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4 (1845) D bis Entern
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100 Debatten Debreczin

nur hatte er sich mit dem von Kossuth vorzugsweise angeregten Princip der Besteuerung deSAdels so zu sagen idcntisicirt und ward daher der Gegenstand des Hasses von Seiten der so-genannten conservrtiven Partei. Die Gewaltthätigkeiten, die hierauf stattfanden, veran-laßten alle Ehrenmänner des Comitats, die angetragene» Deputirtenstellen abzulehnen unddie Sitze für Zala blieben lange nach der Eröffnung des Reichstags offen. Mehre politischeFreunde D.'s begannen nunmehr eine förmliche Agitation zu Gunsten seiner Sache, diejedoch keineswegs mit bloßen Gründen der Überredung, sondern mit so verwerflichen Hülfs-mitteln bewerkstelligt wurde, daß D., ungeachtet das Besteuerungsprincip durchgesetzt wor-den war, doch vorher schon auf die Erwählung zum Deputaten Verzicht leistete. Wenncs Mangel an Combinationsgeschick war, der ihn nicht schon von vorn herein die Mängel-cner Agitationsmethode crrathcn und erkennen ließ, so zeigt es doch von mannhafter Cha-rakterfestigkeit, daß er die zu seinen Gunsten vollzogene Wahl nicht annahm.

Debatten nennt man Wortgefechte, Diskussionen oder Disputationen, bei denen essich nicht uni die Ermittelung einer theoretischen Wahrheit, oder ,um den bloßen Triumph desRechtbehaltens, sondern um die Erweckung einer praktischen Überzeugung und die dadurchvermittelte Herbeiführung eines Beschlusses handelt. Es gehört nämlich zu dem parlamen-tarischen Gebrauche, daß bei gestellten Anträgen zuvorderst, unter dem Namen einer allge-meinen Discussion, ein Theil der Mitglieder seine Meinung über das Grundprincip aus»spricht, um das es sich bei der Frage handelt, dann aber mit der speciellen Debatte auf dasEinzelne in einem Für und Wider und unter lebhafter»» Wettkampfe eingegangen wird.Hier pflegen gewöhnlich die Formen etwas freier und die ganze Haltung weniger solenn zusein, weshalb auch das engl. Unterhaus sich dazu in ein Comite des ganzen Hauses verwan-delt, woniit eben gesagt ist, daß eS eine mehr vertrauliche Besprechung annimmt. In derDebatte vielmehr als in der feierlichen Rede zeigt sich die parlamentarische Kunst. Sie istauch der wichtigste Theil des Geschäfts, vorausgesetzt, daß die Mitglieder nicht mit einemunabänderlichen Willen hereinkamen, welchenfalls die ganze Verhandlung nutzlos wäre,sondern unbefangen genug sind, guten Gründen Gehör zu geben und ihre Meinung einerbessern Überzeugung zu opfern.

Debonale, s. Bonald.

Debörah, eine hebr. Prophetin und Heldin in der Periode der sogenannten Richter,war die Gattin Lapidoth's und wohnte auf dem Gebirge Ephraim zwischen Bethel undRama, wo sie unter einem Zelte von Palmzweigen Recht sprach. Um ihr Vaterland vonder 20jährigen Bedrängniß durch den König der Kananiter Jabin und seinen FeldherrnSissera zu erlösen, ließ sie durch Barak in den Stämmen Naphthali und Sebulon ein Heersammeln und zog selbst mit in den Krieg. Am Fuße des Thabor wurde Sissera geschlagenund auf der Flucht, wie D. vorhergesagt hatte, von einem Weibe heimtückisch ermordet.Diesen Sieg, der den Israeliten 40 Jahre Ruhe verschaffte, besangen D. und Barak in demLiede, das uns im „Buche der Richter" (Cap. 5) aufbewahrt worden ist. Man kann sie mitder Velleda der alten Germanen vergleichen, welche Tacitus erwähnt.

Dkbouche heißt der Ausgang aus einem De'file oder Engpässe, und debouchirennennt man daher, aus dem Engpässe in das Freie marschiren. Hält der Feind das De-bouche besetzt, oder hat sich derselbe auf entsprechende Entfernung dahinter zweckmäßig aus-gestellt, sodaß das Debouchiren unter seinem Feuer erfolgen muß, so pflegt es mit großenOpfern verbunden zu sein und viel Menschen zu kosten, wie z. B. das Debouchiren derRussen aus dem Urner Loch in der Schweiz unter Suworow.

Debreczin, eine der bedeutendsten und volkreichsten Ungar. Städte im biharer Comi-tate des Kreises jenseit der Theiß, seit 1715 eine königliche Freistadt, nach Pesth die größteStadt in Ungarn, in einer sandigen, wasserarmen Ebene, ist weitläufig und dorfähnlich ge-baut und hat den reinen Typus und Charakter einer Ungar. Stadt. Die langen, allmäligohne bestimmte Abgrenzung sich verlaufenden Gassen, mit kleinen und niedrigen Hütten sind'»»gepflastert, staubig oder kothig. Die Vorstädte sind von der eigentlichen Stadt oft nurdurch Nciserwerk getrennt und laufen in eine unabsehbare Haide aus. Jedoch enthält dieStadt einige schöne Gebäude, von denen die prachtvolle refvrmirte und die Franciscanek-kirche, das refvrmirte Collegium, das Piaristenkloster, das Rathhaus u. a. m. der Er-