Druckschrift 
4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
49
Einzelbild herunterladen
 

Dänemark (Geogr. u. Statist.) 49

IHM. und die Besitzungen in Grönland zu 200 IHM. angegeben; die westind. Besitzungenbetragen 8/-, die afrikanischen I > und die asiatischen l0 IHM. Das eigentliche D. nebstde» deutschen Herzogthümern ist bis auf einen mäßigen Rücken, welcher durch die Herzog-thümer läuft, ziemlich eben; die Küsten sind flach, doch bedarf nur die Westküste zumSchutze gegen das Eindringen des Meers künstlicher Deiche; der Boden besteht theils ausfruchtbaren Marschen theils aus Geest, d i. Boden von mittlerer Fruchtbarkeit. Nur strich-weise finden sich Moräste und Waldungen. Durch unvorsichtiges Ausrotten der letztem, welchefrüher den nördlichen und nordwestlichen Küsten Jütlands Schutz gewährten, sind große,vorher urbare Strecken zu öden Sandwüstcn geworden, sodaß man in neuerer Zeit zu An-pflanzungen seine Zuflucht genommen hat, wodurch cs auch gelungen ist, einen Theil jenerFlugsandstrecken wieder in urbaren Stand zu versehen. Außer dem Grenzstrome, der Elbe,mit welcher sich bei Lauenburg die Delvenau verbindet, die durch den Steckenitzkanal mitder in die Lrave fließenden Steckcnitz in Verbindung steht, sind die Küstenflüsse Eider undGudensar, unter den vielen Binnenseen der Ratzeburgersec im Lauenburgischen und derPlöner- und Westensee im Holsteinschen, unter den Meerbusen das Kattegat (s. d-.) zwischender jütländ. und schweb. Küste, das durch die drei Meerengen, den Sund und die beiden Beltemit dem Baltischen Meere oder der Ostsee zusammenhängt, und der Lymfiord in Nordjüt-land die bedeutendsten. Das Klima ist gemäßigt, aber sehr feucht.

Die Bevölkerung steht nur auf den dän. Inseln und dem benachbarten Festlandeund in den westind. und asiat. Colonien in angemessenem Verhältnisse mit dem Umfange;sie gehört durchschnittlich zu der Mittlern und erreicht nur in Holstein die Stufe der starken.Die erste Volkszählung in D. und Jütland fand im I. 1769 statt; damals zählte es786000, im I. 1787 8-10000 und im 1.1801 924974 E- Island und die Färöer hattenim letztgenannten Jahre 52000 und Schleswig und Holstein im 1.1803 604000 E. Dar-auf erfolgte keine weitere Zählung bis zum 18. Febr. 1834, wo D. und Jütland 1,223807,d. i. auf eine OM. durchschnittlich 1790 E., besaßen, und zwar die dän. Inseln 697855 undJütland 525952, sodaß der jährliche Zuwachs durchschnittlich fast genau ein Procent be-trug. Grönland zählte >834 7552, die Färöer 6928, die Westindischen Inseln 43178,Island im 1.1835 56035 E. D. und Jütland hatten bei der letzten Zählung imJ. 18401,283027, Schleswig 348526, Holstein 455093 und LaUenburg 45342 E. Gegenwär-tig dürfte sich die Gesammtbevölkeruug des dän. Staats auf 2,244600 E. belaufen. Een-tralpunkte der Bevölkerung in großen Städten finden sich verhältnißmäßig nur sehr wenige.Kopenhagens, d.), mit fast >21000 E.; ist die einzige Stadt, welche über 30000 E. zählt,zugleich die größte Handels- und Fabrikstadt; ihr zunächst steht Altona (s. d.), mit jetzt28100 E-, die zweite Handelsstadt. Zwischen 20000 und I V00V E. finden sich drei Städte,Flcn §burg (s. d.), Sch leswig (s. d.) und Kiel (s. d.). Außerdem gibt es 105 Städte,45 Marktflecken und 5232 Dörfer. Die Stammverschiedenheit der Bevölkerung des dän.Staats läßt sich, die Colonien ausgenommen, auf den deutschen Volksstamm zurückführen,da der Däne demselben angehört und Island und die Färöer seit der Mitte des 9. Jahrh.von D- und Norwegen aus bevölkert wurden und der slawische Volksstamm sich nicht weiterals bis in das Herzogthum Laucnburg ausgebreitet hat, hier aber durch Vermischung mitden Deutschen ganz erloschen ist. Nur die Juden sind eingewandert, die auf dem dän. Fest-lande und den Inseln fast ausschließlich in den größer« Städten wohnen.

Die physische Cultur des dän. Staats ist bei seiner gegenwärtigen Beschaffenheitvorzugsweise auf den Ackerbau und die Viehzucht hingewiesen, demnächst auf die Fische-rei, während einige Zweige derselben, wie der Bergbau nach dem Verluste Norwegens,hier gänzlich fehlen. Jene liefern auch in Ermangelung jedes höher« Aufschwungs dertechnischen Cultur die Hauptgegenstände des Handelsverkehrs in der Ausfuhr und ver-mitteln den Austausch für den starken Bedarf an rohen Producten und Manufacturwaaren.Bei der durchschnittlich jährlichen Ausfuhr von ungefähr 12 Mill. Rbthlr. kommt fast dieHälfte des Werthbetrags auf die Korn-, ein Fünftel aus die Butter-, ein Achtel auf dieKäseausfuhr und ein Fünftel auf die jährliche Ausfuhr an Rindvieh, Pferden, Fellen cmdHäuten und eingesalzenen Fischen. Der Gesammtbestand der dän. Handelsflotte betrug imConv.-Lex. Neunte Aufl. IV. ^