Darfur Darius 79
geber derselben, Dederich, vermuthet, daß das in fehlerhafter Diction abgefaßte Werk in das6. oder 7. Jahrh. gehört und von einem ungebildeten Römer herrührt. Bedeutung hat dasWerk dadurch gewonnen, daß es für die zahlreichen Bearbeitungen der Sage von Troja imMittelalter sowol in lat. als romanischer und deutscher Sprache die Grundlage bildet. Dieerste datirte Ausgabe, mit dem Diktys (s. d.) zusammen, erschien in Mailand (1477, 4.);den ersten kritischen Text besorgte I. Mercerus (Par. 1618). Außerdem sind noch bemer-kenswertst die Ausgaben von Anna Dacier (Par. 1680 und Amst. 1702, 4.) und besondersvon A. Dederich (Bonn > 835).
Darfur oder dasLandFur, eine der größten Oasen der libyschen Wüste oder desöstlichen Theils der Sahara in Afrika, die letzte, südliche Oasengruppe, hat weder einen Fluß,noch Quellen, weshalb Menschen und Thiere verschmachten müssen, wenn der Regen aus-bleibt. Löwen, Rhinocerosse und Elefanten machen durch ihre Raublust und Wildheit dasLand sehr unsicher. Die Bewohner, von schwarzer Hautfarbe, gehören nicht der Negerracesondern einem der Berberstämmc an. Sie sind Moslcmen, treiben Ackerbau und nährensich außerdem vom Handel. Große Karavanen gehen von hier nach Sudan, Ägypten undNubien, wo sie hauptsächlich Negersklaven, Elfenbein, Gummi, Straußfcdern, Tamarindenund Nashörner verhandeln. Übrigens ist D. durch Einwanderung der westlichen Stämmezum Stapelplatz des Sudan geworden. Die Zahl der Bewohner beläuft sich auf 200000 ,nach Andern, wohl übertrieben, auf I'/- Mill. Sie stehen unter einem erblichen Sultanmit unumschränkter Gewalt, der den großartigen Titel „Büffel der Büffel, Stier der Stiere,starker Elefant" führt. Das Heer besteht aus ungefähr 30000 M., theils Freien, welcheLändereien als Sold bekommen, theils Sklaven. Jährlich wird eine Nazzie oder Sklaven-jagd nach Südwesten und in die nahen Oasenstriche unternommen. Die Residenz des Sul-tan und der Hauptplatz desKaravanenhandels aus dem Westen her istKobbc, mit 6000 E.;ferner sind zu bemerken Swaini, der Sammelplatz der Karavanen nach Ägypten, und Kubka-bia, der Schlüssel der Weststraße, mit beträchtlichem Handel, besonders in Baumwollenzeugcn.
Darren, s. Panama (Landenge von).
Darius ist der Name mehrer pers. Könige. Darius I., der Sohn des HystaspcS,des Statthalters von Persis, verband sich im I. 521 mit sechs andern edlen Persern zurErmordung des falschen Smerdis, der sich nach des Kambyses Tode des Throns bemächtigthatte. Die Verschworenen hatten verabredet, daß sie am Morgen nach der Thal zu Pferdzusammenkommen wollten und daß Derjenige König sein sollte, dessen Pferd die ausgehendeSonne zuerst durch Gewieher begrüßen werde. Der Stallmeister des D. führte in der Nachtdas Pferd seines Herrn an dem bestimmten Orte mit einer Stute zusammen und durch dieseList geschah es, daß am nächsten Morgen des D. Pferd zuerst wieherte. So gelangte er zurHerrschaft, deren er sich durch Thatkraft würdig zeigte und in der er sich durch die Vermäh-lung mit einer Tochter des Otancs, des Haupts der Verschwörung, und mit zwei Töchterndes Cyrus, von denen besonders Atossa Einfluß auf ihn gewann, befestigte. Die StadtBabylon, die sich empört hatte, belagerte er zwei Jahre ohne Erfolg, bis sie ihm durch dieSelbstaufopferung seines Feldherrn Zopyrus gewonnen ward. Dieser ging, nachdem erselbst seinen Körper grausam verstümmelt hatte, zu den Babyloniern über und täuschte siedurch das Vorgeben, daß er von D. so gcmishandelt worden sei und daß er nach Rache dürste.Sie gaben ihm eine Bcfehlshaberstelle und vertrauten ihm endlich die ganze Stadt an, dieer 517 dem D. überlieferte. Im1.513 zog D. mit 700000 M. über eine Brücke, die überden Bosporus und eine andere, die über die Donau geschlagen ward, gegen die Scythcn, dieihn durch verstellte Flucht tief in ihr unwirthbares Land bis an den Oarus (die Wolga) ver-lockten, sodaß er nur mit großem Verlust den Rückzug bewerkstelligte. Megabyzus, den ermit 80000 M. in Thrazien zurückließ, unterwarf dieses Land; D. selbst aber ging nachAsien zurück, wo er seine Herrschaft im Osten bis an den Indus ausdchnte. Die Unterstü-tzung, welche die Athener und Eretricr den ionischen Städten gewährten, als diese das pers.Joch im I. 501 abwarfen, und ihre Theilnahme an der Verbrennung von Sardes veran-laßte den D., der auch durch den vertriebenen Athener Hippias aufgercizt ward, zu seinenUnternehmungen gegen Griechenland. Nach der Eroberung von Milet und der Unterwer-fung der Ionier, sendete er 495 den Mardonius mit einem Heer durch Thrazien und Mace»