^2 Dantiscus Danton
(Padua 1827) und mit Anmerkungen von Cavazzoni u. A. (Mod. 1831); die „Lpi-»tolse, guae exlant" mit Anmerkungen von Karl Witte (Padua 1827). Die beste Ge»sammtausgabe der Werke D.'s erschien zu Venedig bei Zatta (5 Bde., 1757—58, -1.).„Die göttliche Komödie" ward zuerst von Bachenschwanz (3 Bde., Lpz. 1767—69) inProsa und, nachdem A. W. Schlegel einige Proben einer metrischen Übersetzung geliescrthatte, von Kannegießer (3 Bde., Lpz. 1811—21; 1 . Aust., 1813), von Streckfuß (3 Bde.,Halle >821 — 27; 3. Ausl., 1819—11), vom Prinzen Johann von Sachsen unter demNamen Philalethes (2 Bde., Dresd. 1839—19, i.) mit kritischen und historischen Erläu-terungen und von Kopisch (Berl. 1819) metrisch übersetzt. Ganz in D.'s Leben verflochten unddes Dichters nicht minder würdig sind seine herrlichen „Lyrischen Gedichte" (deutsch von Kan-negießer und Witte, Lpz. 1826; 2. verm. und verb. Aust., 1812); seine „Vits nuova" über-setzte Oeynhausen (Wien 1821), später Karl Förster (Leipz. 1842). Erwähnung verdienennoch Flaxman's Zeichnungen zss der „Divma cnmmeüia", die von Pistrucci (nach Piroli)gestochen, unter dem Titel „Vtlante Dantescn" erschienen (Mail. 1822). Ein Bildniß D.'sauf einer Medaille fand Melchiorri Misserini >832 auf. Das Leben D.'s von Boccaccioist besonvers erschienen in mehren Ausgaben (von Gamba, Ven. 1824); die neueste Le-bensbeschreibung ist die „Vita <Ii 1)." von Cesare Balbo (2 Bde., Tur. 1839); über Bca-trice und ihr Bildniß gibt es eine besondere Schrift von Misserini, „Dell' amor« cki Dante eclel ritratto cli Leatr. Dortinsri" (3. Aust., Flor. 1832).
Dantiscus (Joh.), ein sehr gefeierter neulat. Dichter, wurde 1185 zu Danzig ge-boren, daher der Name Dantiscus, dessen er sich statt seines eigentlichen Namens Flachs-binder bediente, und erhielt seine Bildung auf der krakauer Akademie. Nachdem er eineZeit lang zur Vertheidigung des Landes im poln. Heere gedient hatte, durchwanderte erPalästina, Syrien, Arabien und Griechenland. Nach seiner Rückkehr ins Vaterland zog erdurch seine Gedichte die Aufmerksamkeit des Königs Sigismund's 1. auf sich, der ihn zu seinemHossecretair ernannte. Später trat er in den geistlichen Stand, verblieb aber als Secretairan der Seite des Königs und begleitete diesen nach Presburg, wo er sich durch seine Ge-dichte die Gunst des Kaisers Maximilian in dem Grade erwarb, daß er von diesem als Dichtergekrönt und unter dem Namen von Hofen (a (,'nrii,) geadelt wurde. Seine Sprachkennt-nisse und sein Geschick zu diplomatischen Geschäften veranlaßten den König von Polen, ihnan den Kaiser Karl V. zu senden. Auch hatte er Thcil an dem Friedenschlusse des Kaisersmit Venedig und wohnte dem augsburger Reichstage im 1.1539 bei. Um 1535 kehrte er,nachdem er noch den Kaiser Karl V. bis nach Spanien begleitet hatte, nach Polen zurück undwurde erst zum Bischof von Culm, dann zum Bischof von Ermeland erhoben. Innige Freund-schaft verband ihn mit Kopernikus und Hosius; auch unterhielt er mit den Anhängern Lu-ther's vertrauliche Verbindungen. Er starb 1518. Seine Gedichte, meist Gelegenheitsge-dichte über die damaligen Zeitverhältnisse, erschienen gesammelt von Böhm (Brcsl. 1761)und zeichnen sich durch reine Latinität und klare Gedanken, weniger durch poetische Tiefe aus.
Danton (Georges), einer der mächtigsten Charaktere und Träger der franz. Revolu-tion, war am 28. Oct. 1759 zu Arcis-sur-Aube in der Champagne geboren und von derNatur mit kolossaler Gestalt, kühnem, ausschweifenden Geiste und großen Fähigkeiten aus-gestattet. Beim Ausbruche der Revolution lebte er in Paris als Advocat in unbedeutenden,durch sittliche Zügellosigkeit zerrütteten Verhältnissen. Seine Laufbahn in der beginnendenBewegung war ihm darum mehr als Andern vorgezeichnet. Seine flammenden Reden, dieer dem Volke auf den öffentliche» Plätzen und in den Versammlungen derJakobiner hielt,der kühne Muth, den er bei Erstürmung der Bastille bewies, machten ihn schnell zum Führerder nieder» Volksmassen, sodaß Mirabcau den an Talent und Charakter ebenbürtigen, nurin anderm Kreise wirkenden Mann an sich zu fesseln und alsbald zu benutzen trachtete. ZumPräsidenten des Districts der Cordeliers erwählt, stiftete D. mit Desmoulins und Maratnach dem Vorbilde der Jakobiner den Club der Cordeliers, der bald alle leidenschaftlichenGemüther vereinigte und seine Führer im politischen Fanatismus überbot. Schon im Jan.17 99 wagte D-, durch die Volksgunst unterstützt, sich der gerichtlichen Verhaftung Marat'S,wie seiner eigenen, zu widersehen; im Nov. erschien er an der Spitze einer Deputation vor