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oriental. Sprachstudien, wiewol er als Broterwerb den Advocatcnstand gewählt hatte. Nochnicht 20 Jahre alt, trat er in öffentlichen Blättern mit tüchtigen Aufsätzen zu Gunsten derEmancipation der Juden auf und erregte Aufmerksamkeit durch eine Abhandlung überhebr. Literatur und Philosophie, die er in einem wissenschaftlichen Vereine vortrug. Im I.1832 gab er seine große engl.-türk. Grammatik heraus, seit 1709 das erste Werk dieser Art,das zugleich an Gediegenheit und Gelehrsamkeit fast alle seine Vorgänger übertras. Aber seinschwacher Körper erlag den Anstrengungen, die der Druck nöthig machte; ein Choleraanfallendigte sein Leben am 20. Juli 1832. Eine stanz. Übersetzung der erwähnten Grammatik,von der Mutter veranstaltet, erschien >830 in London.
Davidson (Lucretia Maria), eine nordamerik. Dichterin, deren Name erst nach ihremfrühen Tode bekannt wurde, war im Sept. 1808 am See Champlain im Dorfe Plattsburhvon unbemittelten gebildeten Altern geboren und entwickelte schon früh ein fast übergeistigzu nennendes Streben. Die Kinderspiele fliehend, dichtete sie in einer selbst erfundenenHieroglyphenschrift bereits im vierten Jahre, verging aber in Thränen, als ihr Gchcimnißentdeckt war, und verbrannte selbst ihre Skizzenbücher. Einige in ihrem elften Jahre aufWashingtons Gedächtnißseicr gedichtete Verse, voll tiefster Empfindung und Begeisterung,erregten bei den Ihrigen zuerst die Aufmerksamkeit auf ihr Talent, zugleich aber den Arg-wohn, daß sie nur von dem Gedächtniß des Kindes herrührten. Dieser Argwohn spornteLucretia zu neuen Dichtungen an, durch welche sie ihn siegreich widerlegte; aber das un-aufhörlich regsame, geistige Feuer ihres Wesens verzehrte schnell ihr durchaus innerliches,in Sehnsucht und Poesie ganz aufgelöstes Gemüth. Auch durch seltene äußere Schönheitausgezeichnet, starb sie am 27. Aug. 1825. Ihre Gedichte gab S. F. B. Morse unter demTitel „Lmir Klein nn(1 otber pnems, Ille remains of Imcretia Alaria I)., ivitb » biogra-pliic-,1 sketcli" (Neuyork 1829), in gleicher Weise Miß Sedgwick (Lond. 1813) heraus,
' und es erheben sich dieselben in der Mehrzahl trotz der Ungenügcndheit der Form weit überdas Gewöhnliche. — Ihre Schwester, Margaret MillerD., geb.am 26.März 1823,ward ebenso früh wie Maria zur Dichterin; doch auch sie verzehrte sich, eine hektische Schön-heit, früh durch die Übergewakt geistiger Anstrengungen über den schwachen Körper. Siestarb am 25. Nov. 1838. Ihre Biographie nach den Notizen der Mutter hat WashingtonIrving herausgegeben (deutsch, Lpz. 1813).
Davila (Enrico Caterino), ital. Staatsmann und Geschichtschreiber, der Sohn einesCypriers von angesehener Familie, der, nach der Eroberung der Insel Cypern durch dieTürken, 1571 nach Venedig flüchtete, wurde am 30. Oct. 1576 zu Pieve di Sacco inItalien geboren und erhielt seine Vornamen in Folge der hohen Achtung, welche sein Vaterdem Könige Heinrich III. von Frankreich und der Katharina von Medici zollte. D. ward sehrjung nach Frankreich gebracht und bei einem Verwandten in der Normandie erzogen, kamdann als Page an den franz. Hof und trat 1591 in franz. Kriegsdienste. Auf Verlangenseines Vaters kehrte er jedoch 1599 nach Italien zurück und nahm venet. Dienste. Schnellstieg er von einer Stufe zur andern und wurde endlich Gouverneur in Dalmatien, Friaulund auf der Insel Kandia, während er in Venedig selbst für den ersten Mann nach demDoge galt. Auf einer seiner Berufsreisen ward er 1631 im Verlauf eines unbedeutendenStreits mcuchelmörderisch zu San-Michele bei Verona erschossen. Seine „8torw «lelloj;uerre civil, cki Kraucis" (1559 — 98) ist eine der besten Quellen für die Geschichte jenesZeitraums, doch darf man nicht übersehen, daß der Verfasser sich zur katholischen Kirche be-kannte und der Katharina von Medici viel zu verdanken hatte. Sein Werk (Ven. 1630, 1.,und öfter, beste Ausg-, 2 Bde., Ven. 1733, Fol.) wurde nicht allein ins Lateinische vonCornazzano (3 Bde., Nom 1735 —15, Fol.), sondern auch in mehre lebende Sprachen(deutsch mit Zusätzen und Erläuterungen von Reith,. 5 Bde., Lpz. 1792—95) überseht.
Davis (John), ein berühmter engl. Seefahrer, geb. zu Sandbridge unweit Dart-mouth, wurde 1585 mit zwei Fahrzeugen abgeschickt, die nordwestliche Durchfahrt zu ent-decken. Da er an der Spitze Grönlands vor Eise nicht landen konnte, wendete er sich nord-westlich und fand unter 61" 15^ nördl. B. im Nordosten ein mit grünenden Inseln umgebenesLand, dessen-Einwohner ihm zu erkennen gaben, daß im Norden und Westen ein großes Meersei. Unter 66" E nördl. B. erreichte er sodann ein Land, das ganz von Eis frei war, und