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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
105
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Decebalus Decemviri 105

I» Trance" (Par. 1821). Nach seinem Austritte aus dem Ministerium ernannte ihn derKönig, um ihm ein Zeichen seiner fortdauernden Freundschaft zu geben, zum erblichen Her-zog und schickte ihn als Gesandten nach London, von wo er aber in Folge eines Misverständ-niffcs mit Lord Castlereagh im Mai 1821 nach Paris zurückkehrtc. Bereits seit 1818 Mit-glied der Pairskammer, gehörte er in derselben während der Restauration stets zur Opposi-tion. jNach der Julirevolution schloß er sich der jungem Dynastie der Bourbons an und wurde1831 zum Eroßreftrendar der Kammer ernannt. Im Departement der Gironde hat er eineMenge industrieller Anstalten hervorgerufcn, Eisenminen, die Jahrhunderte ruhten, eröffnetund den Ackerbau auf eine höhere Stufe gehoben. — Sein Sohn, derHerzogvon E lü ck s-burg, der die diplomatische Laufbahn erwählt, ist gegenwärtig Charge d'Affaires in Madrid.

Dccebälus, König von Dacien (s. d.), hatte diese Würde dadurch erlangt, daß derKönig Duras aus Achtung vor seiner Tapferkeit freiwillig zu seinen Gunsten abdankte. D.ist berühmt durch seine Kriege mit den Römern, die er unter Domitian mit einem Einfallein Mösien cröffncte, dessen Statthalter Oppius Sabinus von ihm geschlagen und getödtetward. Domitian zog hierauf selbst gegen ihn, überließ aber die Führung des Kriegs demCornelius Fuscus, der zwar in Dacien selbst cindrang, aber in dem feindlichen Lande baldseinen Untergang fand. Glücklicher war bei dem zweiten Zuge Domitian's Feldherr Ju-lian, doch sah sich der Kaiser, der sich selbst gegen die Markomannen gewendet hatte undvon ihnen geschlagen worden war, genöthigt, den D. um Frieden zu bitten und für densel-ben ihm einen jährlichen Tribut zu bewilligen. Trajan duldete diese Schmach nicht, er er-neuerte den Krieg und erfocht in den I. 10 l —103 n. Ehr, in Dacien selbst mehre Siege;D. bat um Frieden und erhielt ihn, brach ihn aber, als Trajan abgezogen war, schon imI. 101. Hierauf führte Trajan sein Heer über eine (in der Gegend des jetzigen Czernetz inder Walachei erbaute) steinerne Brücke über die Donau von neuem nach Dacien, schlug denD-, eroberte seine Hauptstadt und bedrängte ihn so, daß er im J. 106, zur Verzweiflunggebracht, sich selbst tödtete, worauf sein Land zur röm. Provinz gemacht wurde.

December» der zwölfte und letzte Monat im Jahre, war bei den alten Römern (vorJulius Cäsar), die ihr Jahr mit dem März anfingen, der zehnte, daher der Name des Mo-nats (vom lat. tlecem, d. i. zehn). Der altdeutsche, von Karl dem Großen vorgeschlageneName des Monats ist Hcilmond und bezieht sich auf die in demselben fallende Geburt desHeilands. Vor Julius Cäsar hatte dieser Monat, gleich dem Jan. und Aug., nur 29 Tage,Cäsar aber legte jedem derselben noch zwei zu.

Decemviri, d. i. Zehnmänner, hießen im alten Rom mehre obrigkeitliche Collegien, diesämmtlich aus zehn Personen bestanden und deren Bestimmung durch einen Zusatz näherangegeben wird. Die berühmtesten sind die Decemviri legibus scribendis, eine inFolge des Antrags des Tribun Terentillus Arsa zur Abfassung von Gesehen für das 1.151erwählte und mit der höchsten obrigkeitlichen Gewalt, sodaß die übrigen Magistrate aufhor-ten, bekleidete Behörde. (S. Zwölftafelgesehgcbung.) Auch für das 1.150 wurden,da die im Jahre zuvor gegebenen, auf zehn Tafeln vcrzcichneten Gesetze nicht völlig genü-gend erschienen, wieder Deccmvirn erwählt, die hoch zwei Tafeln hinzufügten und ihr Amtungesetzlich auch im 1.119 fortführtcn, bis ihr Ubermuth und namentlich der Frevel, denAppius Claudius (s. d.), ihr Haupt, an Virginia versuchte, ihre Aufhebung und dieWiedereinführung der alten Magistrate bewirkte. — Die Decemviri Iitibus', oder nachalter Schreibung stlitibns, judicandis waren eine richterliche Behörde, die vermuthlichunter Servius Tullius an die Stelle der Pontifices als Richter in Sachen, die das Caput(die Persönlichkeit) eines Bürgers und sein steuerbares Eigenthum betrafen, in dem soge-nannten judicium dsstae traten und wahrscheinlich mit dem Senat gewählt wurden. UnterAugustus wurden sie Vorsitzer des Centumviralgerichts und erhielten sich als solche lange inder Kaiserzeit, nur aus dem Ritterstande gewählt. — Die Decemviri sacrorum oder8->cris ssciundis, ein priesterlichcs Collegium, für die Auslegung der sibyllinischen Bü-cher bestimmt, trat im I. 368, da auch den Plebejern der Zutritt eröffnet ward, an die Stelleder frühem', für denselben Zweck angeordneten, nur patricischen Zweimänner, Duumviri.Sulla erhöhte im 1.89 die Zahl auf 15 Männer, die nunmehr demgemäß Huindecim-viri genannt.wurdcn.