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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
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Danton 73

der Nationalversammlung und federte die Anklage der königlichen Minister. Doch erst nachder Flucht des Königs begann er seine große politische Rolle. Am 17. Juli 1781 rief er dasVolk auf da- Marsfeld, um eine Petition für Absetzung des Königs zu unterzeichnen. Alsin Folge dessen Lasayetre und Bailly das Martialgesctz in Kraft setzten und die Verfolgungder Aufrührer begann, floh D. mit Desmoulins und Legendre aus Paris, kehrte aber baldunter dem Schutze des Volks zurück und zeigte sich nun als den unversöhnlichsten und furcht-barsten Feind der alten Ordnung. Der Hof, der ihn nicht verderben konnte, suchte ihn jetzt zuerkaufen; was indeß auch der Partcihaß vorgebracht, es kann nicht bewiesen werden, daß D.käuflich war. Während Nobespierre und Marat sich bei den Aufständen vom 28.Juni und18. Aug. > 792 versteckt hielten, führte D. mit kaltblütigem Muthc und unter donnerndenAnreden die bewaffneten Massen gegen die Tuilerien und warf durch seine zwingende Per-sönlichkeit den Thron vollends in den Staub. Hierauf wurde er zum Justizminister erhoben,um ihm Gelegenheit zu geben, die sogenannte Volksjustiz auch von oben herab zu üben.Schon waren die fremden Heere über die Grenze gedrungen, und Paris stand in der höchstenVerwirrung, als D. in der Nationalversammlung erklärte, daß Blut und Schrecken nurallein das Vaterland retten könnten. Er rief einen Vertheidigungsrath zusammen, ließ dieWaffen wegnehmen, ordnete die Verhaftung aller Royalisten und widerspenstigen Priesteran und gab der Versammlung in glühenden und furchtbaren Worten am I.Sept. die Nach-richt, daß die Anstalten zur Rettung des Vaterlandes getroffen seien. Am folgenden Tagebegannen hierauf bezahlte Rotten in den Gefängnissen zu Paris, später zu Orleans undVersailles, die Ermordung Aller, die das Unglück gehabt hatten, als Verdächtige eingezvgenworden zu sein. Die Blutschuld dieser sogenannten Septembergreuel wird nur dadurch gemil-dert, daß D. hier und überall zur Rettung der Revolution gegen die Massen, nicht gegen Per-sönlichkeiten, wüthete; für Einzelne war im Gegentheil sein Herz dem Mitleiden nicht ver-schlossen, wie er denn z. B. Duport, Barnave, Lamcth und den Abbe Barthelemy rettete.Von der pariser Gemeinde in den Convent erwählt, legte er das Ministerium nieder und be-trieb, nachdem er die ewige Verbannung aller Emigranten erlangt, mit glühendem Eifer dieVerurtheilung des Königs, für dessen Tod er, als abwesend, schriftlich und fast ohne Be-dingung stimmte.In derThat, wir werden ihn nicht richten, sondern lödten", antwortete erDenen, welche die Umwandlung des Convents in ein Tribunal unrechtmäßig fanden. Alsdie Armee Dumouriez's siegreich in Belgien vordrang, begab sich D. mitLacroix zu Anfängedes I. 1793 dahin, um das revolutionairc Regiment auszubreiten und zu befestigen;Staats- und Kirchengüter wurden von ihm zu diesem Zwecke confiscirt und verschleudert, dieentgegenstrebenden Parteien verfolgt, persönliche Rechte und Bitten aber auch hier geachtet.Die Beschuldigung, daß sich D. und sein Genosse durch diese Confiscationen bereichert, istnicht ohne Grund, wenigstens zeigten sich jetzt seine Privatvcrhältnisse glücklicher. Um nachdem Abfalle Dumouriez's und der Zerrüttung der Armee die Anklage auf Einverständnißvon seinem Haupte zu wälzen, trat er im Convent mit grausenhaster Wuth auf. Auf seinenVorschlag wurden nicht allein 380808 M. für das Heer auSgehoben; er schlug auch vor,die Provinzen im Falle einer Invasion völlig zu verheeren. Endlich wurde am 18. Märzdurch ihn ein außerordentlicher Gerichtshof ins Leben gerufen, das spätere Nevolutions-tribunal, vor dem er bald selbst erscheinen sollte. D. war den gemäßigten Girondisten per-sönlich nicht abgeneigt; allein der wiederholte Antrag derselben auf Bestrafung der blutigenMetzeleien, zwang ihn, sich völlig mit der wüthenden Bergpartei zum Sturze der Gironde zuverbinden und die Jnsurrection vom 31. Mai hervorzurufen. Gegen seinen Willen mußten dieausgestoßenen Convcntsglieder das Schafot besteigen. DieserZug der Mäßigung brachte ihnum die Gunst des fanatischen Volks und der Jakobiner, und obschon er das Gesetz des Maximumsowie die Besoldung der Sansculotten durchsetzte, sank sein Ansehen täglich in den Scctionen,im Convent und im Wohlfahrtsausschüsse, besonders da er sich auch gegen die Feste derVernunft erklärte. D., der mit Desmoulins und andern Gemäßigtem den Strom dämmenwollte, in den hauptsächlich er das Volk von Paris gestürzt hatte, mußte darin selbst unter-gehcn. Nachdem er die Partei He'bert'S hatte auf das Schafft bringen helfen, wurde von demeifersüchtigen und die Volksmacht unterdrückenden RobeSpierre, nach einem fruchtlosen Ver-rinigungsversuche, sein Sturz beschlossen. Man hatte D. vor der bedrohenden Gefahr viel-