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Dante Alighieri
fall des Vaterlandes und über die Schlechtigkeit und Selbstsucht der Menschen, irrte er um-her. Da drängte sich ihm der Gedanke der politischen Einheit auf, den er auch in seiner Schrift„De mmmrclüi»" entwickelte, und es scheint, daß er, diesen zu verwirklichen, endlich keineandere Möglichkeit sah, als mit Hülfe der starken kaiserlichen Macht. So mochte es ge-schehen, daß er sich zu den Ghibcllinen stellte. In Lunigiana fand er Zuflucht bei MorellvMalaspina, der ihm eines Tags die Handschrift der sieben ersten Gesänge eines Gedichtszeigte, welches D. schon im Vaterlande begonnen hatte, Blätter, die zufällig in Morcllo'sHände gekommen waren. Don jetzt an erwachte in D.'s Seele die Lust, das Gedicht, die„vivina commellia", fortzusetzen, und er machte es zu einem großen, gewaltigen Gericht überseine Zeit und Alle, die handelnd und bcmerkenswerth in ihr aufgetreten waren. Die Be-nennung „6ommeäia" gründet sich auf eine Vorstellung D.'s von den Formen der Wohl-redenheit, welche ihm, wie er in seinem zuerst wahrscheinlich lat. geschriebenen Werke „veiiavolxsre eloquenra" angibt, tragisch, komisch und elegisch war, sodaß, was er Tragödienannte, anfangs wunderbar und ruhig, zuletzt aber grausend und schrecklich wird, was ihmKomödie hieß, von einem rauhen Beginn zu einem glücklichen Ausgang fortschreitet. DasBeiwort clivina aber wurde später vonAndern hinzugefügk, wie denn D. in den ältesten Aus-gaben selbst mit dem Beiworte „il tlivino" oder „il teologo" belegt wird. Bei seinem Werke soller die Vision Alberico's, eines Mönchs, in der ersten Hälfte des 12. Jahrh. im Kloster MonteCasino in Neapel benutzt haben, die Cancellieri in den „0886rvsLioni intvrno slla <zue8tioi>esnpra la origiuslitä Uella Diviaa cvinineciia c!i O." (Rom 1814) mit Anmerkungen ab-drucken ließ. Seine letzten Jahre verlebte D. zu Ravenna bei Guido Novelle da Polenta,der als ein Freund der Musen ihm gern Schutz gewährte. Hier starb er am 14. Sept. 1321und wurde in der Kirche der Minoriten begraben, wo ihm der venet. Patricier, BernardoBembo, der Vater des Cardinals, 1483 ein prächtiges Denkmal errichten ließ. Die Floren-tiner, die ihren großen Mitbürger ausgestoßen und verfolgt hatten, beeifertcn sich nach seinemTode, ihr Unrecht zu sühnen, indem sie seinem Andenken die Verehrung erwiesen, die sie ihmselbst versagt hatten. Sie stellten sein von Giotto gemaltes Bild öffentlich auf, foderten,wicwol vergeblich, seine Asche von den Navennatcn und besoldeten einen Gelehrten, umöffentliche Vorlesungen über sein Gedicht zu halten. Auch ein Kenotaph in der Kirche Sta.°Croce zu Florenz feiert seit 1829 sein Andenken. Von den sechs Kindern, die D. hinterlicß,haben seine beiden ältesten Söhne, Pietro und Jacopo, sich als Gelehrte bekannt ge-macht und unter Anderm einen Commentar über die „Divina commeäia" ihres Vaters ge-schrieben, der jedoch nicht ans Licht getreten ist. Mit Recht betrachten die Italiener D. alsden Schöpfer ihrer poetischen Sprache und den Vater ihrer Poesie; denn von seinem bil-denden Geiste behandelt, gewann jene zuerst eine reinere und würdigere Gestalt. Die Ter-zine erscheint zuerst bei ihm in ihrer Vollkommenheit, weshalb man ihn irrigerweise sogar fürden Erfinder derselben angesehen hat Unter den wol 60 Ausgaben der „viviira comwsclia",welche seit 1472 erschienen, sind die besten die von Lombard! (3Bde., Rom 1791; 2. Aufl.,4 Bde., 1815—17, 4.), die mailändische (3 Bde., 1809, Fol.) und die florentiner (3 Bde.,1817). Von großem Einflüsse auf die Textesanordnung war die Bekanntmachung der vonBoccaccio herstammenden Handschrift (Rovato 1820) und die von Quirico Viviani besorgteAusgabe „6ru8ta lalerioiis Usl cocl. Laitoliuiano" (3 Bde., Udinc 1823 — 28), sowie dieAusgabe der als der besten gerühmten Erklärung „I/ottiilio commentv Uella vivioa c»m-mellia." (3 Bde., Pisa 1827—29). Die Literatur über die „Viviim commeclia" ist unge-heuer groß. Zahllose Commcntare behandeln bald den ästhetischen Werth des Gedichts, balddie darin auftrctende Theologie und Philosophie, bald die geschichtlichen Thatsachen, bald dieoffenbaren oder geheimen, politischen oder religiösen Tendenzen des Dichters; viele Com-mentare sind zu einzelnen Versen erschienen, oder über einzelne Allegorien und Anspielungen,so mehre über das Veltro. Besonders ausgezeichnet ist der Commentar von Arrivabene „Usecoio <0 1). etc.", der zuerst mit dem Bartolin'schen Text erschien und dann besonderszu Florenz (1830), und merkwürdig der Commentar von Ugo Foseolo (Lond. 1825). Vonandern Werken D.'s sind verschiedene Einzelausgaben vorhanden; die „kro-e" wurde her-ausgezebcn von Torri (2 Bde., Pisa 1839); die „Vita nuovs" von Trivulzio (Mail.1827) und nach einer Handschrift aus dem 15. Jahrh. zu Pesaro 1829; der „eouvito"