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4 (1845) D bis Entern
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ist dies nur dadurch möglich, daß sie in dem Auffassenden durch das Mittel der Darstellung,die Sprache, diejenigen Vorstellungen und Gefühle erregen, die der Gegenstand, wenn erselbst vor das Auge hinträte, erregen würde. Auf dieser Täuschung beruht gleichwol die poe-tische Wahrheit der Darstellung. Unter den durch die Poesie darstellbaren Gegenständenbehaupten die den ersten Rang, welche Handlung in sich begreifen; daher man darstel-lende Dichtungsarten vorzugsweise diejenigen nennt, welche Handlungen oder Ereignissezum Gegenstände haben. (S. Poesie.) Der Schauspieler hat die darstellende Poesie, undzwar durch seine ganze Persönlichkeit, zu versinnlichen. Die handelnde Person, die er ausdem Drama des Dichters vorstcllt, soll er nicht blos verstellen, d. h. er soll nicht blos einenSchein haben, als ob er jene Person sei, sondern soll sie darstcllcn, d. h. er soll jenen Scheinbis zur Täuschung erheben, als sehe man wirklich jene Person. Daher hat man wegen dervollkommenen persönlichen Vergegenwärtigung oft auch die mimischen Künste vorzugsweisedie darstellenden Künste genannt.

Daru (Pierre Antoine Bruno, Graf), einer der bedeutendsten Staatsmänner Frank-reichs aus der Schule der Revolution und Napoleon's, geb. zu Montpellier 1767, betrat iml 6. Jahre die militairische Laufbahn, nachdem er eine ausgezeichnete Schulbildung erhaltenhatte. Beim Ausbruche der Revolution gab er sich, wie alle junge Männer von Geist, denGrundsätzen derselben völlig hin, weil sie ihm zugleich eine glänzende Laufbahn eröffnete.Poesie und Literatur blieben indcß seine Lieblingsbeschäftigungen; für sie wußte er selbst im La-ger und bei den fremdartigsten Arbeiten Zeit zu gewinnen. Seinen Ruf als Dichter gründeteer durch die ,,'Bradiictinn an vers des poösies d'llorace" (Par. 1806; 6. Aust., 2 Bdc.,

1823), die neben manchen prosaischen Stellen einzelne vollendete Partien enthält. Um die-selbe Zeit erschien seine(lldopedie, on In tlieorie des reznitstions en litterature" (Par.

1800), ein Gedicht voll Geist und feiner Wendungen. Napoleon war ihm ganz besondersgewogen, D. aber auch dafür demselben mit unbegrenztem Eifer ergeben. Die ihm anver-trantcn wichtigen Verwaltungsgeschäftc vollzog er stets im Interesse Frankreichs und seinesKaisers mit der größten Genauigkeit, wodurch er sich freilich von andern Seiten einen ebensogroßen Haß als eiüe ans der Verkennung seines Standpunktes hcrvorgegangene unrichtigeBezirtheilung zuzog. Dies gilt insbesondere von seiner Verwaltung als Generalintendantin Ostreich und in Preußen in den I. 1805, 1806 und 1800. Als Mitglied des Staats-raths erwarb er sich den Ruhm, mit dem Kaiser der fleißigste und thätigste Arbeiter desselbenzu sein, und es gibt fast keinen Posten in der höhcrn Verwaltung, den D. nicht bekleidet hätte.,Zur Zeit der ersten Restauration hatte er das Portefeuille der allgemeinen Kriegsverwal-tung. Blücher ließ in seinem HasscD.'s Besitzungen sequcstriren; doch diese unbillige Maß-regel ward aufgehoben, sobald sic zur Kenntniß der verbündeten Monarchen gekommen. ImI. 1818 wurde D. zum Pair ernannt und 1828, nachdem er schon seit 1805 Mitglied desNationalinstituts gewesen, in die Akademie der Wissenschaften ausgenommen. Von Staats-äpttern seit der Restauration entfernt, widmete er seine Muße vorzüglich geschichtlichenStudien und war als Mitglied der Pairskammcr einer der eifrigsten Vertheidiger der libe-ralen Grundsätze. Er starb auf seinem Landsitze Becheville bei Meulan am 5. Sept. 1820.Sein Hauptwerk, dieBistoire de I» republiczue de Venise" (7 Bde., Par. 181921;-i. Aufl., 8 Bde., 1828), machte Epoche im Gebiete der historischen Literatur und wird stetsihren Werth behaupten. Einen deutschen Auszug daraus lieferte Bolzenthal (3 Bde., Lpz.

1825 27). Seineklistoire de la Bretagne" (3 Bde., Par. 1826) ist zwar minderanziehend als die Geschichte Venedigs, aber wie diese den gründlichen Forscher und den kräf-tigen Darsteller bewährend. SeineNotions statisticzues sur In librsiris, pour servir » ladiscussion des lois snr la presse" (Par. 1827, 3.) haben ein allgemeines staatswirthschaft-liches Interesse. Ein nachgelassenes didaktisches GedichtB'sstronomis" (Par. 1830) isteine seiner besten poetischen Leistungen.

Darwin (Erasmus), engl. Arzt, Naturforscher und didaktischer Dichter, geb. am12. Dcc. 1731 zu Elston bei Newark in der Grafschaft Nottingham, studirte in Cambridgeund Edinburg und lebte später in Derby, wo er am lO.Apr. > 802 starb. Er stand eine Zeitlang wegen seines medicinischcn Systems im Rufe, bis man das Unhaltbare, Folgewidrigeund Ungründlichc desselben erkannte. Unter seinen Werken sind zu erwähnenLovuoin?