DaricarviÜe Dandolo 47
seinen Ursprung zu danken. Das Grabmal des D., der nach Einigen durch Lynkeus er-mordet wurde, zeigte man in Argos. Nach ihm nannten sich die Argiver Danaer.
Dancarville (PierreFranc. Hugues), fälschlich d'Hancarville geschrieben, eingelehrter Abenteurer, war der Sohn eines Kaufmanns zu Marseille, geb. am I.Jan. 1729.Voll Verstand und Kenntnisse, dabei aber unstät, kam er in Berlin, wo er eine Zeit lang denGrafen spielte, wegen Schulden ins Gefängniß. Später gewann er das Vertrauen des Her-zogs Ludwig von Würtemderg und von ihm unterstützt, ging er nun nach Nom, wo er alsBaron du Hau lebte, und dann nach Neapel, wo er die Herausgabe des Hamilton'schenWerks über die etruskischen Vasen besorgte, deren Sammlung der König von Englandkaufte, und das jetzt seltene Werk ,,^nti<j»ites etrusyues, grecc;. et row." (4 Bde., Neap.1766, Fol., mit color. Kpfrn.) und die „Veueres et priazn uti nbservsntur in xemmis an-tiguis" (2 Bde., Leyd., eigentlich Neap., 1771,4., mit Kpftn.) erscheinen ließ. Nachdem ersich in Neapel mit dem Marchese Tanucci entzweit hatte, wendete er sich nach Florenz, wo ihmder Großherzog Leopold die Aufsicht über die mediceische Sammlung übertrug, die er ineinem Werke mit 360 Kupfern beschrieb. Ohne seinen Namen erschienen die „IllonumentsOe in vie privee Oes Ooure Oe.-srs, O'spres uns suite Oe pierresgruve'essousleurs reines"(Caprea 1780; 4., mit Kpfrn.), „ülemoires Ou suite sscrö Oes Osmes rom." (CapreaI 7 84, 4., mit Kpfrn.) und „Recliercbes sur I'origine, I'esprit, les propres Oes arts Osnslu 6rece" (3 Bde., Lond. 1785, 4., mit Kpfrn.). Später trieb ihn sein unruhiger Geist nachPadua, dann nach Venedig, wo er 1800 starb. Seine Werke sind der Kupfer wegen wichtig,aber seine Erklärungen lassen viel zu wünschen übrig.
Dancourt (Florent Carton), franz. Schauspieler und Schauspieldichter, geb. zuFontainebleau am I. Nov. 1661, hatte den Jesuiten Delarue, der den talentvollen Knabe»für seinen Orden zu bilden hoffte, zum Lehrer. Nichtsdestoweniger bestimmte er sich für dasStudium der Rechtswissenschaften, das er aber nachher aus Liebe 'zu einer Schauspielerinmit der Bühne vertauschte. Als Schauspicldichter versuchte er sich zunächst im höher» Lust-spiele; allein besser gelang ihm das Niedrigkomische. Er war ungemein fruchtbar in Er-findung komischer Situationen und besaß eine große Geschicklichkeit, die Lächerlichkeiten seinerZeit im gesellschaftlichen Verkehr zu schildern; doch fehlt es seinen Darstellungen an poeti-scher Haltung. Sein Dialog ist ungezwungen und lebhaft, aber geschwätzig. Er hatte einbesonderes Talent, Bauern sprechen zu lassen; fast alle seine Stücke sind deshalb ländlicheGemälde, mit Ausnahme seines „Okevuüer a I» inaOe" (1687), der neben dem „sllal-mtjaeOiliier" und den „VenOunFes Os 8,iveslie" zu seinen besten Stücken gehört. Ludwig XIV.batte solches Wohlgefallen an ihm, daß ihm D. seine Stücke meist, ehe sie aufgeführt wurden,vorlesen mußte. Nachdem er 1718 das Theater verlassen, zog er sich auf sein Landgut zu-rück, wo er sich der Andacht widmete, die Psalmen übersetzte und eine biblische Tragödieschrieb. Er starb am 6. Dec. 1725. Die vollständigste Ausgabe feiner Werke erschien zuParis 1760 (12 Bde., 12.). Eine Auswahl seiner besten Stücke geben die „Oeuvres cboi-sies Oe I)." (5 Bde., Par. 1810) und die „(7üeks O'oeuvresOel)." (3 Bde., Par. 1822). —Seine Frau, Therese Lenvir dela Thorilliere, gest. am >0. Nov. 1725, war sowolihrer Schönheit wie ihres Talents als Schauspielerin wegen bekannt.
Dandölo, eine berühmte venetian. Familie, welche der Republik Venedig vier Dogengegeben hat. Der berühmteste darunter war Enrico D., geb. um 11 lOoder 1115. DurchBildung, Beredtsamkeit und Geschäftskenntniß ausgezeichnet, stieg er von Stufe zu Stufe,war 1173 Gesandter in Konstantinopel und wurde 1192 zum Doge erwählt. Als solcherstellte er die Herrschaft der Republik in Istrien und Dalmatien wieder her, schlug die Pisanerund trat 1201 an die Spitze der Kreuzfahrer. Er eroberte Triest und Zara, die albanischeKüste, die Ionischen Inseln und Konstantinopel am 17. Juli 1203. Als der von ihm aufden griech. Thron erhobene Kaiser Alexius von seinen Unterthanen ermordet worden, bela-gerte er Konstantinopel und nahm es mit Sturm am 13. Apr. 1204. Hierauf errichtete erdas lat. Kaiserthum daselbst und ließ den Grafen Balduin von Flandern zum Kaiser wählen.Durch den Theilungsvertrag, den er mit den übrigen Heerführern des Krcuzzugs schloß,erhielt Venedig einige Inseln des Jonischen Meers und des Archipels, mehreHäfcn und Land-striche am Hellesponk, in Phrygien, Morea und Eplrus, e>» ganzes Quartier von Konstan-