Dänische Sprache, Literatur und Kunst 63
sehe» verschaffte; doch nur wenige erfüllen ein mehr als ephemeres Bedürfniß. Bildend suchtezuerst die l 831 gegründete „Danske Ugeskrift" in die Zeit einzugreifen. Seitdem singen anauch in Dänemark die Zeitungen und Wochenblätter gleich den Zeitschriften sich bedeutendzu mehren. Als Zeitschriften behauptete» die 1785 entstandene „Minerva" und „DanskeTilskuer", beide von Nahbck herausgegcben, die ersten Stellen, bis sie zu Anfänge diesesJahrhunderts fast alles Ansehen verloren. Die übrige Zeitschriftenliteratur hatte zumeistden Charakter einer oberflächlichen Unterhaltung. Dagegen wußten die „Schriften der Ge-sellschaft der Wissenschaften" sich fortwährend den Ruhm gründlicher Gediegenheit zu sichern.Das 1788gegründete„SkandinavistMuseum" nahm später Alles in seinen Umkreis auf, waSauf nordische Alterthümer, Sitten und Lebensverhältnissc Bezug hatte, und die Sammlung un-ter dem Titel „Skandinavisk Literatur-Selskabs Skrifter" zeigt den gegenwärtigen Höhepunktder nordischen Literatur. Dasselbe Gepräge mit vorwiegend historisch-literarischer Tendenzhat die von Molbech begründete „Nordist Tidsskrist forHistorie, Literatur og Kunst" (-1 Bde.);in noch cngerm Kreise bewegte sich die „Nordist Tidsskrist for Oldkyndighed" (3 Bde.,1832—33), die in den „Annaler for nordisk Oldkyndighed" (3 Bde., 1837—32) eineFortsetzung fand. Rühmliche Erwähnung verdienen auch das „Danske Magazin", die „Hi-storist Tidsskrist" und das „Genealogist-biographisk Archiv". Am reichlichsten war vonjeher die Theologie mit Zeitschriften bedacht; dahin gehören die von Fallesen bis l 808 hcr-ausgegebene „Theologisk Maanedsstrift", die von I. Möller mit sichtbarem Fleiß gepflegte„Theologist Bibliothek" (33 Bde., 1810—33), die neuerdings von den Professoren Schar-ling und Engelstost fortgesetzt wurde, und die von Grundtvig und Nudelbach herausgegcbene„Theologisk Maanedsstrift" (13 Bde., 1825—28). Auch die Kirchenzeitungen fanden aufdän. Boden Eingang; cs erschienen eine „Christelig Kirketidcnde" (3 Jahrgänge) und die„Nordist Kirketidcnde", von Lindberg redigirt. Für philosophische Nechtslehre, Criminali-stik und das positive dän. Recht ist die früher von A. S. Örsted herausgegebene und vonRosenvinge, Bang und Holm fortgesetzte „Juridisk Tidsskrist" eine ergiebige Quelle. DieArzneiwissenschast entbehrt, abgesehen von der „Bibliothek for Läger, udgivct af dct Clas-lenski Literaturselstab" (31 Bde., 1821—38), eines Organs. Die Naturwissenschaften ha-ben ein solches in H. Kröyer's „Naturhistorisk Tidsskrist", zum Theil auch in „Blandingcrfra Soroe", herausgegeben von Hauch und Brcdsdorff. Zur Verbreitung gemeinnützigerKenntnisse aus der Mechanik, Statik, Chemie u. s. w. war das von Ursin herausgegebene„Magazin for Kunstnere og Haandvärkere" sehr geeignet. Die Monatsschrift „Athene"suchte seit 1813 in der ästhetischen Kritik einen neuen Weg zu bahnen. Mehr der eigcnthüm-lichen Richtung des Verfassers diente die von J.L.Heiberg herausgegebene „Kjöbenhavns fly-vende Post". Die allgemeine literarische Übersicht förderte die 1720 begründete und seitdemvielfach umgestaltcte „Dansk Literaturtidende". Eine höhere Aufgabe stellte sich die „Maa-nedsskrift for Literatur" (seit 1829), die an der „Tidsskrist for Literatur" bis 1831 eineFortsetzung fand. Schließlich sind noch zu erwähnen die „Univcrsitäts Annaler" (seit > 807),„Akadcmiskc Tidender" (seit l 833) und „Kjöbenhavns Universitets Aarbog" (1837—30).
Auch die Dänen waren im 18. Jahrh. bemüht, das Gut der Väter in Liedern, Sagenund Chroniken zu retten und für die Nachwelt zu bewahren. Langenbek's, Schöning's,Suhm's (s.d.)und Thorkelin's (s.d.) historische Quellensammlungen am Ende des 18.Jahrh. verschafften der nordischen Geschichtsforschung eine köstliche Unterlage. Gleichzeitigfing man an, kritische Ausgaben der isländ.Sagas (s.d.) zu besorgen. Nicht minder mach-ten sich um die Erforschung nordischen Alterthums rühmlichst verdient Thorlacius (s. d.)undWerlauff (s. d.) durch Herausgabe des Sn orro Sturleson (s. d.), Pet. Eraem.Müller (s. d.), ferner Finn Magnusen (s. d.),Rask (s.d.), Rafn (s.d.), die imVereinmit Werlauff 1825 die Gesellschaft für nordische Alterthumskundc stifteten, die es sich zumZwecke setzte, alle Sagas in kritischen Handausgaben, mit einer lat. Übertragung, erscheinenzu lassen, und auch andere historische Denkmäler in den Kreis zog. Vollendet sind von ihrdie „^utiguitstes smericsnae", eine Urkundensammlung aus altnordischen historischenQuellenschriften zur Geschichte des transatlantischen Welttheils vom 10.—13. Jahrh., undvon „Grünlands historische Denkmäler" erschienen zwei Bände. Der reiche Schatz der dän.Heldenlieder wurde nicht vergessen; obgleich die Ausgabe derselben von Nyerup, Rahbek