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gleich angenommen wurde. Zm frühen Mittelalter fing man in einigen Ländern da- Jahrmit dem I. Marz an, in andern mit dem Jan., wieder in andern mit dem 25. Dec. oder mitWeihnachten, oder auch mit dem Ostersonntage selbst.
Daub (Karl), einer der wichtigsten Repräsentanten der neuern speculativen Theolo-gie, gcb. am 20. Mär; 1765 zu Kassel von armen Älter», verlebte seine Jugend unter be-schränkten Verhältnissen. Schon frühzeitig indeß entwickelte sich seine Liebe zu den Wissen-schäften, und auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt weckten die Schriften des Plato« inihm ein tiefes Bedürfnis philosophischen Denkens. Er studirte seit 1786 in Marburg, woer Tiedemann's Aufmerksamkeit auf sich lenkte, und wurde dann hier Mitaufscher der könig-lichen Stipendiaten und 1791 akademischer Docent. Persönliche Unannehmlichkeitenscheinen ihn bewogen zu haben, schon 1794 die Stelle eines Lehrers der Philosophie an derhohen Landesschule zu Hanau anzunehmen, welche mit einer ordentlichen Professur der Theo-logie zu Heidelberg zu vertauschen sich ihm noch in demselben Jahre Gelegenheit bot. Hier-mit hatte D. einen ihm angemessenen Wirkungskreis gewonnen, den er an derselben Univer-sität mit unausgesehtem Eifer bis an seinen den 22. Nov. 1836 plötzlich erfolgten Tod aus-füllte. Für das Verhältnis zwischen Philosophie und Theologie sind D.'s Schriften des-halb so wichtig, weil sich in ihnen der Einfluß, den der Wechsel der neuern philosophischenSysteme seit Kant auf die Theologie ausübte, abspiegelt. D.'s früheste Schriften, z. B.das „Lehrbuch der Katechetik" (Heidelb. 1801), stehen noch auf dem Standpunkte des Kant'-schen Kriticismus; bald darauf bemächtigte sich seiner die Schelling'sche JdentitätSphilo-sophie, und unter ihrem Einflüsse entstanden schon der Aufsatz „Über Theologie und ihreEncyklopädie" in den „Heidelberger Studien" (Bd. 2) und die Darstellung der DogmatikUnter dem Titel „Ikeologumena sivs lloctrinae lle religions ckristisna ex natura Delperspects repeteixlae cspita potivra" (Heidelb. 1806) nebst den erläuternden „Vorlesun-gen" darüber in den „Heidelberger Studien" (> 808). Das mystische Element, welches sichin ihnen geltend macht, trat sehr stark hervor in der wol vorzugsweise unter den Einfluß derSchelling'sche« Abhandlung über die menschliche Freiheit entstandenen Schrift „JudasJscharioth oder Betrachtungen über das Böse im Verhältnisse zum Guten" (Heidelb. 1816;2. Aufl., 1818), in welcher allen Ernstes der Satan, als „sein eigener Schöpfer", als das„wundervollste Scheusal der Natur", den Gott gleichwol aus „Liebe" dulde, für dir Ursachedes Bösen erklärt wird. Nachdem Hegel namentlich durch D.'s Einfluß nach Heidelbergberufen worden war, verdrängte die Hegel'sche Dialektik dieses mystische Element, und D.zeigte sich in mehren Recensionen und Abhandlungen in den berliner „Jahrbücher" und denvon Ullmann und Umbreit herausgegebenen „Studien und Kritiken" (z.B. „Über den Logos,ein Beitrag zur Logik der göttlichen Namen", 1832) als einen der einflußreichsten Vertreterder damals mit der Theologie noch nicht zerfallenen Hegel'sche» Schule. Sein Hauptwerkin dieser Beziehung war „Die dogmatische Theologie jetziger Zeit oder die Selbstsucht in derWissenschaft des Glaubens" (Heidclb. 1833). Wegen seines Übergang« von Kant zuSchilling und von Schilling zu Hegel hat man ihn den Talleyrand der Theologie genannt;die Veränderungen seines Standpunkts gründeten sich aber vielmehr auf die subjektiveÜberzeugung nothwendiger wissenschaftlicher Fortschritte. Seine persönliche Ehrenhaftigkeitund sein strenger wissenschaftlicher Ernst leben in dem Andenken seiner Schüler und Freundefort. Bis zu seinem Tode, der ihn auf dem Katheder überraschte, erfüllte er die Pflichtenseines Berufs. Bald nachher begannen Marhcineke und Dittenberger eine Sammlungseiner „Theologischen und philosophischen Vorlesungen" (Bd. I — 6, Berl. 1836—43)herauszugeben, enthaltend dir „Vorlesungen über die philosophische Anthropologie" (1838),„Vorlesungen über die Prolegomena zur Dogmatik und über die Kritik der Beweise für dasDasein GotteS" (1839), „Vorlesungen über die Prolegomena zur theologischen Moral undüber die Principien der Ethik" (1839), „System der theologischen Moral" (1840 — 43)und „System der christlichen Dogmatik" (Berl. 1841). Noch bei Lebzeiten D.'s war er-schienen „vr. Karl D.; Darstellung und Beurtheilung der Hypothesen in Betreff der Wil-lensfreiheit", hcrausgegeben von Kröger (Altona 1834). Vgl. außerdem Rosenkranz,„Erinnerungen an Karl D." (Berl. 1837) und di« schöne und lebendige Charakteristik D. -in Strauß's „Charakteristiken und Kritiken" (Lpj. 1839)