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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
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Damwu 89

grade schnell durchlaufen, erwarb er seine ersten Lorbern als Generalmajor i» dem Tür-kenkricge von 1737 39 unter dem Grafen Seckendorf. Hierauf 1739 zum Fcldmar-schalllieutenant ernannt, nahm er an den beiden ersten schlcs. Kriegen sowie im östr. Erb-folgekriege an der Belagerung Prags, der Eroberung Baicrns und der Vertreibung derFranzosen bis über den Rhein rühmlichen Antheil. Der Ruf seiner Tapferkeit und Vor-sicht, den er sich bereits erworben, und seine Vcrheirathung mit der Gräfin von Fux, einerGünstlingin der Maria Theresia, setzten ihn in dem Vertrauen seiner Kaiserin unerschüttcr-lich fest. Nach dem Frieden mit Preußen im Z. 1745 ward er Generalfeldzcugmeister, kämpftehierauf 174648 in den Niederlanden gegen die Franzosen und erhielt 1754 die Würdeeines Feldmarschalls. Beim Beginn des Siebenjährigen Kriegs commandirte er 1757 diezweite große Hauptarmee in Mähren, rückte, nachdem die Schlacht bei Prag für die Ost-reicher unter Browne verloren gegangen war, Friedrich 11., welcher Prag belagerte, bisKollin (s. d.) entgegen Und lieferte hier am >8. Juni die Schlacht, durch welche er nachlangem angestrengten Kampfe den König zwang, die Belagerung aufzuhebcn und Böhmenzu räumen. Als Maria Theresia zum Andenken dieser Schlacht den nach ihr genanntenOrden stiftete, ward D. der zweite Ritter desselben. Einen andern bedeutenden Sieg truger in dem Überfalle bei H o chkirch (s. d.) in der Nacht vom 14. Oct. 1758 über Friedrich II.davon, der sich nach diesem Schlage aus der Lausitz zurückzichen mußte. Hier würde er ohneZweifel das ganze preuß. Heer vernichtet haben, wenn nicht der Prinz von Baden-Durlachmit seinem Corps zu spät angekommcn wäre. Ebenso zwang er den preuß. General Finkam 21. Nov. 1759 bei Maxen sich mit 11990 M. zu ergeben. Dagegen trug er durch seinZögern die Schuld, daß Laudon bei Liegnitz geschlagen wurde, und auch bei Torgau am 3. Nov.1769 ward ihm der gehoffte Sieg in Folge seiner Verwundung und durch Zicthen's kühn er-neuerten Angriff entrissen. Wegen seiner Wunden begab er sich einige Zeit nach Wien, kehrteaber schon 1761 auf den Kampfplatz zurück, wo er zuerst in Sachsen dem Prinzen Heinrich,dann in Schlesien dem König gegcnübcrstand, ohne jedoch von jetzt an etwas Entscheiden-des zu wagen. Man hat D.'s zögernde, jedes Wagniß vermeidende Art,,Krieg zu führen,vielfach getadelt; allein sie hatte weder Unkunde noch Unentschlossenheit zum Grunde, son-dern entsprang aus der richtigen Bcurtheilung seines großen Gegners. Einen Feldhcrrn, wieFriedrich ll., der, ohne einem Höher» zur Rechenschaft verpflichtet zu sein, die kühnsten Un-ternehmungen, bei denen sein Geist nur die Möglichkeit eines glücklichen Erfolgs erkannte,wagen durste, dem die Kühnheit gewissermaßen abgenöthigt wurde durch die Menge seinerFeinde, denen er nur durch Vereinzelung und rasch aufeinander folgende Siege zu wider-stehen vermochte, konnte der in seinem Wirkungskreise abhängige D. keinen lähmender» Wi-derstand leisten, als wenn er sich gleich einem zweiten Fabius Cunctator gegen ihn benahm.Friedrich 11. selbst erkannte sehr wohl, welchen gefährlichen Gegner er an D. habe. Gegründeterist der Tadel, daßD. nicht die erfochtenen Vortheile in ihrem ganzen Umfange zu benutzen undden Feind nach gewonnener Schlacht durch Verfolgung zu vernichten verstand. Von Cha-rakter war D'. höchst rechtschaffen, in seinen Berufsgeschäften unermüdct thätig, dabei sehrreligiös und in seinen letzten Lebensjahren sogar übertrieben ängstlich in Beobachtung derin der katholischen Kirche üblichen Gebräuche. Er starb am 5. Febr. 1776.

Daunou (Pierre Claude Franz.), ein durch Kenntnisse und Charakter ausgezeichneterstanz. Gelehrter, Publicist und Staatsmann, geb. am 18. Aug. 17 61zu Boulogne-sur-Mer,trat, nachdem er sich tüchtige Kenntnisse erworben, in die Congrcgativn des Oratoriums.Obschon hiermit dem geistlichen Stande angehörig, warf er sich doch in die Strudel der Re-volution und wurde 1792 als Abgeordneter des Depärtements Pas de Calais in den Na-tionalconvent berufen, wo er muthig uüd beharrlich mit seinem Landsmannc, dem berühm-ten Thomas Payne, die Cvmpetcnz der Versammlung als Gerichtshof im Proceffe Lud-wig's XVI. bestritt und auf Gefangenschaft des Königs während des Kriegs, dann auf Ver-bannung antrug. Dies und seine Verteidigung der Girondisten gegen die Partei des Bergsbrachten auch ihn ins Gefängniß. Durch den Sturz Robespierre's am 9. Thermidor warder vom gewissen Tode errettet und trat nun die einflußreichste Wirksamkeit im Convente an,indem er sich lebhaft bei allen Gesetzesentwürfen betheiligte, die eine neue Organisation desder Auflösung nahen Staats bezweckten. So entwarf er namentlich die Constitution vom