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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
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88
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88 Daubenton Dann

Daubenton (Jean Louis Marie), stanz. Naturforscher und Arzt, geb. am 20. Mail 716 zu Montbar, wurde 1744 Mitglied der Akademie und im folgenden Jahre Directordes Cabinets der Naturgeschichte zu Paris, welches er im Verein mit seinem Jugend-freunde Buffon zu einer der merkwürdigsten Anstalten der Hauptstadt erhob. Während derSchreckenszeit konnte er ruhig seine Studien fortsehen, da man, als ein Zeugnis seinesBürgersinns gefedert wurde, ihn seiner Section als Schafhirten vorstellte, der sich damit be-schäftige, die span. Schafe in Frankreich einzuführcn. Obschon von Natur sehr schwächlich,erreichte er dach durch Mäßigkeit ein sehr hohes Alter. Er wohnte am 31. Dec. 1799 zumersten Male der Sitzung des Senats bei, als ihn ein Schlagfluß traf und er bewußtlos in dieArme seiner Freunde sank. Den größtenNuf erwarb er sich durch seinen Ankheil anBuffon'sNaturgeschichte der vierfüßigen Thiere", welche ihm den mit bewundernswürdiger Genauig-keit, Klarheit und Scharfsinn ausgearbeiteten anatomischen Theil verdankt. In der Folgenahm er jedoch keinen Theil mehr an dem Werke, indem er sich beleidigt fühlte, daß Buffoneine Ausgabe mit Hinweglassung des anatomischen Theils veranstaltet hatte. Diebleiuoi-res" der Akademie bereicherte er durch eine Menge anatomischer Entdeckungen und durchUntersuchungen über die ThiergattuNgen und ihre Unterschiede, über die Veredelung derWolle und die Behandlung der Thierkrankheiten. Er war der treueste Beobachter derNaturund wußte sich stets von Buffon's Hypothesen frei zu halten. Auch die Mineralogie, diePflanzenkunde und die Ökonomie verdanken ihm vieles Licht. In derLncxclopeciie" be-arbeitete er den naturhistorischen Theil. Außerdem ist er Verfasser einer Menge gemein-nütziger Schriften, z. B. derInstruction pour les Kerkers" (3. Ausl., Par. 1790; deutschvon Wichmann, Liegn. 1799); derlllemoirs sur les iulligestions" (Par. 1798; deutsch,5. Ausl., Wien 1842).

Daulatabad oderDowlatabad, die Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks in derProvinz Aurungabad (s. d.), der größtenteils dem Nizam von Hyderabad gehört, ehe-mals unter mongol. Herrschaft groß und blühend, jetzt aber verödet und herabgekommcn, istals eine gewaltige Felsenfeste merkwürdig. Das Castell liegt auf einem etwa 569 F. hohen,beinahe senkrechten Granitfelsen, umgeben von einem 36 F. breiten Wassergraben und hatein langes, 12 F. hohes, durch Felsen gehauenes Gewölbe als einzigen Zugang. In derNähe vonD. beim Dorfe Ellora (s. d.) finden sich merkwürdigeFclsengrotten undTempel.Die Stadt hieß ursprünglich Jagara und war die Residenz eines mächtigen Hindufürsten/ bissie 1293 von den Moslemen erobert und ausgeplündert wurde. Später erstürmte sie 1595Nizam Schah von Ahmednuggur, nach dessen Tode sie Malik Amber in Besitz nahm, dessenFamilie sich bis zum J. 1654 behauptete, wo D. vonien Mongolen genommen wurde, dienun den Sitz der Regierung nach Aurungabad verlegten. Im 18. Jahrh. fiel D. mit Au-rungabad in die Hände Nizam cl Mulk's, dessen Nachkommen, die Nizam von Hyderabadsich im Besitz des Gebiets und der Stadt behauptet haben.

Däumling, ähnlich von Daum, wie d. h. Fäustling, Zwerg, von nry'zty

gebildet, ist ein bekannte^Held im Kindermärchen, der nach vielen drolligen Abenteuern zuletztmit Hülfe der Siebenmeilenstiefeln die Königstochter sich gewinnt. Vgl. die große AusgabederKindermärchen" der Gebrüder Grimm. Das Märchen veranschaulicht dem Kindesalter,wie der Geist im kleinen Körper über die rohe ungebildete Körperkraft siegreich sich zu erhebenund den höchsten Preis zu erstreben befähigt ist. In manchen Stücken berührt sich das Mär-chen vom Däumling mit dem vomDüm mling, d.h. dem Einfältigen im guten Sinne,der ohne Erfahrung mitten in das Treiben der Welt gestoßen manche Fährlichkeit bestehenmuß, woraus er zuletzt, klüger geworden, aber seines Herzens Einfalt bewahrend, siegreichhervorgeht und belohnt wird.

Daun (Lcop. Jos. Maria, Reichsgraf von), oberster Anführer der kaiserlichen Trup-pen während des Siebenjährigen Kriegs, wurde zu Wien am 25. Sept. 1765 geboren.Schon sein Großvater Wilh. Joh. Ant. von D-, gest. 1766, und sein Vater WirichPhil. Lor. von D-, gest. 1741, der sich im span. Erbfolgekriege auszeichnete, warenkaiserliche Feldmarschällc gewesen. Auch der junge D., obgleich anfangs dem geistlichenStande bestimmt, trat bald aus vorherrschender Neigung zur militairisihen Laufbahn überund wurde in das Regiment seines Äaters eingestellt. Nachdem er die gewöhnlichen Dienst'