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Danzig
Gewalt waren, sank sie sehr bald von ihrer Höhe herab. Nachdem König Stanislaw vonPolen erklärt hatte, daß er die Stadt ihrem Schicksal überlassen müsse, und nun Preußenderen Unterwerfung »erlangte, kam es zu einem Vertrage, in Folge dessen die Preußen am28. Mai 1793 die Außenwerke besetzten; allein das Volk griff zu den Waffen, und es ent-spannsich ein Kamps, der jedoch nach wenigen Tagen mit der Unterwerfung der Stadt endete.Unter PreußensHerrschaft begann die Stadt wieder aufzublühen, doch nach dem Ausbruche desfranz. Kriegs im I. I8V6 trafen sie neue harte Schläge. Am7.März 1897 von dem Corpsunter dem Marschall Lefebvre umringt, wurde ihre Einschließung auf der Landseite durchWegnahme der großen Landzunge, Frische Nehrung, am 2V. März vollendet. Obwol dieBesatzung bei den Ausfällen vom 21. und 26. großen Muth bewies so konnten diese An-strengungen doch nicht verhindern, daß sich die Belagerer am I. Apr. auf dem Zigankabergesestsetzten. In der Nacht vom 23. zum 2-1. Apr. begann das Bombardement der Stadt unddauerte mit Zwischenräumen bis zum 21. Mai fort. Vergebens versuchte der General Ka-mcnskoi sich mit 5999 M. Verstärkung in die Stadt zu werfen; auch eine engl. Corvette, welcheauf der Weichsel die nöthigen Kriegsvorräthe, Geld u. s. w. zuführen sollte, gerieth auf denGrund und wurde von den Belagerern genommen. Der Mangel an Munition und der.vom Feinde beabsichtigte Hauptsturm, der bei der Überlegenheit desselben in seinem Ergeb-nisse nicht zweifelhaft sein konnte, bestimmte endlich den Gouverneur, Grafen von Kalck-reuth, am 24. Mai zur Capitulation auf dieselben Bedingungen, die er dem General d'Oyream 22. Juli 1793 bei der Übergabe von Mainz bewilligt hatte. Die Besatzung verließ am27. Mai die Festung mit Kriegsehren und der Verpflichtung, ein Jahr lang nicht gegenFrankreich zu dienen, den Einwohnern aber ward eine Kriegssteuer von 29 Mill. Francsmit der Bewilligung allmäliger Bezahlung auserlcgt. Der Marschall Lefebvre (s. d.) er-hielt zur Belohnung für die Einnahme der Stadt den Titel eines Herzogs von Danzig.Durch den tilsiter Frieden wurde D. als freie Stadt mit einem Gebiete von zwei Lieues, diedurch die willkürliche Erklärung Napvleon's auf zwei deutsche Meilen ausgedehnt wurden, un-ter Frankreichs, Preußens und Sachsens Schutz anerkannt; doch konnte cs, als sranz. Waffen-platz, seiner Unabhängigkeit niemals froh werden, da fortwährend ein franz. Gouverneur,General Rapp, in Garnison daselbst blieb, und durch das Continentalsystem der Haupt-nahrungszweig, der Handel mit England, zerstört war. In Folge des russ. Kriegs wurde D.am 31. Dec. 1812 in Belagerungsstand erklärt. Inzwischen gelang cs doch den franz. undpoln. Truppen des zehnten Armeecorps, sich beim Rückzuge in die Stadt zu werfen, ebensolangten noch Verstärkungen aus Spandau und Magdeburg an, sodaß die Garnison 39999 M.betrug, als gegen Ende Jan. 1813 das russ. Einschiicßungscorps, aus 6999 M. Kosackenbestehend, erschien, welches jedoch bald durch ein Corps von 7999 M. Infanterie und 2599M. Cavalerie mit 69 Feldgeschützen, unter dem Generallieutenant von Loewis, abgelöstwurde. Die blutigsten Ausfälle und Angriffe fanden am 4. Febr., 5. März, 27. Apr. und,nachdem am 1. Juni die Belagerer durch 8999 M. preuß. Landwehren unter dem OberstenGrasen Dohna verstärkt w»rden waren, am 9. Juli statt. Nach dem Waffenstillstände vom24. Aug. übernahm der Herzog von Würtemberg den Oberbefehl der Belagerungsarmee,der nun am 28. und 29. Aug., am 1., 7. und 17. Sept. und am 1. Nov. den Belagertenbei Ausfällen und durch Angriffe die hitzigsten Gefechte lieferte. Erst als ein engl. Geschwa-der sich von der Seeseite derStadt genaht und dieselbe gemeinschaftlich mit den Landbattcrienvom I. Sept. an, auch mit Congreve'schen Raketen beschossen hatte und die zweite Paralleleeröffnet worden war, kam am 17. Nov. eine Capitulation zu Stande, nach welcher die Gar-nison am l. Jan. 1814 die Waffen strecken und mit der Verpflichtung, binnen einem Jahrenicht gegen die Verbündeten zu dienen, nach Frankreich geschickt werden sollte. Doch dieseBedingungen erhielten die Genehmigung des Kaisers Alexander nicht, und der Gouverneur,General Rapp, der wahrscheinlich viele Geräthe und Kriegsbedürfniffe heimlich hatte ver-nichten lassen und deshalb zu einer längern Vertheidigung keine hinreichenden Mittel besaß,mußte sich bequemen, die Festung so zu übergeben, daß am I. Jan. alle Polen und Deutschein ihr Vaterland entlassen wurden, am 2. aber alle Franzosen ausrückten, um als Kriegs-gefangene in das Innere Rußlands geführt zu werden. Während dieser elfmonatlichen Ein-schließung und Belagerung waren in der Stadt 399 Häuser und Speicher niedergebrannt,