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4 (1845) D bis Entern
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Dänische Sprache, Literatur und Kunst

und Abrahamson (5 Bde Kopcnh. >81214) in kritischer Rücksicht viel zu wünschenübrig läßt. DieLicderweisen aus dem Munde des Volks", meist von Landpredigcrn ge-sammelt, sind schätzbar, und die Fortsetzung dieser Sammlung, welche Lieder aus dem I «>.und >7. Jahrh. enthält (2 Bde., Kopenh. 1816), nicht ohne Interesse. Von einem richtigenGefühle geleitet, hat I. M. Thiele in seiner SammlungDänische Volkssagen" (l Bde.,Kopenh. 181626; 2. Auss., 2 Bde., 1843) diese ohne alle moderne Zuthat in ihrer treu-herzigen Naivetät wiedergegeben. Rühmlich theilte diese Bestrebungen Chr. Molbech (s. d.)durch die Herausgabe mehrer alter dän. Sprachdenkmäler, die er theils literarhistorisch, theilSdurch Glossarien erläuterte.

In der Theologie war es die polemische und neben ihr die asketische Literatur, die nichtnur die größte Ausbreitung gewannen, sondern auch die gediegenste Kraft beurkundeten.Im ersten Decennium standen Naturalismus und Atheismus dem Christcnthunie entgegen;im dritten wurden von H. N. Clausen in der SchriftKirchenverfassung, Lehre und Ri-tus des Protestantismus und Katholicismus" (1825) die cigenthümlichen Grundsätze desProtestantismus angegriffen; neuerdings gaben die Fragen über Religionsfreiheit und Lö-sung des Parochialnexus sowie über Agendenvcränderung den Stoff der hauptsächlichstenVerhandlungen. In asketischer Hinsichtbezeichnen Grund tvig's (s d.) Predigten die höchsteBlüte der geistlichen Beredtsamkeit in Dänemark. Die fromme Reflexion fand in den Vor-trägen I. P. Mynster's (s. d.) einen angemessenen Ausdruck. Die Versuche, das Systemder Moral und Dogmatik darzustcllen, von P. E. Müller, sind ohne wissenschaftliche Be-deutung ; dagegen war seineApologetik" ( 1816 ) ein schätzbarer Beitrag zur Wissenschaft,und seineDarstellung der drei ältesten Symbole" (1817) ein recht lehrreicher Überblick.Geistvolle und scharfsinnige Arbeiten sind Kierkegaard's AbhandlungVon der Lüge"(Gött. I83V) und P. G. Brammer'sEntwickelung des ethischen Begriffs der Freund-schaft" (1836). W. Nothe'sVersuch zur speculativen Darstellung der Drcicinigkcirslchre"(1836) ist nach Daub'schen Grundsätzen gearbeitet. In neuester Zeit erregte H. Martensendurch seine SchriftenÜber den Mystiker Eckart" (1841) undÜber die christliche Taufe inBeziehung auf die baptistische Frage" (1843) ungewöhnliches Aufsehen. Um die Kirchen-geschichte und kirchliche Archäologie machte sich vor Allen Fr. Müntcr (s.d.) verdient;außerdem erschienen nur einzelne tüchtige und fleißige kirchengcschichtliche Abhandlungenvon I. Möller, F. Fcnger, F. Silfverberg, P. F. Hammcrich, B. Münter, Engelstoftu, A. Für die kirchliche Biographie hat man reiche Sammlungen von I. Möller, einemfleißigen, wenn auch nicht immer scharfsinnigen Arbeiter. Patristische Monographien lie-ferten H. N. Clausen, I. C. Rördam und E. Clausen. In der Exegese und der damit verbun-denen biblischen Kritik und Apologetik haben die letzten Dccennien des vorigen Jahrh. guteArbeiten aufzuweisen. Aller Beachtung werth sind die exegetischen Schriften von I. P.Mynster und I. M. Herh (s. d.), und nicht ohne Verdienst die populairen Einleitungen insAlte und Neue Testament von N. Möller. Den vielen Übersehungsversuchen meist einzelnerBücher des Alten und des Neuen Testaments von R. Möller, I. Möller, P. V. Frost u.A.stellt sich das Unternehmen Lindberg's an die Seite, der die ganze Bibel aus dem Grundiereaufs neue überseht und zugleich historisch und archäologisch erläutert. Zn Beziehung auforiental. Literatur haben neben F. Münter und W. F. Engelbrcth, der 1811 die Frag-mente der basmurisch-koptischen Version herausgab, I. L. Nasmussen durch seine Untersu-chungen über die ältere arab. Geschichte, L. N. Bossen durch seineArabische Sprachlehre"(1831) und dieMorgenländische Blumen" (1834) und besonders Lindb erg (s.d.) Tüch-tiges geleistet.

Eine noch blühende Schule der Nechtsgelehrsamkeit wurde in Dänemark von dem be-rühmten Kofod Ancher gegründet und von Andern fortgesetzt. In neuerer Zeit haben sich hierinzwei Richtungen mehr und mehr entwickelt, die eine mit vorwiegend philosophischer Tendenz,die aufgestellten Principien auch der Nechtsauslegung anpasscnd, mit A. S. Orsted (s. d.)an der Spitze; die andere das historische Element der Rechtswissenschaft vorzüglich mit Liebeumfassend und pflegend, deshalb auch die Alterthumsforschung in ihr Gebiet hineinziehend.Als die vornehmsten Repräsentanten der historischen Schule können I. F. W. Schlegel undJolderup-Roscnvinge bettachtet werden; ihnen schließt sich unter den Jüngern I. E. Lar-