ros
Decazes
lie, trat 1793 als Lieutenant in das franz. Gcniccorps und wohnte den Feldzügen am Rheinund der Mosel bei. Im I. l799 bediente sich der General Moreau des jungen Bataillons-chofs bei Abschließung des Waffenstillstands mit dem östr. Grafen Bubna. Im J. >896wurde D. Chef des Generalstabes bei der Großen Armee; das folgende Jahr aber insKriegsministerium gerufen, wo er durch seine Thätigkeit und Umsicht in der Verwaltungdes Kriegsmaterials viel zur Niederlage der Engländer auf Walcheren beitrug und dafür1810 zum Oberst und 1812 zum Baron ernannt wurde. Während der Occupatio» Frank-reichs durch die Verbündeten leistete er seinem Vatcrlande große Dienste, indem er mit demHerzog von Wellington unterhandelte, die Einquartierung der Truppen regelte und durchseine Anordnungen bei Erhebung der Contribution öffentliches wie Privatvermögen vor Ver-schleuderung und Zerrüttung sicherte. Ludwig XVIIl. machte ihn deshalb zum Marcchal deCamp, zum Ludwigsritter und ernannte ihn 1817 zum Mitglied des Staatsraths. Im I.1821 trat D. aus dem Ministerialdienst; aber schon 1823 ward er wieder zum Generaldi-rektor der Verwaltung im Kriegsministerium, zum Generallieutenant und Großossizicr derEhrenlegion ernannt. Im I. 1827 erwählte ihn das Departement du Nord in die zweiteKammer, wo er so viel gründliche Kenntnisse in seinem Fache entwickelte, jdaß er 1828 dasKriegsministerium und wesentlichen Antheil an den höchsten Negierungsgeschäftcn unterMartignac erhielt. Eine Menge praktischer Verbesserungen im franz. Heerwesen rührenvon ihm her. In Folge der sich schon entwickelnden Ereignisse von 1830 mußte D. 1829das Ministerium an den General Bourmont abkreten und wurde mit dem,Titel einesStaatsministers abgefundcn. Nach der Julirevolution lehnte er die ihm zugedachte Wahlin diezweite Kammer ab, erhielt aber als Belohnung seiner Verdienste um den Staat 1832die Pairswürde. Im I. 1836 dachte man ihm nochmals das Portefeuille des Kriegs zu;allein er zog es vor, diese Auszeichnung in Folge seines Alters und körperlichen Gebrech-lichkeit abzulehnen und starb 1839.
Decazes (Elie), Herzog und Pair von Frankreich, Herzog von Glücksburg in Däne-mark, geb. am 28. Sept. 1780 zu St.-Martin-de-Laye bei Libourne, studirte auf dem Col-lege zu Vendöme die Rechte und machte nicht weniger durch Talent und Thätigkeit wie durchGlück und einnehmende Persönlichkeit eine schnelle amtliche Laufbahn. Im I. 1805 warder bei dem Tribunal der Seine angestcllt und darauf zum Rathe der Kaiserin-Mutter, danndes Königs Ludwig von Holland und 1810 am kaiserlichen Hof ernannt. Die Ungnade Na-pvleon's, die sich D. durch entschiedene Vertheidigung der Interessen Ludwig's zugezogen,schien ihm jede fernere Aussicht auf Beförderung abzuschneiden, als die Restauration derBourbons cintrat, denen ersieh ungesäumtzuwandtc. Als sich 1815 die Nachricht von derLandung des Kaisers verbreitete, raffte D. zur Vertheidigung des königlichen Throns inParis einen Trupp Nationalgarde zusammen; auch weigerte er sich, den Kaiser zu beglück-wünschen, und wurde deshalb noch an demselben Tage aus Paris verwiesen. Ludwig XVIII.machte ihn dafür zum Policeipräfecten von Paris und im Sept. 1815 an Fouche s Stellezum Policeiminister, auch erhob er ihn zum Grafen. Gleichzeitig vermählte sich D. mit derreichen Erbin de St.-Aulaire, der Schwesterenkelin des vorletzten Fürsten von Nassau-Saar-brücken, was seine Ernennung zum Herzoge von Glücksburg durch den König von Däne-mark zur Folge hatte. Durch sein anziehendes Wesen gewann er in dem Grade die Liebeund das Vertrauen des Königs, daß ihn derselbe wie seinen Sohn behandelte und vor allenandern Ministern auszeichnete. Nach Eröffnung der Kammer im Herbste 1815 (s.bre introii Vkbl e) erkannte D. zuerst das Schwierige seiner Stellung inmitten der po-litischen Leidenschaften. Die Ausnahmegesetze gegen die politisch Verdächtigen, die er derKammer vorlegte, fanden zwar wenig Widerstand, allein der überwiegende Noyalismus fanddie Maßregel zu gclind, die Freisinnigen sahen sic als Verfassungsverletzung an und beideParteien entzogen dem Minister ihr Vertrauen. D. schwankte; er ließ sich sogar bei derVertagung der Kammer im Apr. 1816 herab, den guten Geist derselben zu loben. In denAufständen, Meutereien und Unordnungen, welche die zügellosen Royalisten, niedere Be-amten und bestochener Pöbel in Paris, Grenoble und Marseille hervorriefcn, mußte er alsPoliceiminister seinen Namen zu einer Regierung des Schreckens und der Gesetzlosigkeit hcr-geben. In Einstimmung mit dem Könige löste er am 5. Sept. 1817 die Kammer auf und