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Departements. Nachdem sein Armeecorps auf dem Rückzüge von Moskau 1812 bedeutendgelitten hatte, zog er sich nach Sachsen, sprengte hier im März 1813 die Elbbrücken zuMeißen und Dresden und rückte dann mit 50000 M. Franzosen und Dänen nach Mecklen-bürg. Obschon hier nur geringe Strcitkräfte unter dem General Walmoden ihm entgegcnstan-den, so ging er doch nur bis Schwerin vor und zog sich dann hinter die Stcckenitz zurück.Als Gcncralgouverncur in den Hansestädten bewies er sich in Hamburg, nachdem er am 31.Mai I8i 3 in die bis dahin von dem General Tettenborn besetzte Stadt eingerückt war, höchstgrausam. Zur Züchtigung der Einwohner für ihre Bereitwilligkeit, gegen Frankreich die Waf-fen zu tragen, wurde denselben sogleich eine Geldbuße von 48 Mill. Francs auferlegt und zumgroßen Theil eingetriebcn. Auch ließ er seit dem 5. Nov. die Bank mit einem Kassenbestandevon 7,489343 Mk. Banco in Beschlag nehmen, gegen Ende des Jahres mehr als 30000Menschen aus der Stadt treiben und die Wohnungen von mehr als 8000 niedcrbrenncn. AufBefehl Ludwig's XVIII. verließ er Hamburg erst am 31. Mai 1814, nachdem er durchKrankheiten und Mangel viele Mannschaft verloren. Er blieb hierauf unangestellt, nach Na-poleon's Rückkehr von Elba aber wurde er Kriegsminister. Als die Verbündeten nach demSiege bei Waterloo gegen Paris vorrückten', schloß D., als Commandant en Chef, am3. Juli eine Militairconvcntion mit Blücher und Wellington ab, nach welcher er die franz.Armee hinter die Loire führte. Er unterwarf sich dem Könige Ludwig XVIII., foderte auchdie Arnüe dazu auf und überließ auf des Königs Befehl das Commando dieser Armee, dienoch aus 45000 M. bestand, dem Marschall Macdonald. Dieser Dienst, den er den Bourbonsgeleistet hatte, wurde später anerkannt, indem er wieder angestellt und 1819 zum Pair vonFrankreich erhoben wurde. Seine in 180000 Francs jährlicher Renten bestehende Dotationwurde durch die pariser Friedensschlüsse auf 100000 Francs Renten vermindert. D. starb am1. Juni 1823. Festigkeit des Charakters und persönliche Herzhaftigkeit waren D.'S Haupt-eigenschaften; seine militairische Strenge ging oft in Härte, wo nicht in Grausamkeit über.
Davy (Sir Humphry), einer der berühmtesten Chemiker der neuern Zeit, geb. am 17.Dec. 1778 zu Penzance in der Grafschaft Cornwall, war der Sohn eines Landmanns. AlsLehrling bei einem Landwundarzt, der zugleich Apotheker war, sing er frühzeitig selbständigeNaturbeobachtungen an, die ihn aber von seinen eigentlichen Arbeiten so sehr abzogen, daßer nach einiger Zeit aus der Lehre kam. In seinem 15. Jahre kam er zu einem andernWundarzt in die Lehre. Von jetzt an studirte er nun eifrig die Naturwissenschaften, undsehr bald wendete er sich ganz der Chemie zu. Sein erster chemischer Versuch war die Un-tersuchung der Luft in den Blasen des Seetangs. Seine Bekanntschaft mit Gilbert, derspäter Präsident der Gesellschaft der Wissenschaften ward, führte zu einer Verbindung mitdem Naturforscher Beddoes, der den 19jährigen D. als Gehülfen in sein Laboratorium zuBristol ausnahm. Aus der Dunkelheit hervorgezogcn und mit allen Hülfsmitteln zu selb-ständigen Untersuchungen versehen, machte er schnelle Fortschritte in seiner Wissenschaft.Auf Empfehlung des Grafen Numford ward er zum Lehrer der Chemie an der neuerrich-tcten Anstalt, Institution ok 6real vritain, ernannt und gewann bald durch seinen glänzen-den Vortrag außerordentlichen Beifall. Jm J. 1802 veranlaßte ihn der Ackerbauverein,Loar«! nf sFricnIture, den Mitgliedern Vorlesungen über die Chemie zu halten, die er zehnJahre lang fortsctzte. Schon 1803 zum Mitgliedc der Gesellschaft der Wissenschaften zuLondon ernannt, ward er später Secretair und 1820 Präsident derselben und war 25 Jahrelang eines der fleißigsten Mitglieder, wie seine Beiträge zu den „?I>iI»80jiIücsI Iransactinns"beweisen. Seine hauptsächlichsten Entdeckungen betreffen die Erklärung des Vorgangs inder galvanischen Säule und die richtige Würdigung der chemischen Wirkungen des Galva-nismus, die in Folge dieser Untersuchungen geschehene Entdeckung der Metalle der Alkalienund Erden; ferner die Methode, Metalle gegen Einwirkung des Seewassers durch Be-rührung mit andern zu schützen, die nach ihm benannte Sicherh eitslamp e für Kohlen-bergwerke u. s. w. Zu wissenschaftlichen Zwecken bereiste er mehre Länder Europas. InItalien beschäftigte er sich mit chemischen Untersuchungen der von den Alten gebrauchtenMalerfarben; in Neapel untersuchte er 1818 —19 die herculanischen Handschriften undgab ein Mittel an, sie aufzurollen, konnte aber unter 1265 Rollen nur 100 finden, bei wel-chen sein Verfahren anwendbar schien. Im 1.1827 legte er seine Stelle als Präsident der