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fach gewarnt; allein im Gefühle seiner geistigen Überlegenheit und in dem Bewußtsein seinesgroßen Einflusses aus die Gemeinde von Paris, vielleicht auch aus Anhänglichkeit für Frank-reich, verschmähte er die Rettung durch die Flucht. In der Nacht vom 31. März 1794wurde er mit Lacroix auf Befehl Robespierre's verhaftet. Der Convent erschrak über dieseMaßregel; es entspann sich eine Debatte, in welcher Nobcspierre und Saint-Just be-sonders auf das ausschweifende Privatleben D.'s hinwiesen, und im Namen der Tugendwurde die Anklage, so viel Stimmen auch kurz vorher für den Angeklagten sich erhobenhatten, cinmüthig beschlossen. D. erschien zugleich mit seinem verhafteten Freunde am 3. Apr.vor dem Revolutionstribunal, das ihn beschuldigte, er habe den Herzog von Orleans auf denThron setzen wollen. Er behandelte die Richter mit Stolz und Verachtung und ging vonseiner Vertheidigung zu den härtesten Anklagen seiner Verfolger über. Vor der Thüre desSaals befand sich die schöne, junge Frau Desmoulins', die das Volk bearbeitete. Schonzögerte das Gericht, als der beängstigte Robespierre schnell im Convent ein Decret durchge-hen ließ, daß alle Angeklagten, die die Untersuchung stören würden, ohne Verhör gerichtetsein sollten; unmittelbar darauf wurde das Todesurtheil ausgesprochen. „Man opfert unseinigen feigen Räubern", schrie D., „aber sie werden ihren Sieg nicht lange genießen; ichziehe Robespierre nach. Der Feige! Ich allein besaß die Macht, ihn zu retten." Am 5.Apr. bestieg D. das Schacht mit den Conventsdeputirten Desmoulins, Lacroix, d'Eglan-tine, He'rault de Se'chelles, Philippeaux, Delaunay d'Angers, Cbabot und Baziro; dem Ge-neral Westermann, einem Spanier, einem Dänen und zwei Östreichern. D. behielt seineStandhaftigkeit bis zum letzten Augenblick, nur bei dem Andenken an seine Frau, die erzärtlich liebte, vergoß er am Fuße des Schafots einige Thränen. In seinem Privatleben warD. mild und freundlich; seine äußere Erscheinung entsprach der Kühnheit und dem Riesen-haften seiner Gedanken; wenn er sprach, erregten sein heftig bewegtes Gesicht, sein drohenderBlick und das Betäubende seiner rauhen Stimme Furcht, Schrecken und Überwältigung.
DÄNville, s. Anvillc (Jean Bapt. Bourguignon d').
Danz (Joh. Traug. Leber.), Geh. Consistorialrath und Professor der Theologie zuJena, wurde am 31. Mai 1769 zu Weimar geboren, wo sein Vater Lehrer am Gymnasiumwar. Durch den frühen Umgang mit Herder wohlthätig angeregt, ging er 1787 nach Jenaund von da 1791 nach Eöttingen, um unter der Leitung Eichhorn's, Schlözer's, Heyne'sund Spittler's sich weiter auszubilden. Sechs Jahre lebte er dann wieder in seiner Vater-stadt, wo er sehr bald als Lehrer am Gymnasium und am Landschullehrerseminar angc-stellt wurde. Jm J. 1798 wurde er Rector der Stadtschule zu Jena, habilitirte sich aberauch bei der Universität, hielt philologische, pädagogische und bald auch theologische Vorle-sungen und wurde 1897 außerordentlicher und 1899 ordentlicher Professor der Theologie.Von dieser Zeit an hat er besonders über Kirchengeschichte, Moral, theologische Literarge-schichte und Encyklopädie sowie über die praktisch-theologischen Wissenschaften Vorlesungengehalten, auch eine Reihe von Jahren das katcchetische Seminar geleitet. Seiner theologi-schen Richtung nach gehörte er jederzeit zu den entschiedenen Rationalisten. Unter seinenSchriften ist besonders sein „Lehrbuch der Kirchengeschichte" (2 Bdc., Jena 1818—22) zunennen, das sich durch beigegebene Auszüge aus den Quellen empfiehlt; ferner der „Grund-riß der Wissenschaften des geistlichen Berufs" (Jena 1824), die „Theologische Encyklopädie"(Weim. 1832), die „Imtis Uoctrinae pati-istieae" (Jena 1839) und vor Allem das „Uni-versalwörtcrbuch der theologischen, kirchen- und religionsgeschichtlichen Literatur" (Lpz. 1837— 43; nebst Supplement I, Lpz. 1843), an welchem er in seiner Zurückgezogenheit, nach-dem er 1837 pcnsionirk worden, arbeitet. — Sein Sohn, Aug. Heinr. Emil D., Ober-appellationsgcrichtsrath und ordentlicher Professor der Rechte zu Jena, geb. daselbst amI > -Dec. 1896, wendete sich, besonders durch Savigny's Vorträge begeistert, mit Vorliebe demStudium des rüm. Rechts zu. Er habilitirte sich 1839 zu Jena und hielt seitdem dort mitgroßem Beifall und in stets anregender Weise Vorlesungen über das röm. Recht nach allenseinen Entwickelungen in dogmatischer und historischer Hinsicht. Sein bedeutendstes Werkist das „Lehrbuch der Geschichte des röm. Rechts" (Lpz. 1849), das eine klare Übersicht desbereits sicher ermittelten Stoffs gibt, dabei aber auch viele neue Ansichten und eigen-hümliche Ideen entwickelt.