Daniel (Gabriel) Dänische Sprache, Literatur und Kunst 6l
schichte zum Tröste seiner Volksgenoffen erzählte. Vgl. Verthold, „D., überseht und erlän>tert"(2 Bde., Erl. ,866-8).
Daniel (Gabriel), franz. Geschichtschreiber, geb. zu Nonen am8.Febr. 1649, machteunter den Jesuiten seine Studien, war dann Professor der Theologie zu Cacn und zuletztköniglicher Bibliothekar zu Paris, wo er am 26. Juni 1128 starb. In seiner ziemlich werth-losen „IIi>«c>i,c <I>> b'ninee", am vollständigsten von Griffet (17 Bde., Par. 1755, 4.) undvon Lombard (24 Bde.. Amst. 1765, 12.; deutsch l6 Bde., Nürnb. 1756—65,4.) heraus-gegcben, suchte er den Hof, die Großen und die Geistlichkeit mit der Kunst und den Pflichtendes Geschichtschreibers auszusöhnen, indem er mit der Miene der Unparteilichkeit die Ge-schichte so erzählte, wie es dem Interesse des Hofs und der Geistlichkeit gemäß war. Man ver-mißt bei ihm Quellenstudium und historische Treue, und die höhere Kunst historischer Darstel-lung ist ihm fremd. Bekannt ist noch seine „llistnire cko lu inilics trimpaise" (2 Bde., Par.172,1,4., und >773), weniger sein „Itccneil <Ie ciiver« ouvrages pliiloscplüczue«, tlienlo-chepws, l»«tnnc;»e«, etc." (Par. 1724, 4.), worunter sich sein ein moncke tle Des-
cortes", eine scharfsinnige satirische Schrift gegen die Meinungen dieses Philosophen, die er1696 besonders herausgegeben hatte, befindet. Gegen Pascal's „I.ettrc« provinciulos"vertheidigte er die Jesuiten in seinen „knlretien« cle Cle-nnIre ctck'Luckoxe «ur lettre«prn-vmciale«" (Köln, eigentlich Rouen, 1694, 12.).
Daniel (Samuel), engl. Geschichtschreiber und Dichter, geb. 1561 zu Taunton inder Grafschaft Somerset, nach der gewöhnlichen Meinung Hofdichter unter Elisabeth undspäter Kammerherr der Gemahlin Jakob's >., gewann als historischer Dichter durch seine„klistorz „f tlie civil »:ir> keNveen tlie I>n»«es nk Vorlc ai><I l^glicastei" (1599, Fol.),welche die Bürgerkriege der Häuser Park und Lancaster schildert, einen Nus in seinem Va-terlande. Der poetische Werth des Gedichts desselben besteht in einer schönen rhetorischenDiction und anziehenden Ausschmückung wirklicher Begebenheiten. Zur Bildung der poe-tischen Sprache hat D. rühmlich mitgewirkt; seine Stanzen, mit vielem Fleiße den ital. Ok-taven nachgebildet, haben mehr Würde und Wohllaut als die meisten Verse dieser Art inder engl. Literatur aus jener Zeit. Er hintcrließ poetische Episteln, Sonette und einige Schau-spiele. Unter der Regierung der Königin Elisabeth schrieb er einen Abriß der Geschichte Eng-lands bis auf Eduard UI., ein Werk ohne Anmaßung und Prunk, lehrreich und klar, nichtohne pragmatische Blicke, und in der engl. Literatur wol das erste historische Werk, das eineeinfache Erzählung der Thaksachen mit vielleicht zu großer Gedrängtheit und Würde desStils verbindet. In der letzten Zeit seines Lebens zog er sich auf das Land zurück und starb1619. Seine „Uoeticnl »«rk«" erschienen zu London >718(2 Bde., 12.) und seine „(7»I-leclinn nk tke liiütorv »sLnglsiuI" zu London 1621 (5. Ausl., 1685).
Daniele (San-), ein mit Villanova verbundener, großer und schöner Marktfleckenin der venet. Delegation Udine oder Friaul, mit einem Schlosse, das den Grafen Con-cina gehört, und 3666 E., welche lebhaften Getreidehandel treiben, ist historisch merkwür-dig durch die Niederlage, welche hier am 11. Mai 1869 die Ostreiches unter Erzherzog Jo-hann durch die Franzosen erlitte».
Danischmend, d. h. Gelehrter, ist der Titel der türk. Geistlichen Medern Ranges, diein einer Dschami (Moschee) den Dienst verrichten.
Dänische Sprache, Literatur und Kunst. Die dän. Sprache war ursprünglicheine Mundart der später nur auf Island in ihrer Reinheit bewahrten und daselbst noch ge-gemvärtig gesprochenen und geschriebenen skandinav. Ursprache, welche, früher in den dreiskandinav. Ländern allgemein, damals dönsk Tonga, d. i. die dänische Zunge, genannt wurde.Die jetzige dän. Sprache hat sich durch Vcrschwifterung mit der german. und besonders derangelsächs. Mundart selbständig ausgebildet und ist gegenwärtig die cultivirte Schrift - undMundsprache der gesammten Bewohner der beiden Reiche Dänemark und Norwegen, wäh-rend sich die schweb. Sprache etwas abweichend entwickelte, jedoch so, daß Norweger, Dänenund Schweden ohne bedeutende Schwierigkeit sich gegenseitig verstehen und verständigenkönnen. Die ältesten eigentlich dän. Sprachdenkmäler gehen nicht höher als bis in das 12.Jahrh. und bestehen in Gesehen der alten Könige ; denn die isländ. Sagas und das angel-sächs. Epos von den Thaten Beowulf's gehören der allgemeinen Skandinavischen Li,