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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
92
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Daurieu

Davenant

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werden solle. Diese Bedingungen des Vertrags kflieben denn auch im Allgemeinen bis zumI. >790 in Kraft, nur daß schon 1355 Faucigny und im Utrecht» Frieden von 1713 auchdie übrigen, im Osten der Alpen gelegenen Gebictstheile an Savoyen abgetreten wurden,wogegen aber die Krone Frankreich nicht nur allmälig alle Hoheitsrechtc, welche die deutschenKaiser noch bis Mitte des 14. Jahrh. in der Dauphine ausgeübt hatten, an sich riß, sondernauch 1446 die nachmals an verschiedene Personen als standcshcrrlichcs Hcrzogthum ver-liehene Grafschaft ValentinoiS damit vereinigte.

Daunen, ein bedeutendes Alpenland, welches vom Baikalsce und von der Lena so-wie von der Mongolei begrenzt ist, bildet den südlichsten Thcil, namentlich den KreisNertschinsk des rufs. Gouvernements Zrkuzk. Es hat seinen Namen von dem tungusischcnVolksstamme der Dauri, welche ehemals hier wohnten und die Bergwerke auf Silber be-arbeiteten. Das Land besteht aus mehren Gebirgsmasscn, namentlich dem mongolischenGrenzgcbirge, Khan Oola genannt, im Süden, und dem bäurischen Gebirge im Innern.Zahlreiche Berge wechseln mit kalten Hochsteppen, Wäldern, Morastland und Thälern.Die erster» sind steil nach Norden abstürzcnde Granitlager, auf den Abhängen mit Fels-trümmcrn bedeckt, und schauerliche Wildnisse. Ungeheure Granitblöcke lagern sich aufden Berg- und Steppenflächen, und die Bergkuppen, schneebedeckt, verlieren sich in den Wol-kcn. Felsen, welche Festungswerken und Ruinen gleichen, krönen die Berge und rauchenvom Nebel gleich Vulkanen. Die Gewässer sind zahlreich und die Gcbirgsquellen gebenhauptsächlich den Zuflüssen des Amur ihren Wasserreichthum; außerdem eilen zahlreicheWaldbäche und.Wildgcwässer zur Lena hinab. Das Klima des Landes ist sehr rauh; daherViehzucht, Holzbenutzung, Jagd, Bergbau und Hüttcnbcrrieb, sowie Fracht und Transtto-handcl nach den nördlichen Provinzen des chines. Reichs und des russ. Asiens die Hauptbe-schäftigung der ziemlich wohlhabenden russ. Landleutc bilden. Außer den Russen wohnenhier Buräten als Ackerleute und Hirten, Tunguscn, die mit ihren Pferden, Rindern, Ka-mcclen, Schafen und Ziegen in den Gebirgen umhcrziehen, und Mongole». Der bedeu-tendste Ort ist die Kreisstadt Nertschinsk (s. d.), außerdem sind noch zu erwähnen Strc-tinsk an der Schilka, Doroninsk an der Jngoda und die Grcnzfeste Zuruchaitu, letztere alsZoll und Handelsplatz an der Straße, welche durch die Mandschurei nach China führt.

Dauth (Joh. Maxim.), ein Schwärmer und Chiliast des 18. Jahrh., geb. zu Nieder-rhodcn, kündigte um >710 m Frankfurt am Main, wo er als Schuhmachergesell lebte, dennahen Eintritt des Jüngsten Gerichts an und weissagte allen Staaten und Städten, die ihmnicht glauben würden, den Untergang. Als Ruhestörer verwiesen, fuhr er eine Zeit langfort, in den Niederlanden und im Wittgensteinischcn sein Wesen zu treiben, und verleitetebesonders in der Gegend von Ulm mehre Bauern zum Abfalle von der protestantischen Kirche,deren Glieder er Heuchelchristcn. und scheinheilige Pietisten nannte. Später verschwand er.Von ihm erschien die „Helle Donnerposaune von den bevorstehenden Gerichten Gottes überdas röm. Reich" (Franks. 1709).

Davenant (Sir William), ein fruchtbarer engl. Dramatiker, dessen Schauspiele je-doch nicht mehr auf dem Theater, sondern nur in der Literaturgeschichte einen Namen haben,war zu Oxford 1605 geboren und kam schon früh in Verbindung mit dem Hofe. Nachdemer mehre dramatische Festspiele (Masken) für den letztem geschrieben, wurde er 1637 nachBen Jonson's Tode Hofdichtcr. Als eifriger Royalist verdächtig geworden, rettete ersich 1641 durch die Flucht nach Frankreich. Nach einigen Jahren zurückgckehrt, mußte erzum zweiten Mal dahin flüchten und ward dort katholisch. Auf der Fahrt nach Amerikaim I. 1650 von einem engl. Kreuzer gefangen, schwebte schon das Todcsurthcil über seinen'Haupte; nur Milton's Vermittelung soll ihn gerettet haben. Nach zweijährig» Haft er-hielt er seine Freiheit; man gestattete ihm, in London dramatische Unterhaltungen zu geben,welche Declamation mit Musik verbanden und woraus eine Art Darstellung hervorging,die sich der Oper näherte. Er starb am 17. Apr. 1668. Seine Dramen zeichnen sich vorden übrigen seiner Zeit durch Lebhaftigkeit und Correctheit aus, ohne durch eigenthü nlichcsFeuer einen Anspruch auf Dauer zu machen. Er selbst hoffte größer» Ruhm durch seinunvollendet gebliebenes episches Gedicht „Oumlibert," (in Anderson'S „Lritisb poets" ab-gedruckt) zu erwerben. Eine Sammlung seiner Werke erschien zu London (1673, Fol.).