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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
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Dannenberg Dantan 69

gensten Arbeiten die beiden Büsten des Königs Friedrich von Würtemberg, die sprechendähnliche Büste Lavater's, die des Prinzen Paul von Würtemberg, ein echter Antikenkopf,die der Großherzogin Stephanie von Baden, die drei Büsten der Königin Katharina vonWürtemberg, sowie die des Königs Wilhelm von Würtemberg und des russ. Generals Frei«Herrn von Benkendorf. Sein Hauptwerk aber, das acht Jahre lang ausschließend das Herz,die Phantasie und das Studium des Künstlers in Anspruch nahm und dessen Urbild ereinem begeisterten Traumgesichte verdankte, ist sein Christus. In Marmor wurde diesesWerk für die Kaiserin Maria Feodorowna gearbeitet und 1824 vollendet, ein zweites Exem-plar für den Fürsten von Thurn und Taxis gefertigt. D. suchte hier den Begriff des göttli-chen Mittleramts, in der ganzen geistigen Bedeutung, zu verkörpern; man vermißt aberdabei eine gewisse körperliche Energie. Wirkungsreicher tritt diese in seiner Statue des Jo-hannes hervor, die er 1826 für die Begräbnißkapellc auf dem Rothenberg arbeitete. Nach-dem D. seine letzten Jahre mit geschwächten Geisteskräften, aber in milder freundlicher Ruheverlebt hatte, starb er am 8. Dec. 1841. Zur Orientirung über den eigentlichen Stand-punkt, welchen D. in seiner Zeit als Bildhauer einnimmt, dient am besten, daß er, zwischenCanova und Thorwaldsen mitten inne stehend, zuerst und am glücklichsten die von jenemausgegangene Anregung aufnahm und in sinniger Weise, mit zartem Naturverständniß undliebevollem technischen Fleiß fortbildete, während der jüngere Zeitgenosse, noch fruchtbarerals selbst Canova, Beide durch Tiefe, Reichthum und Originalität der Erfindung, wie zu-gleich durch ein treueres Anschlüßen an den Geist und die Typen elastischer und christlicherKunstbildung früherer Jahrhunderte übertraf. D. ist aber, namentlich im anatomischenStudium, in der Jndividualisirung, deshalb auch im Portrait, im feinen Ausdruck und ingemächlicher Wahrheit seinem Vorgänger überlegen und verdient daher den großen Namen,den er bald nach seinem Auftreten erhielt, für immer zu behaupten. Seine Darstellungender griech. Mythe gehören dem früher» Zeitraum, die christlichen einem spätem an. Unterjenen dürfte die Ariadne, unter diesen der Johannes, wie unter den Büsten das kolossale Bild-niß Schiller's den Preis der Vollendung haben. Vgl.D.'s Werke in einer Auswahl; miteinem Lebensabriß dcsMeisters herausgegcben von Grüneisen und Wagner" (Hamb. 1841).

Dannenberg, eine alterthümliche, mit Mauern umgebene Stadt in der hannöv.Landdrostei Lünebuig, auf einer Anhöhe an der schiffbaren Zeetze, mit einem alten Schloß,hat etwa 1500 E-, welche sich hauptsächlich von Frachtschiffahrt und Handel nähren. DaSgleichnamige Amt, dessen Sitz D. ist, bildete ehemals die kleine Grafschaft gleiches Na-mens. In der alten Burg zu D. wurde König Waldemar II. von Dänemark durch denGrafen Heinrich von Schwerin, der ihn 1223 bei der Jagd überfallen und gefangen ge-nommen hatte, in strenger Hast gehalten. Herzog Albrecht von Lüneburg baute, nachdemdie alte Burg als Naubschloß 1377 zerstört worden war, an deren Stelle die Stadt D- unddas jetzige Schloß. Später kam D- an Braunschweig und 1672 an den Herzog Georg Wil-helm von Lüneburg.

Danov (Ernst Jak.), protestantischer Theolog, geb. am 12. März 1741 zu Redlrubei Danzig, erhielt seine Jugendbildung auf dem Gymnasium zu Danzig und studirte seit1760 in Helmstedt und seit 1763 in Göttingcn, wo er namentlich bei Michaelis Vorlesungenhörte. Im I. 1766 zum Rector der Johannisschule in Danzig erwählt, gerieth er schon hierdurch sein cholerisches Temperament in manche Verdrießlichkeiten. Zwei Jahre daraufwurde ihm eine außerordentliche und später eine ordentliche Professur der Theologie in Jenaübertragen, in welchem Amte er durch seine klaren, lebendigen Vorträge über Dogmatik,Moral, Symbolik und Exegese des Neuen Testaments die Studirenden fesselte und sich eineGehaltszulage sowie den Titel eines Kirchenraths erwarb. Desto mehr wurde er betrauert,als ihn finstere Schwermuth, die ihn manchmal vorübergehend erfaßte, am 18. März 1782antrieb, seinem Leben in der Saale ein Ende zu machen. D. war ein denkender Theolog,wie schon seine Vorliebe für Ernesti und Seniler bezeugt, ein Freund der Klarheit und Be-stimmtheit in theologischen Dingen, aber freilich nicht immer Herr der Leidenschaft. SeineHauptschrist sind dieInstitution«:.? tbeologßse llogmsticae" (2 Bde., Jena 177276).

Dantan (Jean Pierre), einer der originellsten Künstler des gegenwärtigen Frank-reichs, der in seinen Portrait-Statuetten zuerst und mit großem Erfolge die Caricatur in