasser einverleiben will, und dann entsteht das sogenannte Jnfuso-Decoct.Die thierischen Substanzen werden der Abkochung unterworfen, um eine Gallerte zu berei-ten, welcher man dann oft auch noch andere Arzneimittel zusetzt.

Decompofition heißt in der Sprachlehre die Zusammensetzung oder Verbindung vonzwei ooer mehren selbständigen Wörtern mit einem einfachen Worte zu einem Begriffe,z.B. Oberhofprediger, wiederaufbaucn u. s. w. Ein so zusammengesetztes Wort nennt man