Darlingtou Darm 81
(commockstum), bei welchem letztem die geliehene Sache nicht zu verbrauchen sonbern nurzu gebrauchen und in Natur zurückzugebcn ist. Wer nicht die freie Verwaltung seines Ver-mögens hat, kann weder ein gültiges Darlchn geben, denn das Gegebene wird für ihn so-gleich in nsturn zurückgefodert, noch empfangen, du, sobald er das Dargeliehcne verbraucht,keine Verpflichtung zum Ersatz vorhanden ist. Die röm. Gesetze, wie das Ssnstuscvnsultumliluceilonisaum aus den Zeiten des Kaisers Claudius, erklären ein Darlehn, welches einemin väterlicher Gewalt stehenden jungen Manne gegeben wird, für unverbindlich, d. h. derDarleiher hat kein Zurückfoderungsrecht gegen den Schuldner, obwol er Das, was ihm dar-auf wirklich gezahlt wird, auch nicht wieder herauszugeben schuldig ist, und die Schuld durcheine spätere Anerkennung gültig werden kann. Aus dem Darlehnsverkrage an sich folgt nurdie Verbindlichkeit zur Zurückgabe des Empfangenen in gleicher Art und Zahl; doch kön-nen mancherlei Nebenbestimmungen hinzugefügt werden, wie z. B. die Entrichtung vonZinsen (s. d.), die Sicherheitsleistung durch Pfand und Bürgschaft und die schriftlicheForm des Vertrags. (S. Schuldschein.)
Darlington., ein ansehnlicher und gewerbreicher Marktflecken in der engl. Graf-schaft Durham unweit des Tees am Skern, hat eine schöne, im 12. Jahrh. erbaute gothischeKirche mit einem >80 F. hohen Thurme und zählt 7200 E-, welche Leinwand-, Damast-,Band-, Leder- und Wollenfabriken unterhalten. Auch befindet sich hier eine Mühle zurSchleifung optischer Gläser, eine vielfach benutzte Mineralquelle und zwei merkwürdige Erd-fälle, von denen der eine 30 Parks im Durchmesser hält. Seit >825 ist D. mit Stocktondurch eine Eisenbahn verbunden.
Darm, Darmkanal oder die Gedärme nennen wir denjenigen Theil des mensch-lichen oder thierischen Körpers, welcher die im Magen verarbeiteten Stoffe aus diesem auf-nimmt, dieselben durch eine eigenthümliche, den Windungen eines kriechenden Wurms nichtganz unähnliche Bewegung, die peristaltische genannt, nach und nach weiter drängt und nacheiner Reihe von Processen, welche das zur Ernährung des Körpers Taugliche von demdazu Untauglichen abscheiden, crsteres zu weiterm Gebrauche abgibt, letzteres aber aus-stößt. Der Darm beginnt mit dem sogenannten Pförtner (pchorus), einem wulstigen Mus-kclring, in den sich der Magen an seinem rechten Ende öffnet, und man unterscheidet zweiHauptpartien, den Dünndarm (intestinum tenue) und den Dickdarm (intestinumcrassum). Elfterer zerfällt wieder in den Zwölffingerdarm (ckuoclenuin), den Lccr-darm (jejunum) und den Krummdarm (ileum), welche, in ihrem Bau wenig von-,einander verschieden, das Gekröse'fmdsonterinm) bilden. Der Dickdarm beginnt amEnde des Krummdarms mit dem Blinddarm (intestinum cnscum), welchem derwurmförmige Anhang (processus vermiformis) angefügt ist, geht dann in den Grimm-darm (colon) über, von dessen drei Abtheilungen die erste (cvlon ascenäens) an der rechtenSeite des Unterleibs gerade hinaufsteigt, die zweite (colon tr-msversum) aus die linke Seitehinübergeht und die dritte (volon ckescenckens) auf derselben Seite sich wieder herabsenkt,und endigt sich im Mastdarme (intestinum rectum). Der Darm besteht aus der inncrnSchleimhaut und der äußern Muskclhaut, welche durch eine Zwischenlage von Zellgewebeverbunden sind. Außerdem wird noch der größte Theil von der Bauchhaut cingeschlosscn,welche die Lage desselben erhält. Der Dünndarm hat dünnere Wände und ist enger als derDickdarm. Die Drüsen im Darmkanal, welche nach dem Mastdarm zu immer größer undgedrängter werden, sondern den Darmschleim ab, und die einsaugenden Gefäße, die in derSchleimhaut befindlich sind, nehmen den Nahrungsstoff in sich auf. Die Länge des ganzenDarms beträgt das Fünf- bis Sechsfache des Körpers, dem er angehört. In der langenReihe organischer Wesen von dem Menschen hinab bis zu den Anfängen der Thicrwclt, denJnfufionsthierchen, bietet natürlich auch die Einrichtung des Darmkanals eine unendlicheVerschiedenheit dar. Zeigen auch die Säugthicre eine schon sehr abweichende Formation derVerdauungswerkzeuge vom Munde bis zum Ausgange des Magens, so ist doch die Einrich-tung des Darmkanals selbst von der des Menschen nicht mehr verschieden als durch die Grö-ßenverhältnisse des Thiers bedingt wird. Schon bei den Vögeln ändert sich diese Einrichtunginsofern, als hier auch die Urinwerkzeugc ihr Product in den Darmkanal ergießen, sodaß die-Conv.-Lex. Neunte Aust. IV. 6