so DaunuS Dauphine
I. UI. Im Rathe der Fünfhundert setzte er seine Thätigkcit fort, wurde dann von der Re-gierung mit der Organisation der röm. Republik beauftragt und half nach dem 18. Brumairedie Constitution vomI. VIII entwerfen. Später trat er, nachdem crdic Erhebung zum Staats-rath ausgcschlagen, in das Tribunal, aus dem ihn aber der erste Consul entfernte, weil er dessenPlane für die Monarchie unablässig bekämpfte. Demnächst wurde er Bibliothekar des Pan-theons, >804 Director des Archivs des Gesetzgebenden Körpers und 1807 des Rcichs-archivs, welche Stelle er bei der Restauration verlor. Erst die Julirevolution gab ihm dieselbezurück, woraufcr die Professur der Geschichte nicdcrlcgte, die er seit 18 lSam College de Francebekleidet hatte. ImI. l 8 l 8 war er Mitglied der Dcputirtcnkammer, in der er zur freisinnigenOpposition gehörte und sich kräftig für den öffentlichen Unterricht verwandte. Erst nach derJulirevolution wurde er wieder in dieselbe gewählt, doch zog er sich 1834 von dieser öffent-lichen Wirksamkeit für immer zurück und starb am 20. Juni l 840. Er war Mitglied undbeständiger Secrctair der Akademie der Inschriften und schönen Künste, sowie, von ihrerStiftung an, Mitglied der Akademie der moralischeii und politischen Wissenschaften. Vonseinen zahlreichen Schriften, mit denen er gewöhnlich in die Ereignisse seiner Zeit eingriff,erwähnen wir den „lär-ui -me lin-truction publique" (Par. 1793), „Lass, sur Is Con-stitution, etc." (Par. 1793). worin er die Grundznge des Gesellschaftsstaats entwickelte;„.^Iwstse lies opinions tliverses s»r l'origine tie i'imprimsrie" (Par. 1802) und „Lrsailiistorigns sur puissance temjiorelle ries pupes" (Par. 1810), eine durch Freisinnigkeitund Forschung ausgezeichnete Schrift, die >813 auf höher« Befehl vernichtet, erst 1818,freilich mit Abänderung, und zuletzt 1828 (Par., 4 Bdc.) wieder abgedruckt wurde. Auchverdanken wir ihm eine vollständige Ausgabe von Rulhiere's „llistoire cie I'anarckie 6s?ol»^ne" (4 Bde., Par. 1807) und die beste Ausgabe der Werke Boileau's, wie der Schrif-ten Che'nier's und Laharpe's. Überdies war er seit der Restauration Hauptrcdacteur des„.Inucnsl «iss s-tvoots", und in der letzten Zeit beschäftigte er sich mit der Herausgabe franz.Geschichtschreiber in der Sammlung von Bouquet, wie er denn auch lebhaften Antheil andem Vereine für die Literaturgeschichte Frankreichs nahm.
Daunus, der Bruder des Japyx und Peucetius, kam mit diesen aus Arkadien nachApulien. — Ein anderer Daunus, der Sohn des Pilumnus und der Danae (s. d.), warder Vater oder Ahnherr des Turnus. — Daunus hieß auch ein apulischer König, der Va-ter der Evippe, zu dem Diomedes (s. d.) kam.
Dauphin (vslpkinus), der frühere Titel des ältesten Sohns der Könige vonFrankreich, war ursprünglich der Herrschertitel der souverainen Herren der gleichbenanntenfranz. Provinz, der Dauphine (s. d.). Der kinderlose Humbert II. vermachte nämlichl 349 die Dauphins an Karl von Valois, den Enkel Philipp'- VI. von Frankreich unter derBedingung, daß der jedesmalige stanz. Thronerbe den Titel Dauphin von ViennviS führen unddie Dauphine beherrschen sollte. Noch Ludwig XI. gestand dem Dauphin bedeutende, fastsouveraine Rechte zu; seitdem aber verlor die Provinz ihr eigenthümliches Staatsrecht, undes sank nun die Würde zum bloßen Titel des präsumtiven Thronfolgers aus der unmittelba-ren Dcscendcnz des regierenden Königs herab, bis nach der Julirevolution auch dieser abge-schafft wurde. In der Auvergne muß sonst ein ähnliches Verhältniß stattgefunden haben,wenigstens vom Grafen Wilhelm VIII. an; in den Dichtungen jener Zeit führt sogar schonder Sohn Wilhelm's VII. den Namen Dauphin d'Auvergne. Dauphins d'Auver-gne heißt gegenwärtig ein kleiner Canton des Departements Puy-de-Döme, dessen Haupt-ort Vaudables ist. — Zum Gebrauche für den Unterricht des Dauphin ließ Ludwig XIV.unter der Aufsicht des Gouverneurs desselben, des Herzogs von Montausier, von den beidenLehrern des Dauphin, Bossuet und Huet, eine Ausgabe der röm. und griech. Classiker „inusum velpkmi" besorgen, die mit Ausnahme des Ovid, der zu Lyon gedruckt wurdx, in64 Quartbänden zu Paris 1674—1730 erschien, aber freilich dem Standpunkte der heu-tigen Kritik zum großen Theile nicht mehr genügen kann.
Dauphine (velpdioutus), eine der ehemaligen Provinzen Frankreichs, die bei derneuen Landeseintheilung in die Departements der Jsere, Dröme und der Oberalpcn zerfiel, imOsten durch die Alpen, im Süden durch die Provence, im Norden und Westen von der Rhonebegrenzt und von drei Nebenflüssen derselben, der Jscre, Dröme und Durance durchströmt,