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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
109
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Deckfarben Deklamation 109

nach Deutschland, blieb er bis 1813 in England, worauf er als Hauptmann im Gcncral-stabe wieder in prcuß. Dienste trat. Während des Kriegs von 1813 und 1814 nahm er indem zweiten Kleist'schen Armeecorps sowol an den Schlachten bei Dresden, Kulm und Leipzig,als an den Gefechten in Frankreich Theil, und 1815 bei einer Brigade des ersten Armee-corps angestellt, an dem blutigen und hartnäckigen Kampfe um St.-Amand, an denSchlach-tcn von Ligny und Waterloo. Nach dem Frieden blieb er im großen Gencralstabe; im I.1817 wurde er Major, 1818 Lehrer an der Artillerie- und Ingenieurschule und 1821 Diri-gent einer Abtheilung des Topographischen Bureaus, nachdem ihm im Jahre zuvor der Erb-adel verliehen worden war. Ein durch eine persönlich gewordene literarische Streitigkeit ver-anlaßter Zweikamps am 25. Nov. 1822 mit dem Hauptmann Bachoff von Echt, der diesemdas Leben kostete, brachte D. die Strafe eines Fcstungsarrests zu Spandau. Später war ermehre Jahre als einer der Examinatoren bei der Obermilitairexaminations-Commission an-gcstellt. JmJ. 1827 wurde er der Gardeartillerie, 1829 als interimistischer Brigadier beiderachten Artilleriebrigade aggregirt und 1831 als wirklicher Brigadier zu der ersten versetzt,1833 Oberstlieutenant und 1835 Oberst, 1841 aber in Disposition gestellt und 1842 zumGeneralmajor erhoben. Von seinen zahlreichen militairischen Schriften heben wir als dievorzüglichsten hervor „Die Artillerie für alle Waffen" (3 Bde., Berl. 1816), „Das mili-tairische Aufnehmen" (Berl. 1816), „Ansichten über die Kriegführung im Geiste der Zeit"(Berl. 1817), nach den „(ivnsitierstiono 8ur I'srt cke gnerre" von Rogniat bearbeitet;ferner „Die Gefechtslehre der beiden verbundenen Waffen: Cavalerie und reitende Artillerie"(Berl. 1819), „Versuch einer Geschichte des Geschützwesens und der Artillerie in Europa"(Berl. 1819), „Lesebuch für Unteroffiziere und Soldaten des preuß. Heers" (4. Ausl., Berl.1836), „Der kleine Krieg im Geiste der neuern Kriegführung" (Berl. 1822), „Bona-partc's Feldzug in Italien" (Berl. 1825), die „Ergänzungstaktik der Feldartillerie" (Berl.1834), die „Taktik der drei Waffen: Infanterie, Cavalerie und Artillerie" (Berl. 1834)und die „Schlachten und Hauptgefechte des Siebenjährigen Kriegs" (Berl. 1837). MitRühle von Lilienstern begründete er 1816 das „Militair-Wochenblatt", welches 1824 demGroßen Generalstab überwiesen wurde, wogegen D. die Erlaubniß erhielt, mit Ciriacy undBlesson die „Zeitschrift für Kunst, Wissenschaft und Geschichte des Kriegs" herauszugeben.Auch gab er 1824 in Berlin eine militairisch-topographische Karte des Landes zwischen demRhein und der Maas heraus. Seine belletristischen Arbeiten erschienen unter dem NamenAdalbert vom Thale; dahin gehören „Freie Handzcichnungcn" (Berl. 1818), „Ge-burtstagsspiele" (2 Bde., Berl. 1821—23) u. s. w. Über seine Reise durch die südlichendeutschen Staaten und die Schweiz nach Italien im I. 1839 hat er in den „Mittheilungeneiner Reise" (Berl. I84V) ausführlich berichtet. Auch ist er Verfasser mehrer guter Lust-spiele, z. B. „Das Vorlegeschloß", „Guten Morgen, Vielliebchen" u. s. w.

Deckfarben heißen solche Farben, welche die Fläche des Bildes auf eine Weise decken,daß die bereits vorhandene Färbung dieser Fläche an den Stellen, wo die Deckfarbe aufgc-tragen ist, völlig verschwindet, und es ist demnach für sie ein entschieden körperhaftes Materialnöthig. Die Deckfarben stehen den durchscheinenden oder Lasurfarben gegenüber, welche,aus dünnerm Material bereitet, die Grundfarbe oder eine andere bereits ausgetragene Fär-bung durchblicken lassen. Die verschiedenen Effecte, welche von dem Maler erstrebt werden,bedingen die Wahl der verschiedenen Gattungen der Farben.

Deklamation nennt man die kunstgemäße mündliche Darstellung eines in Wortegefaßten Gedankenganzen, und declamiren heißt demnach ein Redeganzes vollendetschön vortragen. Diese Kunst begreift das Recitiren, d. h. den blos verständlichen Vor-trag, als ein Moment in sich; aber es gilt für gewöhnlich der Unterschied, daß bei der Neci-tation etwas als Fremdes mitgetheilt, bei der Declamation aber das Vorgetragene ganz in diePersönlichkeit des Vortragenden ausgenommen wird. Die Foderungen, die an eine wahreDeclamation gemacht werden, sind nicht unbedeutend, und namentlich ward schon im Alter-thume, vorzüglich unter den Griechen und Römern, bei denen die Redekunst in so hohemAnsehen stand, auf die Ausbildung derselben die größte Sorgfalt verwendet, und die Decla-mation machte hier in Verbindung mit der Mimik einen wesentlichen Theil der Musik ausund gehörte so zu den Hauptstücken der Erziehung im Allgemeinen. Die Alten hatten für