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4 (1845) D bis Entern
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82 Darmsaiten Darmstadt

ser der einzige Ausfühnmgsgang bleibt. Bis zu den Insekte» hinab bleibt der Darm gewun-den und läßt noch Abgrenzungen zwischen Dünn- und Dickdarm unterscheiden. Die größ-ten Abweichungen folgen bei den niedrigem Thierclaffen. Bald ist der Darm noch gewun-den, bald geht er vom Magen bis zum Aster in einer geraden Linie. Bisweilen besteht derganze Darmkanal oder vielmehr der ganze Vcrdauungsapparat aus einem runden oder läng-lichen Schlauch, dessen einzige Öffnung die Functionen von Mund und Aster in sich verei-nigt, doch lassen sich immer noch selbst bei vielen Arten der Jnfusionsthiere zwei Öffnungen,die eine zur Aufnahme des Nahrungsstoffs, die andere zur Absonderung des Unbrauchba-ren, mit einem dazwischen liegenden Verdauungskanale, wahrnchmen. Unter den Krank-heiten der Gedärme ist die Darmentzündung, die in Folge von Erkältung, äußern Ver-letzungen, Einklemmung bei Brüchen, Darmeinschiebungen u. s. w. entsteht und immer sehrgefährlich ist wegen des leicht hinzutrctenden Brandes, die am häufigsten vorkommende. DieDarmverengerung,wo eine verengerte Stelle im Darmkanal den Durchgang des Spei-sedreis hindert, ist meist eine Folge chronischer Unterleibslciden und geht zuweilen in Darm-verhärtung und Darm Verschließung über, die zumeist tödtlichcn Ausgang haben.

Darmsaiten, zum Beziehen der Geigcninstrumente, Harfen, Lauten, Guitarrenu. s. w., werden von den Darmsaitenmachern oder in besondern Fabriken aus den dünnstenund elastischsten Gedärmen der Lämmer, jungen Gemsen, Nehe, Ziegen und Katzen durchZusammendrehen mittels des Darmhaspels und Seilerrads verfertigt. Die Zurichtung der-selben zu diesem Zwecke ist höchst mühsam. Zu den feinsten Violinsaiten (Quinten) werdendrei, zu den stärksten (Quarten) sieben, zu den gröbsten Baßsaiten 120 Därme genommen.Das erste Erfoderniß einer guten Darmsaite ist vollkommene Gleichheit der Stärke in ihrerganzen Länge, die aber durch sorgfältiges Gespinnst, nicht durch Glättung mittels Bims-steins hergcstellt sein darf. Die besten Darmsaiten, gewöhnlich romanische Saiten ge-nannt, welche sich durch Feinheit, klare Durchsichtigkeit, Elasticität und Dauer empfehlen,liefert Italien, namentlich Neapel. In Deutschland werden zu Nürnberg, Augsburg, Ne-gensburg, München, Kallmünz und Mittenwalde in Baiern, zu Adorf und Neukirchen imsächs. Voigtlande, zu Hanau, Öffenbach, Aschaffenburg, Wien, Prag und Schönbach inBöhmen viele und gute Darmsaiten verfertigt, die zwar den besten italienischen nachfiehcn,die französischen dagegen übertreffen.

Darmstadt, die Haupt- und Residenzstadt des Eroßherzogthums Hessen (s. d.), inder Provinz Starkcnburg, liegt am kleinen Flusse Darm, der sie in Alt- und Neustadt schei-det, und ist der Sitz der obersten Behörde des Landes und der Provinz sowie eines Oberap-pellationsgerichts, das zugleich das Cassationsgericht bildet. Die Altstadt ist finster und unre-gelmäßig gebaut; die Neustadt dagegen hat sehr regelmäßig angelegte breite Straßen, wie dieRhein- und Neckarstraße, große freie Plätze, z. B. den Luisenplatz, ein regelmäßiges Achteck,auf welchen vier Straßen münden, mit dem Denkmale des Großherzogs Ludwig's I., undschöne Gebäude. Unter den vier Kirchen ist nur die neue katholische Kirche, die 182227erbaut wurde und eine Rotunde bildet, zu erwähnen. Zn der Altstadt sind nächst dem imalten franz. Stile seit 1717 erbauten großherzoglicheu Residcnzschloffe, welches die Ge-mälde-, Antiken-, Waffen-, Münz-, Naturalien- und Korkmodellsammlung, die Bibliothekvon 90000 Bänden, das physikalische und mathematische Cabinet enthält, als vorzüglicheGebäude zu erwähnen das umfangreiche Prinzenpalais, das prachtvolle von Möller 1819erbaute Hofoperntheater, welches 2000 Zuschauer faßt, und das Zeughaus, eins der geräu-migsten in ganz Deutschland, welches ftüher als Exercierhaus gebraucht wurde, jetzt aberzum Artilleriedepot dient. In der Neustadt sind außer der neuen katholischen Kirche dasPalais des Erbgroßherzogs, das landgräfliche Palais, das Casinogebäude, die beiden Colle-gienhäuser, der Marstall und die Casernen die hervorragendsten Gebäude. Die Zahl der Ein-wohner beläuft sich mit Einschluß des Dorfes Bessungen, welches 2000 E. zählt, jedoch ohnedas Militair, auf 29000, darunter 2500 Katholiken und etwa 600 Juden; im 1.179-1zählte die Stadt nicht viel über 7 000 E. D. hat ein Gymnasium, ein Pädagogium, eineArtillerie- und Militairschule, eine Realschule und viele andere treffliche und wohlthätigeAnstalten, wie z. B. die 1827 gemachte Wilhelminenstiftung, eine Töchtervrrsorgungsan-stalt- Die Bewohner sind sehr gewerbthätig und fertigen Leinen- und Wollenwaaren, Tape-