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7b Dante Alighieri
das Gebiet der Sculptur gezogen hat, wurde zu Paris am 25. Dec. 1800 geboren. Erhatte Bosio zum Lehrer, machte bei der Akademie in Paris seine ersten Studien und gingdann nach Italien, wo er sich ganz dem Portrait zuwendete. Sein erstes großes Werk inRom war die Büste Papst Pius' VIII., der 1829 die Büste Boycldieu'S folgte. Schon inItalien fing er an, Statuetten zu liefern, in denen er das physisch Lächerliche in einer Phy-siognomie oder in einer Gestalt auffaßte, aber nur so weit, als die physiognomische Ähnlich-keit nicht verwischt wird, sondern im Eegcntheile mehr hervortritt, und diese Statuetten, ge-wöhnlich Chargen genannt, waren es, die ihm bald nach seiner Rückkehr nach Frankreich imI. 1839 einen ausgebreitcten Ruf erwarben. Namentlich gab England, das er wiederholtbesuchte, ihm reichen Stoff für dieses Genre. Dabei vernachlässigte er keineswegs die idealeund ernste Sculptur; fast von allen Notabilitäten Frankreichs fertigte er portraitircnde kleineEypsbüsten > auch lieferte er die großen Büsten Jean Baert's für das Museum der Marine.Ludwig Philipp's für das Museum zu Versailles, eine zweite Boyeldieu's für die StadtRouen (1835), der Erisi, Bcllini's, Lekain's für das Peristyl des 'I'üeätrs lrsn^uis, derMalibran, Nourrit's, Lamennais' und die Statue und Büste Demidow's in Lebensgröße.Unter seinen überaus zahlreichen Chargen sind die Talleyrand's, Wellington's, Broug-ham's, Dorset's, O'Conncll's, des Herzogs von Cumberland, König Wilhelm's IV., LordGrey's und unter den Künstlern Nossini's, Victor Hugo's, Soulie's und Liszt's am be-kanntesten. Zur Ehre D.'s ist noch zu erwähnen, daß er sein gefährliches und bis jetzt einzi-ges Talent bei der ihm inwohnenden Herzensgüte und Ehrenhaftigkeit nie gemisbraucht,daß er nie Chargen berühmter Damen gemacht und daß er das Gebiet der Politik gemiedenhat. Sein reiches, höchst interessantes Atelier in Paris ist eins der besuchtesten. — Auchsein älterer Binder, Antoine Laurent D., geb. zu Saint-Cloud am 8. Dec. 1198 undebenfalls gebildet in Rom, genießt eines verdienten Rufs als Bildhauer. Neben mehrengrößer« allegorischen und andern Arbeiten lieferte er namentlich eine ausgezeichnete Büstedes Marschalls Villars' für das Museum zu Versailles.
Dante Alighieri wurde am 27. Mai 1265 zu Florenz geboren und hieß eigentlichmit seinem Vornamen Dur ante, was die Florentiner in Dante abkürzten. Als neunjähri-ger Knabe sah er im Hause des Folco Portinari, wohin ihn seine Mutter zur Feier eines Früh-lingsfestes mitgenommen hatte, dessen Tochter, die achtjährige Bcatrice, die seine Einbil-dungskraft entflammte, ihn zu seinen frühesten Gedichten begeisterte und, auch nachdem sieden Simone de' Bardi geheirathet und endlich in ihrem 25. Jahre gestorben war, sich ihmstets als seine Muse darstellte. Nach dem Tode dieser nur geistig Geliebten stellte er seinereine Liebe zu ihr in der „Vitu iniova" dar und widmete ihr später das Gedicht „Vaiwrosoeonvito"; auch verherrlichte er sie in seiner „Oiviaa coinmeüia". übrigens wissen wir vonseiner frühesten Erziehung wenig mehr, als daß er ein Schüler des Brunctto Latini, einesals Dichter, Gelehrter und Staatsmann berühmten Florentiners, war. Er studirte zu Flo-renz, Bologna und Padua Philosophie, später zu Paris djc Theologie und war in der lat.Literatur ziemlich bewandert. Im Dienste seines Vaterlandes focht er 1289 bei Campal-dino gegen die Aretincr, 1299 bei Caprona gegen die Pisaner und war dann Gesandter derRepublik in Rom und an mehren andern Höfen. Seine Ehe mit Gemma, der Tochter desManetto Donati, die er um 1291 schloß, war nicht glücklich; seine Gattin trennte sich spätervon ihm. Im I. 1399 wurde er zum Prior, einer der höchsten Magistratsstcllen, seinerVaterstadt, erhoben, jedoch zu seinem Unglück. Florenz war damals durch die Parteien derBianchi und Neri entzweit. Die erstcre, als die schwächere, suchte Hülfe bei dem Papst Bo-nifaz VIII., und dieser beschloß, den sich damals in Rom aufhaltenden Bruder Philipp's IV.von Frankreich, Karl von Valois, nach Florenz zu schicken, um die Unruhen beizulegen. D.widersctzte sich als Prior diesem Vorhaben, weil er davon gefährliche Folgen für die Freiheitdes Staats fürchtete, und ward dafür 1392 sammt den Häuptern derBianchi verwiesen undseiner Güter beraubt, da er die ihm auferlegte Geldstrafe von 8999 Lire nicht bezahlenkonnte. Sein Leben war nun eine fast ununterbrochene Kette von Widerwärtigkeiten. Zu-nächst lebte er einige Zeit in Arezzo; im 1.1394 nahm er seine Zuflucht zu Alboin dellaScala in Verona, der sich durch die Unterstützung, welche Talent und Verdienst bei ihmfanden, den Beinamen des Großen erworben hatte. Unstät, finster, zürnend über den Zer-