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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
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83
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Darre Darstellung 83

ten, Buntpapier, Kutschen, Gold- und Silberwaaren, Wachslichte, Starke, Taback u. s. w.;auch gibt cs in D. vier Buchhandlungen und elf Buchdruckereicn. In der Nähe liegt dasJagdschloß Kranichstein und eine Viertelstunde von D., bei Bessungcn, beginnt die roman-tische Bergstraße (s. d.), welche nach Heidelberg führt. Vgl.D. und seine Umgebungen"(Darmst. 1836). D. wird zuerst in Urkunden des l l.Jahrh. erwähnt und noch zu An-fänge des 14. Jahrh. war es Dorf im Besitze der Grafen von Kahenellnbogen, die jedoch1380 für dasselbe Stadt- und Festungsrecht vom Kaiser erlangten. Allmälig hob es sichnun, sodaß daselbst 1403 der rheinländische Adel ein großes Turnier halten konnte. Nachdem Erlöschen der männlichen Linie der Grafen von Katzenellnbogen mit Philipp's Tode imI. 1479 kam D. an Hessen. Im Schmalkaldischen Kriege ward cs durch das kaiserlicheHeer eingenommen und das alte Schloß in die Luft gesprengt. Nach Philipp des Großmü-thigen Tode im J. 1567 siel die Stadt bei dcr Theilung an dessen jüngsten Sohn Georg,der sie zu seiner Residenz wählte und Stifter der hcsscn-darmstädtischcn Linie wurde. Mehrnoch als er thaten für die Erweiterung der Stadt die Landgrafen Ludwig V. und VI.; dochihren höchsten Glanzpunkt erreichte sie unter dem Großhcrzog Ludwig l. In D. wurde182022 der sogenannte Darmstädter Handelscongreß von den Bevollmächtig-ten mehrer süddeutschen Staaten gehalten, der damals allerdings zu keinem Ergebnisseführte, der aber die Grundlage des 1828 zwischen Hessen-Darmstadt und Preußen abge-schlossenen Zollvereins bildet. Vgl. Dieffenbach,Geschichte von D." (Darmst. 1836).

Darre nennt man eine Vorrichtung zum Trocknen des Obstes, Flachses und Malzes.Die Obst- und Flachsdarren bilden ein längliches Viereck in der Höhe eines gewöhn-lichen Backofens, und sehr vortheilhaft ist es, sie mit den Gemeindebacköfen zu verbinden, indenen sämmtliche Gemeindeglieder mit namhafter Ersparung an Brennmaterial backen.Unter den verschiedenen Arten der Malzdarre sind namentlich die englische und die Rauch-darre anzuführen; erste« eignet sich besonders bei Stein- und Braunkohlenfeuerung, letzterebei Holzfeuerung. Eine neue Malzdarre, die sich durch Zweckmäßigkeit empfiehlt, hat Nietscherfunden. Darrhaus nennt man die besonders in den russ.'Ostseeprovinzen vorkommenden Gebäude zum Trocknen des Getreides im Strohe und zum Ausdreschcn desselben.

Darrsucht bezeichnet eine Anzahl Krankheiten, die in ihren Ursachen zwar sehr ver-schieden, in ihren sichtbaren Symptomen jedoch untereinander sehr ähnlich sind. Während beiden Schwindsüchten ein wichtiges Organ des Körpers durch Vereiterung, also durch Über-gang in einen flüssigen Zustand verloren geht, erscheinen die Darrsuchten als allgemeineVertrocknung, deren Ursache darin liegt, daß die erkrankten Organe der Ernährung nichtso viel Ersah an Stoffen und Kräften liefern, als der naturgemäße Verbrauch crfodert. DieDarrsucht kommt in jedem Lebensalter vor;'bei Kindern ist sie beiden Geschlechtern gleichgefährlich, unter den Erwachsenen trifft sie hauptsächlich die Männer. (S. Atrophie.)

Darstellung heißt überhaupt die Handlung, durch welche man etwas zu einem Ge-genstände der äußern Anschauung macht. Das, was dargcstellt wird, kann entweder einWirkliches sein, welches im Bilde der sinnlichen Auffassung dargeboten wird, oder ein inner-lich Gedachtes und Vorgebildetes, für welches die Darstellung einen sinnlich-anschaulichenAusdruck sucht. So versteht man namentlich unter ästhetischer Darstellung diejenige Be-handlung eines ästhetischen Stoffs, wodurch er eine ihm entsprechende, durch sich selbst ge-fallende Form für die Anschauung erhält. Dieser Stoff ist immer eine ästhetische Idee, undin dem Maße, wie der Künstler diese Idee behandelt, erreicht oder verliert er seinen Zweck,nämlich die Darstellung derselben. Sie ist nicht mit der bloßen mechanischen Behandlung,mit der Ausarbeitung zu verwechseln, die nur das Mittel zur Darstellung ist. Ein sinnlichAnschaubares soll eine bestimmte Idee des Geistes ausdrücken und einen dieser Idee gemäßenGefühlszustand Hervorbringen. In dieser Foderung liegen Anschaulichkeit, Objektivität undVollständigkeit als die Bedingungen, unter denen dieses allein bewirkt werden kann. Ammeisten und im engsten Sinne sind es die bildenden Künste, und unter diesen vornehmlich diePlastik, welche darstellen können, indem sie das künstlerisch Gedachte als wirklichen, raum-erfüllenden Gegenstand den dafür empfänglichen äußern Sinnen hinstellen; sie bringen Ge-stalten im eigentlichen Sinne hervor. Wo andere Künste, namentlich die Poesie, darstellen,