Druckschrift 
4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
60
Einzelbild herunterladen
 

6t) Danemora Daniel (der Prophet)

Ha,mover zu England gebracht wissen wollte, und es hat die dadurch hervorgerufenc Rei-bung einen immer ernstern Charakter von beiden Seiten angenommen. (S. Holstein undSchleswig.) Vgl.Holberg,Dän. Neichshistorie" (deutschvon Neichard; Altona 1783);Mallet,klistoirs <Ie I)." (3 Bde., Genf 1763); P. E. Müller,Critisk Undersögelse afD.s ogNorgesSagnhistoric" (Kopenh. 1831, 3.); Suhm,kkistorie nkl)." (II Bde., Ko-penh. 17821812, 3.) und Dahlmann,Geschichte von D." (2 Bde.,Hamb. 18163 l).

Danemöra, ein durch seine zahlreichen Eisenminen sehr merkwürdiges schwed. Dorf,wo sich die größten Eisenwerke des Landes befinden, liegt sechs Meilen von Upsala. Einenhöchst eigenthümlichen und überraschenden Anblick gewährt die Grube. Sie ist eine soge-nannte offene Pingc, ein Abgrund von mehr als 566 F. mit senkrechten, schwarzen Wän-den, in dessen Tiefe erst die Erukxm und Schachte münden. Man gewinnt das Erz meistdurch Sprengen, und täglich um Mittag, wenn die Arbeiter den Bau verlassen, werden alleSchüsse zugleich losgebrannt, deren Donner dann einem Erdbeben gleicht. Die jährlicheAusbeute an Eisen beläuft sich auf 286666 Ctr., die zum Thcil in dem eine Viertelstundedavon entfernten Österby geschmolzen werden.

Dangcau (Philippe de Courcillon, Marquis de), der Günstling Lndwig's XIV.,ein treues Spiegelbild seiner Zeit, war am 21. Sept. 1638 geboren. Nachdem er früh zurkatholischen Kirche übergetretcn, diente er als Hauptmann in der Armee Turenne's in Flan-dern und ging dann nach dem pyrenäischen Frieden, von Thatenlust getrieben, nach Spa-nien. In sein Vaterland zurückgekchrt, wurde er, des Spanischen kundig, ein Liebling derKönigin-Mutter und der Königin und genoß bald bei Hofe das höchste Ansehen. Unter die-sen Verhältnissen begünstigte er Boileau, der ihm eine seiner Satiren über den Adel zueig-nete. Der König, der D. gleichfalls liebgcwonnen hatte, stellte ihn als Colonel an die Spitzeseines Leibrcgiments und bediente sich, nachdem D. diese Stelle wieder niedergelegt hatte,seiner bei diplomatischen Unterhandlungen. D. schloß sich besonders an den jungen Königan, den er als Adjutant bei allen Feldzügen begleitete. Er war Großmeister des Sk.-Lararus-Ordens, Statthalter der Touraine und Mitglied der franz. Akademie, und starb am 9. Sept.1726. Aus seinen hinterlassenen Memoiren, die gegen 566 Bände füllen, wird eine Her-ausgabe des Wichtigsten vorbereitet, indem der von Voltaire besorgte Auszug, ,-3c»irm>I<Ie Irr cniir v«»is" (Lond. 1776) ohne sonderlichen Takt angefcrtigt ist7 Sein Bru-der, der Abbe Louis de Courcillon de D., geb. im Jan. 1633, machte sich namentlichdurch seine grammatikalischen Schriften bekannt. Er war von Bossuet bekehrt worden undbekleidete, nachdem er sich auf weiten Reisen gebildet, den sranz. Gcsandtschaftsposten inPolen. Er starb am I.Jan. 1723 als Vorleser des Königs und Mitglied der franz. Akademie.

Daniel, der Prophet, um 666 v. Chr., ein Zeitgenosse des Ezechiel, von vornehmemhcbr. Gcschlechte, wurde unter dem jüd. König Jojachin in seiner Jugend gefangen nach Ba-bel geführt und dort an dem Hofe nebst Anania, Mischael und Asaria für den Dienst desKönigs Nebukadnezar erzogen. Nach drei Jahren trat er diesen Dienst an und setzte sich durchseine Geschicklichkeit, Träume auszulegen, sehr bald beim Könige so in Gunst, daß er Statt-balter der Provinz Babel und Vorsteher des Magiercvllegiums wurde. Als Babylon durchdie Meder erobert worden, stieg er bis zum Staatsminister empor, wurde zwar in Folge vonHofintriguen in die Löwengrube gestürzt, aber wunderbar errettet und hat wenigstens bis indas vierte Regierungsjahr des Cyrus gelebt. Vielleicht trug sein Einfluß am pers.Hose dazubei, daß Cyrus den gefangenen Hebräern die Rückkehr ins Vaterland erlaubte. SchonEzechiel erwähnt in seinen Reden den D. als ein Muster der Weisheit und Frömmigkeit,und die spätere Sage beschäftigte sich daher viel mit den Lebensumständen dieses berühmtenMannes. Das Buch des Alten Testaments, welches nach ihm benannt ist, enthält theilshistorische Berichte über ihn, theils Gesichte und Weissagungen, einige im chaldäischen Dia-lekte. Letztere verrathen sich durch ihr genaues historisches Detail als Schilderungen nach demErfolge, erste« durch ihre Abenteuerlichkeit als spätere Sagen. Dies und manches Andereläßt nicht.daran denken, daß das Buch von D. selbst oder nur in seiner Zeit geschrieben sei;vielmehr scheint es erst aus dem Zeitalter der Makkabäer, obgleich von einem und demselbenVerfasser, herzurühren, der die Hoffnungen, welche ihn unter der Verfolgung des AntiochuSEpiphancs belebten, dem D. als Weissagungen in den Mund legte und zugleich dessen Ge-